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       # taz.de -- Neuer Corona-Impfstoff von Moderna: 94-prozentige Wirksamkeit
       
       > Ein weiterer Konzern hat erfolgreiche Zwischenergebnisse in der
       > Corona-Impfstoff-Forschung bekannt gegeben. Das Vakzin ist zudem einfach
       > lagerbar.
       
   IMG Bild: Zweiter Durchbruch bei Impfstoffsuche: Das Unternehmen Moderna meldet 94-prozentige Wirksamkeit
       
       Cambridge/Berlin taz/dpa | Exakt eine Woche nachdem [1][das Mainzer
       Unternehmen Biontech zusammen mit seinem US-Partner Pfizer einen
       Durchbruch] bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Corona-Virus
       gemeldet hat, zieht nun auch Konkurrent Moderna nach. Vorläufige
       Erkenntnisse legten in der entscheidenden Phase-III-Studie eine
       Effektivität von 94,5 Prozent nahe, teilte das US-Unternehmen am Montag
       mit. Sie umfasste insgesamt 30.000 Probanden.
       
       Beide Unternehmen setzen bei ihrer Impfstoffentwicklung auf RNA-Impfstoffe
       und damit auf eine völlig neuartige Technologie. Das Präparat enthält
       genetische Informationen des Erregers, der aber nicht selbst geimpft werden
       muss, wie das bei Tot- und Lebendimpfstoffen der Fall ist. Tot- und
       Lebendimpfstoffe bergen die Gefahr von mehr Nebenwirkungen. Zudem ist ihre
       Herstellung langwieriger und aufwändiger. Mit der neuen RNA-Technik lassen
       sich Impfstoffe rascher und in sehr viel größeren Mengen herstellen.
       
       [2][Biontech, das mit dem US-Konzern Pfizer zusammenarbeitet, geht bei
       seiner Vakzine nach bisherigen Daten von einem 90-prozentigen Schutz aus.]
       Bereits das feierten Wissenschafter*innen und Gesundheitspolitiker*innen
       weltweit als großen Erfolg. Beide Unternehmen betonten, dass es sich
       bislang um Zwischenergebnisse handelt und es sein kann, dass sie die Zahlen
       noch nach unten korrigieren, während die Studien weiterlaufen. Außerdem ist
       nicht sicher, wie lange der Impfschutz vorhalten wird.
       
       Was den Impfstoff von Moderna womöglich überlegen macht: Jene von Pfizer
       und Biontech müssen bei rund minus 70 Grad gelagert werden. Moderna teilte
       am Montag mit, man gehe davon aus, dass das Mittel mRNA-1273 30 Tage lang
       auch bei Temperaturen von 2 bis 8 Grad stabil bleibe, also bei normaler
       Kühlschranktemperatur. Sollte sich das bestätigten, wäre der logistische
       Aufwand bei der Verteilung sehr viel geringer.
       
       ## Bessere Lagerung möglich
       
       Deutschland und die meisten EU-Länder bereiten bereits spezielle
       Impfzentren vor, in denen Vakzine bei minus 70 Grad gelagert werden können.
       Über diese Möglichkeiten verfügen gerade arme Länder aber nicht. Biontech
       erläuterte vergangene Woche in einer Pressekonferenz, man arbeite an
       anderen Formulierungen des Impfstoffes, die es erlaubten, ihn länger bei
       Kühlschranktemperatur zu lagern. Allerdings machte das Unternehmen keine
       Angaben, bis wann es so weit sein wird.
       
       Moderna-Präsident Stephen Hoge sprach von einem „wichtigen Meilenstein“.
       Besondere Zuversicht bereite ihm die Tatsache, dass zwei Präparate in
       Entwicklung ähnliche Resultate zu erbringen scheinen. „Das sollte uns allen
       Hoffnung geben, dass ein Impfstoff tatsächlich in der Lage sein wird, diese
       Pandemie zu stoppen und uns hoffentlich zu unseren Leben zurückzubringen“,
       sagte Hoge. Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will ein sogenanntes
       Rolling-Review-Verfahren zu dem Moderna-Impfstoff beginnen, das eine
       vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat. Die Freigabe könnte bereits
       im Januar erfolgen.
       
       ## Werden viele Impfstoffe benötigt
       
       Der Impfstoff von Moderna wird, ebenso wie der von Biontech, auch in Europa
       hergestellt – die EU hat mit dem Unternehmen bereits Vorabverträge
       geschlossen. Darauf machte der CDU-Gesundheitsexperte im EU-Parlament,
       Peter Liese, aufmerksam. Er rechnet außerdem mit weiteren Erfolgsmeldungen:
       „Täglich“ könne auch das schwedisch-britische Konsortium AstraZeneca
       erfolgreiche Forschungsergebnisse liefern. Auch dieses Konsortium, das auf
       einem an der Universität Oxford entwickelten Impfstoff setzt, befindet sich
       in der finalen dritten klinischen Phase. Bis Ende des Jahres könnten also
       bereits drei Impfstoffe auf dem Markt sein, hofft Liese.
       
       Auch wenn der Aktienkurs von Biontech nach einem Höhenflug in der
       vergangenen Woche nach der Bekanntgabe von Moderna zeitweise um mehr als 5
       Prozent absackte, sehen sich beide Unternehmen nicht als scharfe
       Konkurrenten, die sich gegenseitig die Märkte abgreifen. Um die Pandemie
       weltweit wirksam zu bekämpfen, müssen wahrscheinlich über 60 Prozent der
       weltweiten Bevölkerung geimpft werden. Moderna-Chef Hoge betonte denn auch:
       Es seien mehrere Vakzine nötig, um den Bedarf auf der gesamten Welt zu
       decken.
       
       16 Nov 2020
       
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