URI:
       # taz.de -- Liveticker zur US-Wahl: „Wir sind keine Feinde“
       
       > Biden wendet sich in einer Rede an die Nation, sein Sieg rückt immer
       > näher. Trump muss nach einer Niederlage damit rechnen, verklagt zu
       > werden.
       
   IMG Bild: In Südkorea angekommen: Biden und seine Rede an die Nation auf einem Bildschirm in Seoul
       
       Welcher Präsidentschaftskandidat holt wo mehr Stimmen? Was gibt es für
       Reaktionen? Unser Liveblog zur US-Wahl. 
       
       11.41 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat nach den US-Wahlen
       Hoffnung auf eine Änderung der US-Sanktionspolitik ausgedrückt. Er hoffe,
       dass „diejenigen, die Sanktionen verhängen, erkennen, dass ihr Weg falsch
       war“, sagte Ruhani laut der Nachrichtenagentur afp am Samstag in einer
       Fernsehansprache. Trump habe in der Vergangenheit eine Politik des
       „maximalen Drucks“ auf den Iran verfolgt, sagte der iranische Staatschef
       weiter.
       
       „Wir hoffen, dass die dreijährige Erfahrung eine Lektion für die nächste
       amerikanische Regierung sein wird, sich an Gesetze und Vorschriften zu
       halten und zu ihren Verpflichtungen zurückzukehren“, so Ruhani weiter.
       Damit spielte er auf das Atomabkommen an, das die USA 2018 einseitig
       gekündigt hatten. Er nannte die unter Trump verhängten Sanktionen gegen
       sein Land „wirtschaftlichen Terrorismus“.
       
       9 Uhr: Die Hamburger Krimi-Autorin [1][Simone Buchholz @ohneKlippo]
       twittert: „was ich an dieser US Election Storyline am besten finde ist,
       dass ein auf so vielen Ebenen ambivalenter Typ wie Joe Biden, am Ende sein
       ganzes Leben zum Guten drehen kann, indem er Kamala Harris den Weg zur
       Präsidentschaft ebnet, und das ist doch echt ein irre schönes Drehbuch.“
       
       7.25 Uhr: Joe Biden hält eine Rede an die Nation. „Wir werden dieses Rennen
       gewinnen“, erklärte der demokratische Präsidentschaftskandidat an seinem
       Wohnort in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware: „Noch können wir keine
       abschließende Siegeserklärung abgeben.“ Aber die Zahlen würden eine klare
       und überzeugende Geschichte erzählen.
       
       Die Rede war im Vergleich zu Trumps Brüllattacken, die mittlerweile Kinder
       schon bestens imitieren können, eine Wohltat. Friedfertig im Ton, sachlich
       in der Aussage. Biden ging nicht direkt auf Trump ein, sondern sagte: „Wir
       sind Konkurrenten, aber keine Feinde.“ Die meisten Amerikaner*innen lehnen
       Trumps Verbalattacken, seine unflätigen Angriffe ab.
       
       7 Uhr: Was droht Trump, wenn er nicht noch mal Präsident wird? In mehr als
       30 Verfahren ist Trump angeklagt. Zwölf davon sollen laut New York Times
       Untersuchungen des Kongresses sein. Zehn Prozesse sollen demnach auf
       Bundesebene laufen, acht auf Ebene der Bundesstaaten. Dabei geht es um
       Betrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Missbrauch von Spendengeldern und
       sexuellen Missbrauch. Und auch: Bankbetrug, Versicherungsbetrug,
       Steuerhinterziehung, Bilanzfälschung. Im Zusammenhang mit diesen
       Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft auch einen Blick auf die
       Steuererklärungen Trumps der vergangenen acht Jahre werfen. Bisher hat
       Trump die nicht vorgelegt und ist auch einer entsprechenden Vorladung nicht
       gefolgt. Laut der Steuerunterlagen, die der New York Times zugespielt
       worden sind und die das Blatt Ende September veröffentlicht hat, hat der
       Milliardär im vergangenen Jahr gerade einmal 750 Dollar Steuern gezahlt.
       
       6.05 Uhr: Einer der wichtigsten Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump,
       sein Stabschef Mark Meadows, hat sich Medienberichten zufolge mit dem
       Coronavirus infiziert. Das berichten die Sender CNN und CBS sowie die New
       York Times. Das Weiße Haus wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Meadows
       hatte Trump am Dienstag, dem Tag der Wahl, bei einem Besuch von Wahlhelfern
       in Arlington bei Washington begleitet. Meadows Test soll am Mittwoch
       positiv ausgefallen sein.
       
       Noch-Präsident Trump hatte im Wahlkampf – entgegen Empfehlungen von
       Gesundheitsexperten – häufig Massenkundgebungen mit Tausenden Anhängern
       abgehalten. Die meisten der Anwesenden trugen keine Masken, wie Trump
       selbst. Trump selbst war Anfang Oktober wegen einer Covid-19-Erkrankung im
       Krankenhaus behandelt worden. Die Pandemie hat in den USA mit seinen rund
       330 Millionen Einwohnern mittlerweile mehr als 236.000 Menschen das Leben
       gekostet.
       
       23.40 Uhr: Wie war das in „Once Upon a Time in America“? Schon Noodles
       wusste: Den Sieger erkennt man am Start. Den Verlierer auch.
       
       23.15 Uhr: In Georgia baut Biden laut dem Datenanbieter Edison Research
       seinen Vorsprung auf 4.263 Stimmen aus. Der demokratische
       Präsidentschaftskandidat liegt demnach bei 49,4 Prozent und Trump bei 49,3
       Prozent.
       
       22.47 Uhr: Im Streit um Briefwahlstimmen in Pennsylvania sind die
       Republikaner erneut vor den Obersten US-Gerichtshof gezogen. Pennsylvanias
       Republikaner riefen den Supreme Court in Washington auf, per Eilanordnung
       eine Zählung von nach dem Wahltag eingegangenen Briefwahlzetteln zu
       untersagen.
       
       Pennsylvania hatte wegen der Coronapandemie eine Ausweitung der Briefwahl
       beschlossen. Demnach werden alle Stimmzettel angenommen, die bis zu drei
       Tage nach dem Wahltag beim Wahlleiter eintreffen, sofern sie den
       Poststempel vom 3. November tragen. Die Frist läuft damit am Freitag aus.
       
       Die Republikaner hatten schon vor der Wahl versucht, diese
       Fristverlängerung vom Supreme Court kassieren zu lassen. Die
       Verfassungsrichter lehnten es Mitte Oktober und dann noch mal kurz vor der
       Wahl aber ab, sich mit dem Fall zu befassen. Sie ließen zugleich die
       Möglichkeit einer juristischen Prüfung nach der Wahl offen.
       
       Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hatte bei der
       Stimmauszählung in Pennsylvania zuletzt Amtsinhaber Trump überrundet. Das
       liegt daran, dass besonders viele Anhänger der Demokraten per Post
       abgestimmt haben. Inzwischen liegt Biden im womöglich wahlentscheidenden
       Pennsylvania knapp 15.000 Stimmen vor Trump.
       
       22.05 Uhr: Der [2][ehemalige dänische Ministerpräsident Lars Løkke
       Rasmussen] hat US-Präsident Trump via Twitter empfohlen, würdevoll aus dem
       Amt zu scheiden. Rasmussen schrieb auf Twitter: „Nur ein kleiner Rat … So
       ist die richtige Art, ein Amt nach einer Wahlniederlage ehrenvoll zu
       verlassen.“ Und er gratulierte Joe Biden schon mal zum Sieg.
       
       21.57 Uhr: Sie können jetzt schon langsam den Crèmant kalt stellen. Wenn
       Sie es nicht schon längst getan haben. Biden biegt in die Siegerkurve ein.
       
       21.55 Uhr: Die Journalistin [3][Miriam Hollstein twittert]: „Biden – 264
       Trump – 214. Die Antwort auf alles – 42.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
       
       21.54 Uhr: Nevada kommt. Biden konnte hier seinen Vorsprung auf gut 20.100
       Stimmen nahezu verdoppeln. Wahlkommentatoren gehen nicht davon aus, dass
       sich durch die noch ausstehende Stimmen etwas an dieser Mehrheit ändern
       dürfte. Warum? Die Stimmen kommen vor allem aus dem demokratenstarken Las
       Vegas.
       
       21.25 Uhr: „Die Geschichte des vermeintlichen Wahlbetrugs wurde bereits
       seit Monaten vorbereitet. Der ehem. Wahlkampfchef von #Trump, Steve
       #Bannon, erklärte im Sept. im Interview mit Beatrix von #Storch die
       Strategie. Trump ist dabei, eine eigene Bewegung aufzubauen“, [4][twittert
       der Extremismusexperte Andreas Kemper].
       
       21.18 Uhr: Das Nationale Komitee der Republikaner will Insidern zufolge
       mindestens 60 Millionen Dollar aufbringen, um Klagen von Trump gegen die
       Wahlergebnisse zu finanzieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters
       von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen.
       
       Fragt sich die geneigte Leserin: Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
       
       21.15 Uhr: Lesen Sie schon mal, wenn Sie es nicht schon längst getan haben,
       das [5][Porträt über Joe Biden] von unserer US-Korrespondentin Dorothea
       Hahn.
       
       21.11 Uhr: Trump schweigt schon seit zwei Stunden. Was ist da los?
       
       21.01 Uhr: Republikaner und Demokraten lassen im Kopf-an-Kopf-Rennen um die
       Wahlleute im umkämpften US-Staat Georgia laut dpa nichts unversucht:
       Anhänger beider Präsidentschaftskandidaten versuchten am Freitag, alle
       Wähler mit fehlerhaften Stimmzetteln ausfindig zu machen. In Georgia gibt
       es die Möglichkeit, aus formalen Gründen abgelehnte Wahlzettel nachträglich
       zu korrigieren.
       
       In dem Staat im Südosten des Landes zählte am Freitag sprichwörtlich jede
       Stimme – gut 99 Prozent der Wahlkreise waren ausgezählt, Demokrat Joe Biden
       lag am Freitag rund 1.500 Stimmen vor Amtsinhaber Donald Trump. Freiwillige
       suchten etwa im Großraum Atlanta Wähler auf, deren Stimmzettel zunächst
       abgelehnt worden waren, etwa weil eine Unterschrift fehlte. Bis 17 Uhr am
       Freitag (Ortszeit) hatten Wähler mit abgelehnten Stimmzetteln die
       Möglichkeit zur Korrektur.
       
       20.05 Uhr: Die Auszählung der Stimmzettel in Pennsylvania dauert noch an.
       Rund 40.000 Wahlzettel sollen noch nicht ausgezählt sein. Dem Datenanbieter
       Edison Research kommt Biden in dem Swing State bisher von rund 96 Prozent
       der abgegebenen Stimmen inzwischen auf 49,5 Prozent, Trump auf 49,3
       Prozent.
       
       19.30 Uhr: Biden will sich in den nächsten Stunden mit einer Rede an die
       Nation wenden. Wo und wann genau, ist noch nicht klar. Es soll aber zur
       Prime Time sein.
       
       18.07 Uhr: Was passiert, wenn US-Präsident Donald Trump nach einer
       möglichen Wahlniederlage das Weiße Haus nicht räumen will? Das
       Wahlkampfteam seines Herausforderers Joe Biden hat sich betont gelassen
       gegeben: Der Republikaner werde dann ganz einfach wie ein „Unbefugter“ aus
       dem Amtssitz des Präsidenten „hinausgeleitet“.
       
       „Das amerikanische Volk wird diese Wahl entscheiden“, erklärte
       Biden-Sprecher Andrew Bates am Freitag. „Und die US-Regierung ist absolut
       in der Lage, Unbefugte aus dem Weißen Haus hinauszugeleiten.“
       
       18.05 Uhr: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Laut Decision Desk HQ hat
       Joe Biden in Pennsylvania seinen Vorsprung gegenüber Donald Trump noch mal
       etwas ausgebaut. Er liegt nun mit 9.576 Stimmen beziehungsweise 0,14
       Prozentpunkten vorn.
       
       17.50 Uhr: Die taz am wochenende legt sich schon mal fest. Sie zeigt einen
       das Haus verlassenden Trump [6][unter dem Titel „You're fired“.]
       
       17.39 Uhr: Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi,
       rechnet mit einem Sieg des Demokraten Joe Biden. Schon bald werde man Biden
       nicht mehr als Vizepräsidenten, sondern als gewählten Präsidenten
       bezeichnen, sagte die Demokratin in ihrer wöchentlichen Pressekonferenz am
       Freitag. „Das ist ein glücklicher Tag für unser Land, weil Joe Biden einer
       ist, der vereint“, betonte die 80-Jährige.
       
       Bei den Kongresswahlen am Mittwoch hatte Pelosi ihren Sitz in Kalifornien
       überzeugend verteidigt. Sie hatte bereits deutlich gemacht, dass sie sich
       wieder um den Führungsposten bewerben wolle.
       
