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       # taz.de -- Öffentlich-Rechtliche und Alkohol: „Das erträgste nur im Suff“
       
       > Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss ausgewogen gebechert werden. 2021
       > steigt die Superparty. Frohes Fest und Wodka ahoi!
       
   IMG Bild: In Werner Höfers „Internationalem Frühschoppen“ wurde noch ordentlich gepichelt – und gequarzt
       
       In diesen verwirrten Zeiten braucht’s Struktur. Niemand hat das so schön
       beschrieben wie [1][der österreichische Kabarettist und Autor Josef Hader].
       Allerorten legen sich die Menschen im Lockdown Hunde oder virtuelle
       Trinkfreunde zu. Gerade bei uns Medienmenschen läuft’s. Egal ob Damen- oder
       Herrengedeck, Hauptsache, die Sektquote stimmt. Aber auch hier gibt es
       feine Unterschiede.
       
       Die Kolleg*innen vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind bekanntermaßen
       zur Ausgewogenheit verpflichtet. Also kein „Ich trinke nur trockenen
       Riesling“. Nein, es muss ausgewogen gebechert werden. Wer Weißwein trinkt,
       muss zwingend mit Rot nachspülen. Auch Minderheiten gehören berücksichtigt,
       also her mit Leydickes Sauerem mit Persico, Haselnuss-Wodka und anderem
       eigentlich zu Recht längst vergessenem Zeug. Damit es danach wieder heißt:
       „Alle rülpsen durcheinander“ (ARD). Oder, wie die Mainzer sagen: „Zwei
       Doppelte, Freunde!“
       
       Ach selige Zeiten liegen bereits hinter uns, wo das Wünschen noch geholfen
       hat und Intendant*innen per Flaschendrehen bestimmt wurden! Da gab es
       Sendungen wie die „Wernesgrüner Musikantenschenke“ oder den Internationalen
       Frühschoppen, wo fünf Journalist*innen aus sechs Ländern mit Werner Höfer
       um die Wette pichelten. Heute moderiert Volker Herres völlig abstinent den
       Presseclub weg und die neuen Rechten sitzen in den Landtagen.
       
       2021 wird die Superparty. In der Hälfte der Länder und auch im Bund wird an
       die Bar, quatsch, zur Wahl eingeladen. Für öffentlich-rechtliche
       Trinker*innen bedeutet das „abgestufte Chancengleichheit“. Hat das
       Bundesverfassungsgericht mal so festgelegt. Das große Gedeck muss häufiger
       rein als Nischengesöff wie Schierker Feuerstein.
       
       ## Strategische Besoffenheit in Sachsen-Anhalt
       
       Apropos Harz: Wegen der strategischen Besoffenheit in Sachsen-Anhalt fällt
       die [2][Beitragserhöhung vorerst aus]. Aber vielleicht schmeißt
       Medienminister Rainer Robra ja noch den Brocken hin und Ministerpräsident
       Haseloff gibt sich die Halloren-Kugel.
       
       Aber zurück zu den Wahlen. Da gibt es ja auch noch diese vertrackte
       Fünfprozenthürde, an der immer häufiger selbst Premium-Pils-Marken
       scheitern. Wer wüsste das besser als Jörg Schönenborn vom WDR, der im
       Ersten die Wahlcocktails mixt. Keiner kann so schön erklären, warum sich
       bei den roten Drinks wieder ein paar Ethanole verflüchtigt haben oder bei
       der Chartreuse der Trend von Gelb zu Grün geht. Blaue Getränke gehen
       eigentlich gar nicht, aber der Konsum steigt.
       
       Deswegen braucht’s eben Struktur, bevor sich alle an den letzten Strohhalm
       namens Wahlkonzept im öffentlich-rechtlichen Rundfunk klammern. „Null
       Promille für alle!“, sagt die Mitbewohnerin und schmeißt sich die nächste
       Schnapspraline ein. In diesem Sinne: Frohes Fest und Wodka ahoi!
       
       22 Dec 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.youtube.com/watch?v=JjB47VUDJi4
   DIR [2] /Aus-fuer-Erhoehung-des-Rundfunkbeitrags/!5730721
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Steffen Grimberg
       
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