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       # taz.de -- USA nach Sturm auf Kapitol: Nächste Runde im Blitz-Impeachment
       
       > Die US-Demokraten bereiten das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident
       > Trump vor. Am Mittwoch kommt es zur ersten großen Abstimmung.
       
   IMG Bild: Die Sprecherin des Repräsentantenhaus Nancy Pelosi will das Amtsenthebungsverfahren voranbringen
       
       Washington dpa | Nach den [1][Krawallen seiner Anhänger am Kapito]l steuert
       der abgewählte US-Präsident Donald Trump auf sein zweites
       Amtsenthebungsverfahren zu. Im US-Repräsentantenhaus wird am späten
       Mittwochabend deutscher Zeit die Abstimmung über die offizielle Eröffnung
       eines solchen Impeachment-Verfahrens gegen Trump erwartet. Eine Mehrheit
       gilt als sicher.
       
       Auch einzelne Abgeordnete der Republikaner kündigten an, dafür zu stimmen,
       ihren Parteikollegen aus dem Amt zu entfernen. Die Demokraten [2][werfen
       Trump „Anstiftung zum Aufruhr“ vor].
       
       Die Demokraten hatten parallel versucht, Trumps sofortige Absetzung über
       einen Zusatzartikel der Verfassung zu erreichen. Artikel 25 der Verfassung
       erlaubt es, den Präsidenten für unfähig zu erklären, „die Rechte und
       Pflichten des Amtes auszuüben“. US-Vizepräsident Mike Pence, der dies
       gemeinsam mit Mitgliedern des Kabinetts hätte anstoßen müssen, lehnte einen
       solchen Schritt am Dienstagabend (Ortszeit) aber offiziell ab. Pence
       erklärte, ein solches Vorgehen sei weder im Interesse der Nation noch im
       Einklang mit der Verfassung und würde einen „schrecklichen Präzedenzfall“
       schaffen.
       
       In einer außergewöhnlichen politischen Stellungnahme hat der Generalstab
       der US-Streitkräfte die Erstürmung des Kapitols durch Trump-Anhänger scharf
       verurteilt. „Die Meinungsfreiheit und das Versammlungsrecht geben niemandem
       das Recht zu Gewalt, Aufruhr und Aufstand“, schrieben US-Generalstabschef
       Mark Milley und seine Kollegen aus der US-Militärführung in einer
       gemeinsamen Stellungnahme.
       
       Jeder Akt, der sich gegen die verfassungsrechtlichen Vorgänge richte, sei
       „nicht nur gegen unsere Traditionen, Werte, und unseren Eid – es ist gegen
       das Gesetz“. Der Generalstab erinnerte das Militär daran, dass es dem
       Gesetz verpflichtet sei und weiterhin die Verfassung verteidige.
       
       ## Auch Republikaner:innen wollen Amtsenthebung
       
       Am 20. Januar werde Joe Biden als künftiger US-Präsident vereidigt und so
       zum nächsten Oberbefehlshaber über die Streitkräfte, betonten die
       Top-Generäle. So entspreche es der Verfassung und so hätten es
       Bundesstaaten und Gerichte bestätigt und der Kongress offiziell
       zertifiziert. Trump hatte seine Anhänger damit aufgewiegelt, dass ihm
       angeblich der Wahlsieg gestohlen worden sei. Die US-Militärführung hält
       sich üblicherweise aus der Tagespolitik heraus.
       
       Am Montag hatten die Demokraten eine Resolution mit der Anklage gegen Trump
       ins Repräsentantenhaus eingebracht. An diesem Mittwoch soll darüber
       abgestimmt werden. Kommt eine Mehrheit zustande, was zu erwarten ist, würde
       das Amtsenthebungsverfahren damit offiziell eröffnet.
       
       Die Demokraten stellen im Repräsentantenhaus die Mehrheit. Am Dienstag
       kündigten auch einzelne republikanische Abgeordnete an, für eine
       Amtsenthebung Trumps zu stimmen. Unter ihnen: die hochrangige
       republikanische Abgeordnete Liz Cheney, die Tochter des früheren
       US-Vizepräsidenten Dick Cheney, die zur Führungsriege der Republikaner im
       Abgeordnetenhaus gehört.
       
       Trump habe den „Mob“, der das Kapitol stürmte, zusammengetrommelt und die
       Attacke ausgelöst, erklärte sie. Nie habe es einen „größeren Verrat“ eines
       Präsidenten an seinem Amt und an seinem Eid auf die Verfassung gegeben.
       
       Auch mehrere andere republikanische Abgeordnete kündigten ihre
       Unterstützung für eine Amtsenthebung Trumps an. Der Fernsehsender CNN
       berichtete unter Berufung auf republikanische Quellen, am Ende könnten bis
       zu 20 Abgeordnete der Partei mitziehen.
       
       Eine Entscheidung in einem Amtsenthebungsverfahren fällt im Senat, der
       anderen Kongresskammer. Dort wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig, um Trump
       am Ende tatsächlich zu verurteilen. Dafür müssten sich weit mehr als ein
       Dutzend republikanische Senatoren auf die Seite der Demokraten schlagen.
       Einzelne Republikaner im Senat haben sich offen gegen Trump gestellt, aber
       bisher kein Ja zum Impeachment zugesagt.
       
       13 Jan 2021
       
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