       17.30 Uhr: Das Nachrichtenmagazin Spiegel hat Donald Trump auf dem Titel
       der morgen erscheinenden Ausgabe. [7][Unter der Zeile „Der Hausbesetzer“
       ist er mit einem Gewehr abgebildet, hinter Barrikaden im Weißen Haus.]
       
       Nach Informationen der taz will die Berliner Hausbesetzerbewegung e.V. den
       Spiegel nun verklagen – wegen Verunglimpfung.
       
       17.20 Uhr: Noch mal neue Zahlen aus Pennsylvania. Biden liegt laut Decision
       Desk HG nun 8.845 Stimmen vor Trump und baut damit seinen Vorsprung
       kontinulierlich aus. Er bleibt aber weiter eng. Biden hat nun 0,13
       Prozentpunkte mehr als Trump.
       
       In Ariziona hingegen hat sich der Abstand leich verringert. Biden hat hier
       aber weiterhin 1,4 Prozentpunkte mehr als Trump.
       
       In beiden Staaten sind mitterweiler etwa 99 Prozent aller Stimmen
       ausgezählt.
       
       16.56 Uhr: Im US-Bundesstaat Georgia werden die Stimmen nach der
       Präsidentschaftswahl wegen des extrem knappen Ausgangs neu ausgezählt. „Mit
       so einer geringen Differenz wird es in Georgia eine Neuauszählung geben“,
       sagte Wahlleiter Brad Raffensperger am Freitag in Georgias Hauptstadt
       Atlanta. Zuletzt hatte Präsidentschaftskandidat Joe Biden in dem
       konservativen Südstaat mit hauchdünner Mehrheit vor Amtsinhaber Donald
       Trump gelegen.
       
       16.38 Uhr: Biden baut seinen Vorsprung in Georgia weiter aus und liegt nun
       mit knapp 1.600 Stimmen vor Trump. Ausgezählt werden müssen noch gut 4.000
       Stimmen.
       
       16.16 Uhr: Gegen die Wahlfälschungsbehauptungen von US-Präsident Donald
       Trump regt sich vermehrt Widerstand in der eigenen Partei. Es gebe schlicht
       keine ihm bekannten Belege für Korruption oder Betrug im Zusammenhang mit
       der Wahl, sagte der republikanische Senator Pat Toomey aus dem
       entscheidenden US-Staat Pennsylvania, in dem Herausforderer Joe Biden am
       Freitagmorgen (Ortszeit) bei der Stimmauszählung die Führung übernommen
       hatte. Die Worte des Präsidenten nannte Toomey gegenüber dem Rundfunksender
       CBS „sehr verstörend“.
       
       Weitere Republikaner kritisierten Trump in ähnlicher Weise. Der Gouverneur
       des Staats Maryland, Larry Hogan, erklärte, es gebe keine Rechtfertigung
       für die Kommentare Trumps in der Pressekonferenz am Donnerstag, die den
       demokratischen Prozess untergrüben.
       
       16.08 Uhr: Die neuen Zahlen aus Pennsylvania haben Donald Trump offenbar
       aus dem Schlaf gerissen. Die demokratisch wählende Stadt Philadelphia habe
       eine schlechte Geschichte in Bezug auf die Integrität von Wahlen,
       [8][behauptet Trump auf Twitter]. Was er damit meint, bleibt unklar und ist
       offenbar ohne jede Faktengrundlage.
       
       16.05 Uhr: Noch mal frische Zahlen aus Pennsylvania, die den Trend
       bestätigen. Biden liegt jetzt laut Decision Desk HQ rund 6.500 Stimmen vor
       Trump, das sind gut 1.000 mehr als noch vor einer Stunde. In Prozenten
       gerechnet bleibt der Abstand aber minimal. Biden hat nur 0,1 Prozentpunkte
       mehr als Trump.
       
       15.55 Uhr: Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat davor
       gewarnt, dessen Herausforderer Joe Biden bereits jetzt zum Wahlsieger
       auszurufen. „Diese Wahl ist nicht vorbei“, erklärte Wahlkampf-Anwalt Matt
       Morgan am Freitag. „Die falsche Prognose eines Sieges von Joe Biden basiert
       auf Ergebnissen aus vier Bundesstaaten, die noch lange nicht endgültig
       sind.“ Allerdings hat noch kein großer US-Sender Biden zum Wahlsieger
       ausgerufen.
       
       Biden war am Freitag bei der Auszählung in den Schlüsselstaaten
       Pennsylvania und Georgia an Trump vorbeigezogen. Der 77-Jährige liegt auch
       in Arizona und Nevada vor dem Amtsinhaber. Damit wird ein Sieg des früheren
       Vizepräsidenten bei der umkämpften Wahl immer wahrscheinlicher.
       
       15.25 Uhr: Der Datendienstleister Edison Research erklärt Biden zum Sieger
       im Bundesstaat Wisconson mit zehn Wahlleuten. Dies gelte, obwohl in
       Wisconson eine Neuauszählung möglich sei. Bidens Vorsprung sei aber so
       groß, dass eine Neuauszählung nichts ändern würde.
       
       Wisconsin wird von WahlbeobachterInnen bereits seit Mittwochabend als von
       Biden gewonnen gezählt.
       
       15.12 Uhr: Nate Silver, Chefredakteur der Analyseplattform
       [9][FiveThirtyEight], hält Bidens Sieg auch für sicher. Es sei nur noch
       eine Frage der Zeit, wann die Newsdesks ihn auch zum Sieger erklären. Es
       gebe für Trump keinen Weg mehr zurück in Pennsylvania, [10][schreibt er im
       Liveblog der Plattform].
       
       15.10 Uhr: CNN sieht Biden nach den neuesten Zahlen „am Rande“ des
       Wahlsiegs.
       
       15.00 Uhr: [11][Decision Desk HQ], eine überparteiliche
       Datenanalyseplattform mit sehr aktuellen Zahlen, ist bereits überzeugt,
       dass Joe Biden die Wahl gewonnen hat. Biden habe Pennsylvaia und damit die
       Mehrheit der Wahlleute gewonnen, projiziert [12][Decisison Desk HQ auf
       Twitter. Und legt sich fest]: „Joe Biden wurde zum 46. Präsidenten der
       Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.“
       
       14.50 Uhr: Neueste Zahlen aus Pennsylvania: Durch die lange angekündigte
       Auszählung von Briefwahlstimmen in Philadelphia ist Joe Biden in dem
       Bundesstaat an Donald Trump vorbeigezogen. Er liegt nun rund 5.400 Stimmen
       vor dem Amtsinhaber. Würde Biden diesen Vorsprung halten, wäre er
       Präsident. Denn mit den 20 Wahlleuten, die der Sieger dieses Bundestaats
       bekommt, hätte Biden die Mehrheit im Electoral College erreicht, ganz egal
       wie die Wahl in den anderen noch offenen Bundesstaaten ausgeht.
       
