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       # taz.de -- Liveticker zur US-Wahl: Festnahmen nach Protesten
       
       > In zahlreichen Städten nahm die Polizei nach Protesten für eine exakte
       > Stimmeauszählung zahlreiche Personen fest. Biden ruft zur Geduld auf.
       
   IMG Bild: Präsidentschaftskandidat Joe Biden und dessen Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris
       
       Welcher Präsidentschaftskandidat holt wo mehr Stimmen? Was gibt es für
       Reaktionen? Unser Liveblog zur US-Wahl. 
       
       0:10 Uhr: Im Nervenkrieg um die Stimmenauszählung bei der
       US-Präsidentschaftswahl ist es laut der Nachrichtenagentur dpa zu Protesten
       mit Dutzenden Festnahmen gekommen. In Städten wie New York, Portland im
       Staat Oregon und in Minneapolis in Minnesota forderten Anhänger des
       Demokraten Joe Biden in der Nacht zum Donnerstag, die Erfassung aller
       Stimmen weiterlaufen zu lassen. Kleinere Gruppen mit Unterstützern von
       Präsident Donald Trump zogen hingegen vor Wahlzentren in heiß umkämpften
       Staaten und skandierten die von ihm ausgegebene Parole „Stop the Count!“
       Trump behauptet ohne Beweise, dass vor allem Briefwahlstimmen zu seinen
       Ungunsten manipuliert werden könnten.
       
       In Minneapolis bekamen mehr als 600 Demonstranten Vorladungen von der
       Polizei, nachdem sie am Mittwochabend (Ortszeit) auf eine Autobahn
       marschierten. Sie protestierten gegen Trumps Drohung, das Ergebnis der Wahl
       anzufechten. Auch über soziale Ungerechtigkeit machten Teilnehmer ihrem
       Unmut Luft.
       
       In Portland schmissen einige Demonstranten Fenster von Geschäften ein und
       schleuderten Feuerwerkskörper auf Polizisten. Mindestens zwölf Personen
       wurden festgenommen. Schon seit dem Sommer gibt es in Portland Proteste
       gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze, der ungewisse Wahlausgang
       befeuerte die Ausschreitungen nun. Während Aufräumarbeiten in Portland am
       Donnerstag warnte die Gouverneurin von Oregon, Kate Brown, davor, die
       friedliche Demonstranten hinter der Black-Lives-Matter-Bewegung mit „selbst
       erklärten anarchistischen Protestierenden“ in einen Topf zu werfen.
       Letztere hätten sogar eine Kirche in Brand gesetzt, die Suppenküchen für
       Obdachlose unterhalten habe. „Willkürliche Zerstörung löst nichts“, mahnte
       Brown.
       
       In New York zogen Hunderte Menschen an verbarrikadierten Luxusläden auf der
       Fifth Avenue in Manhattan vorbei. Die Polizei nahm 25 Personen fest, 32
       weitere bekamen Vorladungen. Proteste gab es unter anderem auch in Chicago,
       Los Angeles, San Diego, Houston und Pittsburgh.
       
       22:56 Uhr: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden glaubt
       weiter an einen Sieg bei der US-Wahl. „Wir haben keinen Zweifel, dass,
       sobald die Auszählung beendet ist, Senatorin Kamala Harris und ich zu den
       Gewinnern erklärt werden“, sagte Biden laut dpa am Donnerstag bei einem
       kurzen Auftritt in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Er und seine
       Vizekandidatin fühlten sich weiterhin sehr gut angesichts des derzeitigen
       Stands des Rennens. Biden gab sich zuversichtlich, dass das Ergebnis der
       Wahl sehr bald feststehen werde.
       
       Außerdem rief er die Amerikaner auf, angesichts der andauernden Auszählung
       aller Stimmen geduldig und besonnen zu bleiben. „Die Demokratie ist
       manchmal chaotisch. Sie erfordert manchmal auch ein bisschen Geduld“, sagte
       er. Die Demokratie in den USA habe sich über 240 Jahre bewährt und sei ein
       Beispiel für die ganze Welt. Er versicherte: „Der Ablauf funktioniert, das
       Auszählen wird zu Ende gebracht.“
       
       22.15 Uhr: Auch im Bundesstaat Georgia ist Donald Trump mit einer Klage
       gegen eine späte Stimmenauszählung gescheitert. Ein Richter hat
       Medienberichten zufolge die Klage von Trumps Wahlkampfteam abgewiesen.
       Trump hatte verhindern wollen, dass angeblich 53 zu spät per Post
       eingetroffene Stimmzettel berücksichtigt werden. In Georgia zeichnete sich
       ein extrem knappes Wahlergebnis ab.
       
       21:50 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat US-Präsident Donald Trump
       laut dpa erstmals offen für seine Bemühungen um einen Stopp der
       Stimmenauszählung nach der US-Wahl kritisiert. „Zu einem Zeitpunkt, als das
       Wahlergebnis noch schöner war für Herrn Trump, dann zu fordern, dass die
       Auszählung beendet wird, entspricht nicht ganz der demokratischen Kultur,
       die wir von den Vereinigten Staaten kennen“, sagte der SPD-Politiker am
       Donnerstag in der ARD.
       
