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       # taz.de -- Räumungen im Dannenröder Forst: Die Schneise im Wald wächst rasant
       
       > Die Räumungen im Dannenröder Forst gehen schneller voran als von den
       > Aktivisten angenommen, die meisten Baumhausdörfer sind schon weg.
       
   IMG Bild: Räumung von Baumhausdörfern Ende November im Dannenröder Forst
       
       Dannenrod taz | Die Räumungen im Dannenröder Wald nähern sich dem Ende. Von
       ehemals 13 Baumhausdörfern, die den Ausbau der A49 durch den alten
       Mischwald bei Dannenrod verhindern sollten, stehen am Dienstagmittag nur
       noch zwei und ein paar einzelne Baumhäuser. Die gerodete Schneise reicht
       von Norden und Süden direkt an die letzten beiden Baumhausdörfer „Unterwex“
       und „Oben“ heran. Am Nachmittag sperrt die Polizei den Bereich weitläufig
       ab und beginnt mit der Räumung von „Unterwex“.
       
       Während Meldungen [1][über lebensgefährliche Situationen und von der
       Polizei verursachte Unfälle] die Nachrichten aus dem mittelhessischen Wald
       in den vergangenen Tagen dominiert hatten, ging die Räumung nun schneller
       voran, als es zunächst ausgesehen hatte. Selbst das gut befestigte Barrio
       „Nirgendwo“ mit einer komplizierten, sargartigen Hängebarrikade im Inneren
       des Waldes räumte die Polizei innerhalb von zwei Tagen ab.
       
       Einen 40 Meter hohen „Gigapod“, also eine Plattform auf einem Turm, der
       rund zehn Meter über die Baumwipfel hinausragte, räumte die Polizei gleich
       zweimal, nachdem er einmal wiederbesetzt worden war. Am Samstag hatten ihn
       die Besetzer*innen nach erfolglosen Räumversuchen der Polizei noch für
       „unräumbar“ erklärt.
       
       Die Unterstützung für die wenigen in den Bäumen verbliebenen Besetzer*innen
       reißt unterdessen nicht ab. Eine Gruppe von über 60-Jährigen aus den
       umliegenden Dörfern und Kleinstädten stellte sich der Polizei am Montagfrüh
       in den Weg. „Wir können nicht mehr zu Hause sitzen und zugucken,
       [2][während hier die Natur zerstört wird]“, sagte Helmut Weick, Sprecher
       der Gruppe „A49 stoppen“. Zwei Polizist*innen hatten ihn aus dem
       Räumungsbereich getragen, weil er freiwillig nicht gegangen war. Danach
       schlossen sich die Ü60-Aktivist*innen den Parents for Future an, die zu
       einem Sternmarsch in den Wald mobilisiert hatten. „Es geht uns vor allem
       darum, die jüngere Generation zu unterstützen“, sagte Birgit Suelmann, eine
       aus Marburg angereiste Mutter. Dass sie konkret wenig ausrichten können,
       wissen sie – „es geht um das Symbolische“.
       
       ## Viel zu verteidigen gibt es nicht mehr
       
       Auch Ende Gelände mobilisiert für das kommende Wochenende noch
       Aktivist*innen in den Dannenröder Wald. Dass es dann nicht mehr viel zu
       verteidigen geben wird, wissen sie ebenfalls. Die Ende-Gelände-Sprecherin
       Ronja Weil erklärt: „Selbst wenn es keine Barrios mehr zu verteidigen gibt,
       gibt es immer noch viele weitere Ziele anzugreifen.“ Die Polizei gibt jeden
       Abend eine Bilanz des Einsatztages heraus, so zum Beispiel am Montag die
       Ingewahrsamnahme von 52 Personen, davon 45 wegen Ordnungswidrigkeiten.
       
       Das ist ein normaler Schnitt im Vergleich zu anderen Tagen, aber doch mehr,
       als täglich aus dem Bäumen geräumt werden. Die Pressestelle der Polizei
       begründet die Ingewahrsamnahmen mit „Verstößen gegen die
       Allgemeinverfügung“ – die hessische Forstbehörde hatte im Oktober verfügt,
       dass alle Waldwege und das Unterholz im Bereich der Autobahntrasse für die
       Öffentlichkeit nicht zugänglich sind und ihr Betreten eine
       Ordnungswidrigkeit darstellt.
       
       Aktivist*innen berichten, dass sie auch mehrfach außerhalb der Trasse mit
       Platzverweisen belegt oder in Gewahrsam genommen wurden.
       
       1 Dec 2020
       
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   DIR Katharina Schipkowski
       
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