       Bidens Vorsprung ist aber hauchdünn. Er liegt derzeit nur 0,08
       Prozentpunkte vor Trump.
       
       Die Großstadt Philadelphia ist eine Hochburg der Demokraten. Über 80
       Prozent der Wähler haben dort für Joe Biden gestimmt. Es fehlen jetzt immer
       noch rund 30.000 Briefwahlstimmen aus dieser Stadt. Sie werden Bidens
       Vorsprung wohl weiter ausbauen.
       
       14.25 Uhr: Ein Staat, der auch noch offen ist, ist hier viel zu kurz
       gekommen: Alaska. Dort ist gerade mal die Hälfte der Stimmen ausgezählt.
       Trump kommt dort aktuell fast auf ein Zweidrittelmehrheit. Es scheint also
       ziemlich klar. Vor vier Jahren gewann dort Trump auch schon mit großem
       Vorsprung. Es sieht so aus, als würde sich das wiederholen.
       
       14.17 Uhr: Bevor jetzt gleich aber echt mal umgehend sofort neue Ergebnisse
       kommen, hier eine kleine Erkenntnis beim Lesen amerikanischer Newsportale.
       Dort hat der eine Kandidat gegenüber dem andern nicht einen hauchdünnen
       Vorsprung, sondern einen rasiermesserdünnen. „Razer thin“ ist gerade eine
       der gebräuchlisten Formulierungen
       
       14.00 Uhr: Good Morning, America! An der Ostküste ist es jetzt 8 Uhr
       morgens. Die Analyseseiten und Newsportale in den USA bringen
       Zusammenfassungen des aktuellen Stands für diejenigen, die jetzt aufgewacht
       sind. Die wichtigste News: Immer noch alles offen. In Arizona, Nevada und
       seit heute Morgen auch in Georgia liegt Joe Binden vorn. In North Carolina
       und Pennsylvania Donald Trump. Aus Pennsylvania sollen in Kürze neue Zahlen
       kommen. Aber was „in Kürze“ bei diesem Auszählungstempo bedeutet, mag
       niemand mehr genau zu prognostizieren.
       
       13.46 Uhr: taz-Leserin Fiona lobt per Mail unseren Liveticker. Danke!
       
       13.30 Uhr: Wer ist eigentlich diese Paula White, die am Donnerstag in den
       sozialen Medien und [13][auch im taz-Liveticker] zu sehen war, wie sie
       extatisch für einen Sieg von Donald Trump betete? Die taz-Autorin Marina
       Klimchuk stellt die evangelikale Hardcorpredigerin [14][in einem Porträt
       vor].
       
       13.06 Uhr: Twitter hat den ehemaligen Trump-Chefstrategen Steve Bannon
       ausgesperrt, nachdem er über die Enthauptung des FBI-Chefs Christopher Wray
       und des Corona-Experten Anthony Fauci fantasiert hatte. Bannon sagte in
       seinem am Donnerstag veröffentlichten Podcast zunächst, US-Präsident Donald
       Trump würde gleich zu Beginn einer zweiten Amtszeit Wray und Fauci feuern.
       Trump sei ein barmherziger Mann. Er selbst hingegen würde gern in die Zeit
       der Tudor-Dynastie im alten England zurückkehren und die Köpfe der beide
       aufspießen.
       
       Twitter erklärte, Bannons Äußerungen verstießen gegen das Verbot von
       Gewaltverherrlichung auf der Plattform, und blockierte seinen Account. Der
       Streamingdienst Spotify entfernte die Podcast-Folge. Auch YouTube ging
       gegen den Clip vor. Fauci ist ein hochangesehener Experte, der stets zu
       mehr Vorsicht gegenüber dem Coronavirus und zum Tragen von Masken aufruft.
       
       Bannon gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultrakonservativen Lager
       der US-Politik. Der Mitgründer der Internetplattform „Breitbart“ war 2016
       zu Trumps Team gestoßen und übernahm die Leitung des Wahlkampfs. Dem
       66-Jährigen wird ein maßgeblicher Anteil am damals eher überraschenden
       Erfolg zugeschrieben. Nach dem Wahlsieg wurde Bannon Trumps Chefstratege,
       musste aber 2017 seinen Hut nehmen.
       
       12.45 Uhr: Was hält die Bundeskanzlerin vom „totalen Krieg“ um den
       Wahlausgang, den Trump-Sohn Donald Junior in der Nacht gefordert hat? „Ich
       möchte solche Äußerungen nicht kommentieren“, sagte Merkel-Sprecher Steffen
       Seibert am Mittag in Berlin. Auch darüber hinaus wolle die Kanzlerin die
       US-Wahl und das Verhalten des Trump-Lagers nicht kommentieren, bevor das
       Ergebnis feststeht.
       
       Der Außenminister hält es anders: „Anständige Verlierer sind für das
       Funktionieren einer Demokratie wichtiger als strahlende Sieger“, sagte
       Heiko Maas (SPD) der Berliner Morgenpost. „Sieg oder Wahlabbruch“ sei keine
       geeignete Losung. Darüber gibt sich wiederum die CDU irritiert:
       Fraktionsvize Johannes Wadephul sagte, „bei aller gerechtfertigten Kritik“
       hätte er von Maas erwartet, dass er „nicht von hier aus versucht Trump zur
       Ordnung zu rufen.“ In der Union bezieht bisher nur einer Stellung: „Trump
       denunziert die Demokratie“, [15][twitterte Norbert Röttgen], der im
       nächsten Jahr CDU-Parteichef werden möchte.
       
       12.20 Uhr: Hier [16][ein aktueller Zwischenstand der Auszählung] – zur Wahl
       des Vogels des Jahres, die [17][der Nabu durchführt]. Schon seit Wochen.
       Und noch ein paar Wochen. Mal sehen, welche Wahl eher ein klares Ergebnis
       bringen wird. Derzeit liegt der Rotmilan auf Platz 10, es ist aber offen,
       ob er ihn halten kann.
       
       12.10 Uhr: Der Stadtkommissar von Philadelphia kündigt auf CNN an, dass es
       in den nächsten ein bis zwei Stunden neue Zahlen geben werde. Das seien
       aber immernoch nicht alle der noch ausstehenden 50.000 Briefwahlstimmen.
       Philadelphia ist eine extrem demokratisch geprägte Stadt im umkämpften
       Bundesstaat Pennsylvania. Von den bereits ausgezählten Stimmen waren über
       80 Prozent für Biden. Derzeit liegt Trump in Pennsylvania vorn – aber nur
       mit gut 18.000 Stimmen.
       
