# taz.de -- Räumung im Dannenröder Wald: Carola Rackete vom Baum geholt
> Die Rodungen im Wald kommen nur langsam voran. Erste Schneisen sind
> geschlagen. Die Besetzer*innen wollen stärker mit „spontanen Aktionen“
> stören.
IMG Bild: Die Aktivistin Carola Rackete im Dannenröder Forst
Dannenröder Wald taz | Der nördliche Waldrand des Dannenröder Forstes
lichtet sich: Am Tag drei der Räumung des besetzten Waldes hat die
Autobahnfirma Deges zusammen mit der Polizei begonnen, eine deutlich
erkennbare Schneise in den Mischwald zu schneiden.
[1][An den Vortagen hatte die Polizei nur vorbereitende Maßnahmen
getroffen, Personen aus Bäumen geräumt], Barrikaden beseitigt und den Weg
für die Räummaschinen freigeschnitten.
Am Donnerstag fällten die Deges-Leute bis zum Nachmittag auf rund 1.200
Quadratmetern junge Birken und Buchen und zerstörten ein Baumhaus. In
diesem hatte unter anderem [2][die Rettungskapitänin und Umweltaktivistin
Carola Rackete] die Nacht verbracht. Gegen zehn Uhr holte die Polizei sie
mit einer Hebebühne herunter und brachte sie aus dem Wald, um ihre Daten
aufzunehmen.
Am Vormittag starteten Aktivist*innen den Versuch, Polizeiketten zu
durchbrechen um im abgesperrten Bereich Harvester zu besetzen. 60 Personen
stürmten auf die Polizist*innen zu und zündeten Rauchtöpfe. Die Beamt*innen
reagierte mit Schlagstöcken und nahmen mehrere der Angreifenden fest.
## Mühsames Vorarbeiten der Räumer
Der Wechsel von täglichen Neubesetzungen und Räumungen setzt sich derweil
fort. Am Dienstag hatte die Polizei am nördlichen Waldrand ein Baumhaus und
zwei Tripods geräumt, am Mittwoch hatten Waldbewohner*innen an der gleichen
Stelle zwölf Buchen besetzt und zwei neue Tripods errichtet. Im
Tagesverlauf räumte die Polizei die Strukturen, am Donnerstagfrüh hingen
wieder ein Dutzend Menschen in den Buchen und zwei Personen in neu
errichteten Tripods.
„Für die andere Seite geht es extrem langsam voran“, sagte „Momo“, ein
Sprecher der Waldbesetzung. Zukünftig werde es mehr spontane Versuche
geben, die Polizei bei den Arbeiten zu behindern: „Wir sind entschlossen,
unseren Lebensraum zu verteidigen, und werden am Ende gewinnen.“
## Polizeicamp wächst
Am südlichen Waldrand nahe des Camps der Aktivist*innen [3][baut die
Polizei weiter ihr Logistikzentrum aus]. Auf einem Acker sollen schwere
Maschinen und polizeiliche Infrastruktur lagern. Wenn das Zentrum in
einigen Tagen steht, wird sich der Druck auf die Waldbesetzer*innen massiv
erhöhen: Die Polizei kann dann von beiden Seiten anfangen, die stark
ausgebauten und gut befestigten Baumhausdörfer abzureißen, die sich im
Inneren des Waldes befinden.
In der Nacht war auf dem Hauptcamp der Umweltschützer*innen ein Zirkuszelt
abgebrannt, das als Plenums- und Aufenthaltsort gedient hatte. Die
Feuerwehr löschte die Flammen, verletzt wurde niemand. Brandursache war
nach Angaben der Aktivist*innen vermutlich ein durchgeschmortes Kabel.
12 Nov 2020
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## AUTOREN
DIR Katharina Schipkowski
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