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       # taz.de -- Kartellverfahren gegen Facebook und Co: Schneller und früher eingreifen
       
       > Das Kartellamt muss problematische Marktmacht verhindern, bevor sie
       > Schaden anrichtet. Und zwar gerade im Digitalbereich.
       
   IMG Bild: Vor sechs Jahren hat Facebook Whatsapp übernommen – mit Instagram kam eine weitere Plattform dazu
       
       Sechs Jahre ist es her, dass Facebook Whatsapp übernommen hat – und
       beteuerte, die Nutzerdaten der beiden Dienste würden nicht verknüpft. Was
       seitdem passiert ist: Facebook hat die Daten trotzdem zusammengeführt. Es
       hat mit Instagram eine weitere zentrale Plattform übernommen. Es hat eine
       Millionenstrafe von der EU bekommen und gegen [1][eine Entscheidung des
       Bundeskartellamtes Beschwerde] eingelegt, die Facebook die Zusammenführung
       von Nutzerdaten aus verschiedenen Quellen untersagt. Ein finales Urteil
       könnte es im kommenden Jahr geben. Derweil kann Facebook mit den
       verknüpften und damit wertvolleren Datensätzen weiter Geld verdienen.
       
       Schon klar: Kartellverfahren brauchen lange. Und auch globale Konzerne mit
       marktmissbrauchenden Geschäftspraktiken zulasten von Nutzer:innen müssen
       das Recht haben, sich das noch mal explizit [2][von einem Gericht sagen zu
       lassen]. Doch so, wie es aktuell läuft, bleibt bei den Unternehmen hängen:
       Verstöße lohnen sich. Denn sie werden nur mit großer Zeitverzögerung
       geahndet.
       
       Eine Pflicht, die Nutzer:innen zu entschädigen, gibt es nicht, stattdessen
       ein Bußgeld, das in seiner Millionenhöhe zwar gut klingt, aber dem
       Unternehmen nicht ernsthaft wehtut. Und selbst falls Facebook eines Tages
       die Nutzerdaten tatsächlich wieder entflechten muss: In der Zeit, die das
       Kartellverfahren und die darauf folgenden gerichtlichen Prozesse andauern,
       kann das Unternehmen seine Marktmacht weiter zementieren.
       
       Das Problem ist: Momentan werden die Wettbewerbshüter:innen zu oft erst
       dann tätig, wenn der Schaden schon passiert ist. Wenn die Daten verknüpft
       sind, Konkurrenten ausgeschaltet, der Markt aufgerollt ist. Wenn
       Nutzer:innen oder Geschäftspartner:innen kaum noch eine Wahl haben. Deshalb
       wäre es wichtig, Entwicklungen viel früher zu erkennen und bereits eine
       absehbar problematische Marktmacht zu verhindern. Und zwar gerade im
       Digitalbereich. Denn wo Daten der Kern des Geschäftsmodells sind, ist es
       fast unmöglich, eine erreichte Marktkonzentration wieder zu beseitigen.
       
       29 Dec 2020
       
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