       12.04 Uhr: Und was sagt die taz zu alldem? „Es wird einsam um Donald
       Trump“, [18][berichtet taz-Chefredakteurin Barbara Junge aus Washington].
       
       High Noon: Fast hätten wir Donald Trump vergessen. Aber da, schau an, er
       hat heute Morgen doch glatt getwittert – um 2.30 Uhr Ortszeit. So viel
       Engagement müssen wir hier noch nachtragen. Erst schrieb er – zu Recht –,
       dass die Demokraten jetzt auch daran arbeiten, die Kontrolle im Senat zu
       übernehmen (siehe weiter unten hier im Liveticker). Und hängte dann dran:
       „We will win.“ Okay, soll er meinen. Dann behauptete er zum wiederholten
       Mal, dass er bei „legalen“ Stimmen vorn liege und dass Wahlbeobachtern
       verboten werde, die Abgabe „illegaler“ Stimmen zu kontrollieren. Als
       Twitter diesen Tweet umgehend und zu Recht mit dem Hinweis belegte, dass er
       möglicherweise irreführende Inhalte enthalte, legte Donald Trump gleich
       nach: [19][„Twitter is out of control“, schrieb er in seinem bisher letzten
       Tweet]. Twitter lies ihn so auf der Seite stehen.
       
       11.11 Uhr: Frische Zahlen aus Georgia. [20][Laut Decision Desk HQ] hat
       Biden seinen Vorsprung noch minimal ausgebaut und liegt nun 1.096 Stimmen
       vor Trump.
       
       10.50 Uhr: Viele Behauptungen des US-Präsidenten Donald Trump und einiger
       seiner Unterstützer nach der Präsidentschaftswahl sind Medienberichten
       zufolge falsch oder zumindest irreführend. Trumps Rede vom Donnerstagabend
       bezeichnete der CNN-Reporter Daniel Dale sogar als „die unehrlichste
       Ansprache, die er je gehalten hat“. So hatte Trump etwa davon gesprochen,
       die Demokraten versuchten, die „Wahl zu stehlen“. Tatsächlich gibt es dafür
       keinerlei Belege.
       
       In einer Liste mit Faktenchecks zählt CNN weitere Beispiele haltloser
       Behauptungen auf: So sei es falsch, dass alle Stimmzettel, die nach dem
       Wahltag eintreffen, nicht mehr gezählt werden – das hatte Trump auf Twitter
       behauptet. Tatsächlich zählten mehrere Staaten Stimmzettel, die bis zu
       einem späteren Datum eintreffen, solange sie rechtzeitig abgeschickt
       wurden. Auch Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany behauptete demnach
       fälschlicherweise im Fernsehsender Fox News, Stimmen würden am Wahltag
       ausgezählt, denn dafür sei der Wahltag da.
       
       10.35 Uhr: Alle Demokraten fühlen sich gerade sehr gut, beim Blick auf den
       aktuellen Stand, sagt CNN-Moderatorin Kristen Holmes. Aber sie meint gar
       nicht die News aus Georgia, sondern den Stand der Auszählung in
       Pennsylvania. Dort liegt Trump zwar mit knapp 20.000 Stimmen weiter vor
       Biden. Allerdings müssen noch rund 160.000 Briefwahlstimmen ausgezählt
       werden. Und unter denen liege Biden bisher sehr stark vorn. Das heißt laut
       CNN, es gebe noch mehr als genug Stimmen für den früheren Vizepräsidenten,
       um den aktuellen Präsidenten zu überholen.
       
       10.22 Uhr: EIL! Das ist der Turnaround: [21][Laut letzten Zahlen des
       Decision Desk HQ] liegt Joe Biden in Georgia jetzt mit gut 900 Stimmen vor
       Donald Trump. Damit ist das Rennen natürlich weiter offen. Der Vorsprung
       des Demokraten beträgt aktuell gerade mal 0,02 Prozentpunkte. Und es sind
       weiter nicht alle Stimmen ausgezählt. Seit dem Wahltag holte Biden damit
       mehr als 300.000 Stimmen auf. Die Auszählung war fast vollständig – es
       könnten aber noch einige Tausend Stimmen unter anderem von
       Militärangehörigen hinzukommen.
       
       Es dürfte zu heftigen Debatten führen, bis so ein knappes Ergebnis
       anerkannt wird. Hinzu kommt: auch ein Sieg in Georgia allein würde noch
       nicht bedeuten, dass Biden definitiv Präsident wird.
       
       09.50 Uhr: Im hart umkämpften Georgia werden möglicherweise nicht nur die
       Ambitionen der Republikaner für das Weiße Haus versenkt, sondern auch für
       den Senat. In dem US-Staat könnte es am 5. Januar zu zwei Stichwahlen um
       Senatssitze geben, bei denen sich entscheidet, ob die Republikaner oder die
       Demokraten künftig die Kongresskammer beherrschen. Für den Senat angetreten
       waren dort die demokratischen Kandidaten Jon Ossoff und Raphael Warnock.
       Noch nicht ausgezählt ist, ob Ossoff in einer Stichwahl auf den amtierenden
       republikanischen Senator David Perdue treffen wird. Warnock dagegen wird in
       einer speziellen Stichwahl gegen die republikanische Senatorin Kelly
       Loeffler antreten. Sie war 2019 auf den Posten gekommen, nach dem Senator
       John Isakson zurückgetreten war. Sollten die Demokraten die zwei
       Senatssitze für Georgia gewinnen, hätten die Demokraten die Mehrheit in der
       Kammer und damit bessere Chancen, Gesetze und Nominierungen für wichtige
       Posten durchzubringen.
       
       Und [22][hier etwas Musik zum Thema]:
       
       09.45 Uhr: Ein US-Bundesrichter lehnt den Antrag von Trumps Wahlkampfteam
       auf Stopp der Auszählung in Pennsylvania ab. Der Klage werde nicht
       stattgegeben, erklärt Richter Paul Diamond in einer kurzen Mitteilung.
       Trump wollte erzwingen, dass die Auszählung nur dann fortgesetzt werden
       kann, wenn Beobachter der Republikaner beiwohnen. Allerdings haben die
       Republikaner nach einem Gerichtsbeschluss bereits Zugang zu dem Wahlzentrum
       in Philadelphia. Trumps Team vertritt aber die Ansicht, dass die Arbeit der
       Beobachter behindert werde.
       
