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       # taz.de -- taz.berlin-Adventskalender 1: Kooperativ gegen Corona
       
       > Es ist wieder so weit: Im taz.berlin-Adventskalender präsentieren wir in
       > diesem Jahr passend zum Winter-Lockdown schöne Spiele. Heute: Das
       > Pandemie-Spiel.
       
   IMG Bild: Spielen statt Schokolade: alter Adventskalender des FC Bayern
       
       Ganz ernsthaft: Wer hat schon noch Bock auf Risiko oder Monopoly? Haben wir
       im Alltag nicht schon genug Sorgen und Existenzängste mit dem
       Spätkapitalismus? Haben wir nicht genug Weltkriege verloren, um zu merken,
       dass die Welt erobern vielleicht nicht so eine geile Idee ist?
       
       Wer keine Lust mehr auf schablonenhafte Spielkonzepte, unsolidarisches
       Gegeneinander und überholte Gesellschaftsideen hat, braucht während des
       Lockdowns andere Brettspiele.
       
       Das derzeit wohl aktuellste heißt deshalb natürlich Pandemie. Im Team mit
       bis zu vier Spielern ab etwa 12 Jahren rettet man dabei die Welt vor
       tödlichen Krankheiten, indem man Heilmittel erforscht. Natürlich ist es
       etwas makaber, dieses Spiel im Lockdown zu spielen, aber immer noch besser,
       als Weltherrscher zu werden oder großkapitalistischer Ausbeuter. Zudem muss
       man in dem Spiel mehrere ausbrechende Krankheiten kooperativ und
       solidarisch bekämpfen – man spielt miteinander, weshalb das Spiel auch
       besonders gut für schlechte Verlierer geeignet ist und keine mittelschweren
       Familienkonflikte auslöst.
       
       Die Spielmechaniken sind dabei genial und fast realistisch: Man spielt auf
       einer Weltkarte, es kommt zu regionalen Epidemien und Ausbrüchen, die
       weitere Infektionswellen nach sich ziehen. Die Spieler übernehmen die
       Rollen von Spezialisten: Forscherin, Logistiker, Sanitäter und weitere. Und
       wenn ein Heilmittel entdeckt ist, heißt das nicht, dass die Krankheit nicht
       mehr gefährlich werden kann – sie lässt sich dann lediglich leichter
       bekämpfen.
       
       ## Dauert nicht 260 Jahre
       
       Das Beste aber: Das Spiel dauert nicht wie Monopoly oder der Kapitalismus 4
       Stunden bis 260 Jahre, sondern ist nach einer guten Stunde vorbei. Entweder
       schafft es das Team bis dahin, die Krankheiten einzudämmen und Impfstoffe
       zu entwickeln, oder man verliert und die Ausbrüche sind unkontrollierbar –
       sodass, nun ja, das will man sich derzeit nicht so ausmalen.
       
       Das klingt zwar kompliziert, aber im Prinzip braucht man kaum die
       mitgelieferte Spielanleitung, wenn man sich kurz ein Youtube-Tutorial zu
       den Regeln anschaut. Denn Spielanleitungen lesen ist mindestens so
       Achtziger wie Monopoly, Risiko oder Familienstreit nach einer Partie Mensch
       ärgere dich nicht.
       
       1 Dec 2020
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Gareth Joswig
       
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