       09.41 Uhr: Laut [23][allerletzten Zahlen von Decision Desk HQ] schmilzt
       Trumps Vorsprung in Georgia auf 463 Stimmen. Es wirkt fast wie ein
       Countdown. Offen bleibt die Frage, ob er bis Null und darüberhinaus geht.
       
       09.30 Uhr: In den USA blickt man gerade gespannt auf Clayton County, eine
       demokratische Hochburg in Süden der Stadt Atlanta. Dort müssen laut CNN
       noch 3.500 der 30.000 Briefwahlstimmen gezählt werden. Von den schon
       gezählten Stimmen dort bekam Biden fast 85 Prozent. Da er in ganz Georgia
       nur noch wenige hundert Stimmen hinter Trump liegt, könnte sich durch die
       Auszählung hier noch alles drehen. Clayton County könnte Trumps Weg zurück
       ins Weiße Haus ernsthaft gefährden, [24][schreibt CNN in seinem Newsblog].
       
       09.00 Uhr: Die Detroit Free Press meldet das Endergebnis aus der einstigen
       Autostadt. [25][Demnach stimmten dort über 93 Prozent für Joe Biden]. Das
       ist allerdings ein schlechtes Ergebnis für den Demokraten. Donald Trump
       konnte seinen Stimmenanteil gegenüber 2016 von 3 auf 5 Prozent erhöhen.
       Ausschlaggebend für den Wahlausgang ist das Ergebnis nicht mehr. Detroit
       liegt im Bundesstaat Michigan, den Biden bereits klar gewonnen hat.
       
       08.51 Uhr: Und hier andere besorgniserregende Zahlen aus den USA. Dort
       wurde am zweiten Tag in Folge eine Rekordzahl neuer Coronafälle
       verzeichnet. Am Donnerstag (Ortszeit) wurden 121.888 Neuinfektionen
       bekannt, wie aus Daten der Johns Hopkins University in Baltimore
       hervorging. Erst am Vortag war mit 102.831 Fällen erstmals die Marke von
       100.000 neu registrierten Infektionen innerhalb eines Tages überschritten
       worden. Am Donnerstag kamen den Zahlen zufolge 1.210 Todesfälle in
       Zusammenhang mit dem Virus hinzu.
       
       Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern
       mehr als 9,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nahezu
       235.000 Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.
       
       08.41 Uhr: Der Vorsprung Trumps ins Georgia hat sich [26][laut der
       Analyseplattform Decision Desk HQ] in der letzten Stunde nochmals halbiert.
       Er liegt nun nur noch 665 Stimmen vor Biden.
       
       08.10 Uhr: Die Polizei in Philadelphia hat in der Nähe des
       Kongresszentrums, wo Stimmen der US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, zwei
       Männer mit Waffen in ihrem Fahrzeug festgenommen. Auf Fernsehbildern war zu
       sehen, wie einer der Männer abgeführt wurde. Die Polizei der größten Stadt
       im Bundesstaat Pennsylvania habe einen Tipp bekommen, wonach sich ein
       Fahrzeug mit bewaffneten Personen vom Staat Virginia aus auf den Weg
       gemacht habe, um das Convention Center anzugreifen, sagte ein
       Polizeivertreter. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. In
       Pennsylvania ist die Wahl zwischen Präsident Donald Trump und seinem
       Herausforderer Joe Biden von den Demokraten noch nicht entschieden. Mit 20
       Wahlleuten gehört der Staat zu den wichtigsten des Landes. Sollte Biden
       dort gewinnen, hätte er die Wahl für sich entschieden.
       
       In der Stadt Philadelphia holen die Demokraten traditionell deutlich mehr
       Stimmen als die Republikaner. Aktuell kommt Biden dort auf 80 Prozent. Da
       hier besonders viele Stimmen noch nicht ausgezählt wurden, könnte sich
       gerade hier das Kopf-an-Kopf-Rennen pro Biden entscheiden, wenn die letzten
       Votings registriert werden.
       
       08.00 Uhr: Laut der [27][Analyseplattform Decision Desk HQ], die sehr
       genaue Zahlen liefert, ist [28][Trumps Vorsprung in Georgia auf 1.267
       Stimmen geschrumpft]. Am Morgen nach der Wahl hatte Trump noch gut 2,5
       Prozentpunkte vor Biden gelegen, nun sind es nur noch 0,02. Es sind aber
       auch fast alle Stimmen gezählt. Das nennt man wohl ein Kopf-an-Kop-Rennen.
       Die Diskussionen um so ein knappes Ergenbnis werden uns wohl noch ein paar
       Wochen beschäftigen.
       
       Ähnlich eng ist es inzwischen in Pennsylvania, wo Trump nach den ersten
       Ergebnisse am Wahltag noch fast 13 Prozentpunkte vor Biden gelegen hatte.
       Hier schrumpft Trumps Vorsprung auf 0,27 Prozentpunkte. Da hier rund 5
       Prozent aller Stimmen immer noch nicht ausgezählt sind, ist dieses Rennen
       komplett offen.
       
       In Nevada liegt Biden einen Prozentpunkt vor Trump. 5 Prozent der
       abgegebenen Stimmen sind aber noch nicht ausgezählt.
       
       In Arizona liegt Biden laut Decision Desk HQ 1,5 Prozentpunkte vor Trump.
       Bei einem Auszählungsstand von 99 Prozent deutet hier zumindest alles auf
       einen Sieg des Demkraten hin.
       
       Biden müsste entweder Pennsylvania oder zwei der anderen drei Staaten
       gewinnen, um auf eine Mehrheit der Wahlleute im Electoral College zu
       kommen.
       
       07.45 Uhr: Auch im Senat, der bisher von den Republikanern dominierten
       Parlamentskammer, gibt es gerade ein Patt. [29][Laut CNN] haben
       Republikaner und Demokraten je 47 der insgesamt 100 Sitze sicher. Die
       künftige Mehrheit wird möglicherweise erst nach einer Stichwahl im Januar
       feststehen.
       
       In der anderen Kammer, dem Rerpäsentantenhaus, können die Demokraten aller
       Voraussicht nach ihre Mehrheit verteidigen.
       
       07.30 Uhr: Guten Morgen! Für alle, die nicht die Nacht durchgemacht haben,
       hier erst mal wieder ein Zwischenstand. Auch fast drei Tage nach der
       US-Präsidentschaftswahl steht noch kein Ergebnis fest. In den fünf Staaten
       Pennsylvania, Georgia, Nevada, Arizona und North Carolina wurde noch
       gezählt. Viele BeobachterInnen gehen aber davon aus, dass es am heutigen
       Freitag eine Entscheidung geben könnte – pro Joe Biden.
       
       In Georgia ist es extrem knapp: Es müssen weiter noch Zehntausende Stimmen
       gezählt werden, viele in Bezirken, in denen Biden voraussichtlich führte.
       Laut Daten der Nachrichtenagentur AP betrug Trumps Vorsprung zu Biden
       lediglich 1.775 Stimmen, bei fast 5 Millionen ausgezählten Stimmen. Diese
       Zahl meldeten auch die New York Times und CNN. Der Fernsehsender CNN
       berichtete, mindestens drei Bezirke hätten die Auszählung am Abend
       unterbrochen. Trump hatte sich in der Nacht zu Mittwoch ohne Datengrundlage
       vorzeitig zum Sieger in Georgia erklärt.
       
       Auch in Pennsylvania sind Hunderttausende Stimmen noch nicht ausgezählt.
       Trumps Vorsprung schrumpfte dort bis zum späten Donnerstagabend (Ortszeit)
       laut AP auf etwas mehr als 24.000 Stimmen. Am Mittwoch hatte Trump in
       Pennsylvania noch einen Vorsprung von 675.000 Stimmen gehabt, zuletzt
       wurden aber vor allem die Stimmen von Briefwählern gezählt, die mit großer
       Mehrheit für Biden stimmten. Es besteht die Möglichkeit, dass der Ausgang
       des Rennens in Pennsylvania mehrere Tage lang nicht feststeht.
       
       Auch in Arizona wird noch gezählt. Die Nachrichtenagentur AP hatte den
       Staat bereits Biden zugeschlagen, einige andere US-Medien sehen den Staat
       noch als unentschieden. Das Trump-Lager geht noch von einem Sieg dort aus.
       
       Donald Trump hatte bei einer offiziellen Pressekonferenz im Weißen Haus den
       Demokraten, der Presse und dem liberalen Establishment vorgeworfen, ihm die
       Wahl zu stehlen. Trotz „historischer Einmischung“ durch die Presse und
       andere liberale Institutionen habe er historische Erfolge in Staaten wie
       Florida und Ohio erzielt, sagte Trump bei seinem ersten öffentlichen
       Auftritt seit der Wahlnacht. Auch gefälschte Umfragen vor der Wahl hätten
       das Ziel gehabt, die Wahl zu beeinflussen, behauptete der Präsident. Belege
       für seine Aussagen legte er nicht vor. „Sie versuchen, eine Wahl zu
       stehlen. Sie versuchen, eine Wahl zu manipulieren“, sagte Trump im
       Presseraum des Weißen Hauses. „Wir können das nicht zulassen.“
       
       Die Sender ABC, CBS und NBC brachen ihre Übertragung der Pressekonferenz
       wegen dieser haltlosen Behauptungen ab. CNN zeigte sie zwar bis zum Ende,
       Kommentatoren verurteilten ihn daraufhin aber für seinen beispiellosen
       Angriff auf die Demokratie. CNN-Moderator Anderson Cooper sagte danach
       aber, Trump verhalte sich wie eine „fette Schildkröte, die in der heißen
       Sonne auf dem Rücken liegt und mit den Beinen rudert, weil sie realisiert,
       dass ihre Zeit vorbei ist“.
       
       06.30 Uhr Der US Postal Service teilt mit, am Donnerstag rund 1.700
       Wahlzettel in Pennsylvania erhalten zu haben. Die meisten Stimmen gingen in
       Philadelphia ein, gefolgt von Pittsburgh. Die Wahlzettel würden nun den
       Wahlleitern zugeteilt. Die Frist für eingehende Wahlzettel, die in dem
       umkämpften Staat noch berücksichtigt werden, läuft am Freitagabend ab.
       
       05.00 Uhr: Facebook hat eine große Gruppe verboten, deren Mitglieder zu
       einem Auszählungsstopp aufgerufen hatten. Es gab „besorgniserregende
       Aufrufe zu Gewalt von einigen Gruppenmitgliedern“, wie das soziale Netzwerk
       mitteilte. Die Gruppe „Stop the Steal“ hatte mehr als 350.000 Mitglieder,
       bevor Facebook sie entfernte, sie war jedoch nur eine von mehreren Gruppen.
       Inhalt waren unbegründete Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug und die
       Organisation von Protesten.
       
       Das Center for Countering Digital Hate („Zentrum zur Bekämpfung digitalen
       Hasses“), das Facebook zum Entfernen der Gruppe „Stop the Steal“
       aufgefordert hatte, veröffentlichte einen Screenshot eines Gruppenbeitrags,
       in dem stand: „Keine der beiden Seiten wird einlenken. Zeit, die Waffen zu
       reinigen, Zeit, auf die Straße zu gehen.“
       
       Facebook entfernte auch Donnerstag ebenfalls das Schlagwort #stopthesteal.
       Twitter blockierte einen Account des früheren Trump-Beraters Steve Bannon,
       der zur Enthauptung des Top-Virologen Anthony Fauci und des FBI-Direktors
       Chris Wray aufgerufen hatte.
       
       Facebook geht neuerdings strenger mit politischen Falschaussagen um, das
       betrifft auch die Äußerungen Trumps. [30][Im Sommer hatte das Netzwerk
       erstmals einen Post des Präsidenten gelöscht].
       
       03.34 Uhr Biden und Trump liegen dem Datenanbieter Edison Research zufolge
       inzwischen in Georgia (16 Wahlleute) faktisch gleichauf: Nach Auszählung
       von 99 Prozent der Stimmen kommen beide demnach auf 49,4 Prozent. Trump
       führte hier zuletzt.
       
       03.10 Uhr Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens bei der
       US-Präsidentschaftswahl zwischen Amtsinhaber Donald Trump und
       Herausforderer Joe Biden hat Bundesaußenminister Heiko Maas beide Seiten
       zur Zurückhaltung aufgerufen. „Amerika ist mehr als eine One-Man-Show. Wer
       in so einer Situation weiter Öl ins Feuer gießt, der handelt selbst
       unverantwortlich“, sagt der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke
       Mediengruppe. „Anständige Verlierer sind für das Funktionieren einer
       Demokratie wichtiger als strahlende Sieger.“ Das Vertrauen in faire und
       freie Wahlen dürften Demokraten niemals beschädigen. „Jetzt heißt es:
       Kühlen Kopf bewahren, bis ein unabhängig festgestelltes Ergebnis vorliegt.“
       Damit das Ergebnis akzeptiert werde, „ist daher zunächst von allen
       Zurückhaltung gefragt“.
       
       01.48 Uhr In einer Reuters/Ipsos-Umfrage geben nur 16 Prozent der US-Bürger
       an, sie glaubten der Erklärung von Trump, dass er die Wahl gewonnen hat.
       Selbst unter Republikanern beträgt der Anteil nur 30 Prozent, unter
       Demokraten sieben Prozent. Die große Mehrheit lehnt demnach die umstrittene
       Erklärung ab. Trump hatte schon in der Wahlnacht in einer auch
       international scharf kritisierten Rede den Wahlsieg vorzeitig für sich
       beansprucht.
       
       01.39 Uhr In dem für die Wahl wichtigen Bundesstaat Pennsylvania schrumpft
       der Vorsprung von Trump laut Edison Research in der laufenden Zählung
       weiter. Trump sei auf 49,8 Prozent abgerutscht und damit unter 50 Prozent,
       teilt der Datenanbieter mit. Biden liege nun bei 48,9 Prozent. Ausgezählt
       seien bislang 94 Prozent der Stimmen.
       
       01.12 Uhr: Die Nichte von US-Präsident Donald Trump hat das Verhalten des
       Republikaners nach der US-Wahl abschätzig kommentiert. „So sieht es aus,
       wenn ein Verlierer verliert“, [31][schrieb Mary Trump am Donnerstagabend
       (Ortszeit) auf Twitter], während Trump im Weißen Haus eine Pressekonferenz
       gab.
       
       00.47 Uhr Trump spricht von einem „klaren Sieg“ wenn nur die „zulässigen
       Stimmen“ berücksichtigt würden. Belege für das Vorliegen unzulässiger
       Stimmen legt er nicht vor. Den Umfrage-Instituten wirft er vor, parteiisch
       in das Rennen eingegriffen zu haben. Den Wahlvorgang beschreibt er weiter
       als unfair und kritisiert erneut die Briefwahl. „Sie wollen die Wahl
       stehlen“, sagt er, ohne Beleg. Experten und Beobachter sehen in den USA
       bislang keinen Hinweis auf Wahlbetrug.
       
       Den Liveticker mit allen Nachrichten vom [32][Donnerstag finden sie hier].
       Der Nachrichntverlauf vom Mittwoch [33][steht hier].
       
       6 Nov 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://twitter.com/ohneKlippo
   DIR [2] https://twitter.com/larsloekke
   DIR [3] https://twitter.com/HollsteinM
   DIR [4] https://twitter.com/AndreasKemper
   DIR [5] /Joe-Biden-als-US-Praesident/!5723555
   DIR [6] https://twitter.com/tazamwe/status/1324742527317118978
   DIR [7] https://twitter.com/svblxyz/status/1324646675047211008
   DIR [8] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1324730186798161925
   DIR [9] https://fivethirtyeight.com
   DIR [10] https://fivethirtyeight.com/live-blog/2020-election-results-coverage/
   DIR [11] https://decisiondeskhq.com/
   DIR [12] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324710866516905984
   DIR [13] /Liveticker-zur-US-Wahl/!5726376
   DIR [14] /Trump-Beraterin-Paula-White/!5726648
   DIR [15] https://twitter.com/n_roettgen/status/1324650754129465345
   DIR [16] https://twitter.com/NABU_de/status/1324622552824766466
   DIR [17] https://www.nabu.de/news/2020/11/28910.html
   DIR [18] /Anspannung-in-Washington-DC/!5726686
   DIR [19] https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1324613375213621248
   DIR [20] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324655386339794945
   DIR [21] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324643210283593728
   DIR [22] https://youtu.be/glggureA_Kk
   DIR [23] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324632723718311936
   DIR [24] https://edition.cnn.com/politics/live-news/trump-biden-election-results-11-05-20/index.html
   DIR [25] https://twitter.com/nwarikoo/status/1324615951728447488
   DIR [26] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324617816725737473
   DIR [27] https://results.decisiondeskhq.com/
   DIR [28] https://twitter.com/DecisionDeskHQ/status/1324600180176551936
   DIR [29] https://edition.cnn.com/politics/live-news/trump-biden-election-results-11-05-20/index.html
   DIR [30] /Facebook-und-Donald-Trump/!5700381
   DIR [31] https://twitter.com/MaryLTrump/status/1324500321637466115
   DIR [32] /Liveticker-zur-US-Wahl/!5726376
   DIR [33] /Liveticker-zur-US-Wahl/!5726183
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Simone Schmollack
   DIR Gereon Asmuth
       
       ## TAGS
       
   DIR US-Wahl 2024
   DIR Liebeserklärung
   DIR USA
   DIR US-Wahl 2024
   DIR US-Wahl 2024
   DIR US-Wahl 2024
   DIR Lesestück Recherche und Reportage
   DIR US-Wahl 2024
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR Lob an die Wahlhelfer und -helferinnen: Die, die wirklich zählen
       
       Die Freiwilligen in den US-Wahllokalen verdienen größte Hochachtung. Sie
       machen ihren Job, während vor der Tür gegen sie protestiert wird.
       
   DIR Nach der Wahl in den USA: Wie sich das System Trump zersetzt
       
       Noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt, da wenden sich schon viele
       RepublikanerInnen vom Präsidenten ab. Wer jetzt wie reagiert, ist
       zukunftsweisend.
       
   DIR Wahlen in den USA: Im Senat blockieren Trumps Leute
       
       Nach der Wahl bleibt der Kongress gespalten, die Mehrheit im Senat in
       republikanischer Hand. Reformen werden deshalb schwierig.
       
   DIR Latinos bei den US-Wahlen: Trump statt Sozialismus
       
       Der amtierende US-Präsident hat in Florida viele Stimmen bei Latinos
       geholt. Laut Beobachtern haben sie dabei gegen eigene Interessen gewählt.
       
   DIR Nach Abstimmung in den USA: Vom Wahlkampf in den Rechtsstreit
       
       Die Republikaner versuchen, einen möglichen Wahlsieg des Demokraten Joe
       Biden juristisch zu verhindern – und könnten so das Endergebnis verzögern.
       
   DIR Stimmauszählung in den USA: Nach Wahl Kampf
       
       Eingeschworene Anhänger von Präsident Donald Trump wittern Wahlbetrug: Sie
       verlangen, die Auszählung der Stimmen sofort zu beenden.
       
   DIR Geldtheorie aus den USA: Schulden sind kein Problem
       
       Bei den US-Demokraten ist eine neue Geldtheorie populär: die Modern Money
       Theory. Wenn Biden Präsident wird, dürfte MMT eine wichtige Rolle spielen.