       21:37 Uhr: Amtsinhaber Donald Trump hat auch am zweiten Tag nach der
       US-Wahl seine Attacken gegen den Auszählungsprozess fortgesetzt. In einer
       Reihe von Tweets behauptete der 45. Präsident der Vereinigten Staaten
       erneut ohne Belege, es habe Wahlbetrug gegeben, und forderte einen Stopp
       der Stimmauszählung. Zum wiederholten Mal markierte Twitter Tweets des
       Präsidenten wegen Falschinformationen, berichtet die Presseagentur AP.
       
       „Einige oder alle der Inhalte, die in diesem Tweet geteilt werden, sind
       umstritten und möglicherweise irreführend in Bezug auf die Beteiligung an
       einer Wahl oder einem anderen staatsbürgerlichen Prozess“, hieß es etwa mit
       Blick auf einen Tweet, in dem Trump behauptete, dass die Ergebnisse
       sämtlicher kürzlich von den Demokraten beanspruchten Staaten wegen
       Wahlbetrugs angefochten würden. Dafür gebe es „massenhaft“ Beweise,
       behauptete Trump, man müsse nur in die Medien schauen – und blieb diese
       erneut schuldig.
       
       Trump selbst twittert seit Stunden nicht mehr. Dafür retweetete er
       [1][Posts seines Sohnes Eric Trump]. Doch auch diese wurden von Twitter mit
       dem Hinweis versehen, dass die Tweets fragwürdig sind.
       
       21:34 Uhr: Ein hoher Vertreter der US-Regierung hat Großbritannien davor
       gewarnt, die Verhandlungen mit der EU über ein künftiges Handelsabkommen
       vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahl abhängig zu machen. „Ich würde der
       britischen Regierung davon abraten“, sagte der US-Sondergesandte für
       Nordirland, Mick Mulvaney der Presseagentur AFP. Er rechne nicht damit,
       dass das Wahlergebnis vor „Ende November, Anfang Dezember“ feststehe, sagte
       er.
       
       Großbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. Bis zum Jahresende
       bleibt es aber noch im EU-Binnenmarkt und in der Zollunion. Diese Zeit
       wollten beide Seiten eigentlich nutzen, um ein Handelsabkommen zu
       vereinbaren. Doch die Gespräche kamen über Monate kaum voran. Auch in den
       inzwischen nochmals intensivierten Verhandlungen zeichnet sich kein
       Durchbruch ab.
       
       21:07 Uhr: Still ruht der See – im Twitter-Account von Donald Trump.
       
       20:58 Uhr: Möglicherweise gibt es doch schon in wenigen Tagen ein Ergebnis
       in Pennsylvania. Wie die Wahlleiterin Kathy Boockvar dem Sender CNN sagte,
       könnte noch in der Nacht zu Freitag die Mehrheit der Stimmen in dem Swing
       State ausgezählt sein. Derzeit müssen laut Boockvar noch rund 550.000
       Stimmen ausgezählt werden.
       
       20:31 Uhr: „Denkst du, Donald Trump macht einen guten Job?“ „Nein.“ „Warum
       nicht?“ „Weil er eine Mauer zu Mexiko bauen will, und ich will weiter nach
       Mexiko fahren.“ So ungefähr hört sich ein kleiner Dialog zwischen einer
       Reporterin und einem schwarzen Mädchen an, der [2][auf Twitter kursiert]
       und offenbar von der Homepage des US-Schauspielers Robert De Niro stammt.
       Ein Junge mit vielen Locken sagt, das Coolste an Trump seien seine Haare,
       aber seine eigenen Haare seien cooler. An einer Stelle werden die Kinder
       aufgefordert, Trump mit Gesten zu beschreiben. Ein Junge ahmt Trumps
       Handbewegungen ziemlich perfekt nach, ebenso dessen Tonfall und den Satz:
       „Ich bin der Größte.“
       
       20 Uhr: Donald Trump scheitert mit seiner Klage gegen eine weitere
       Stimmenauszählung auch in Michigan. Eine Richterin weist eine Klage der
       Anwälte des amtierenden Präsidenten ab, berichtet die Nachrichtenagentur
       Reuters. Der Staat wird nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen bereits
       Trumps Kontrahent Biden zugerechnet.
       
       19.30 Uhr: Im Bundesstaat Georgia hat ein Gericht eine Klage der
       Republikaner gegen die Wahlauszählung in der Stadt Savannah abgelehnt. Das
       berichtet der TV-Sender CNN. Die Republikaner hatten geklagt, weil ein
       Wahlbeobachter der Partei gesehen haben will, wie eine gering Zahl von
       Briefwahlunterlagen mit anderen vermischt wurde.
       
       19.00 Uhr: Falls Biden wirklich gewinnen sollte, wird es dann ruhiger
       werden in den USA? Nein, [3][schreibt taz-Redakteur Bernd Pickert in seinem
       Kommentar]: „Selbst wenn sich Trump gezwungen sähe, einen Wahlsieger Biden
       zu akzeptieren, wird er nicht von seiner schon präventiv aufgestellten
       Behauptung ablassen, seine Niederlage sei durch Wahlbetrug zustande
       gekommen.“
       
       18.40 Uhr: Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die
       Amerikaner angesichts der noch andauernden Auszählung der Stimmen zu Geduld
       aufgerufen. „Seid geduldig, Leute. Stimmen werden gezählt, und wir haben
       ein gutes Gefühl mit Blick darauf, wo wir stehen“, [4][schrieb Biden am
       Donnerstag auf Twitter].
       
       18.30 Uhr: Nach Wahl Kampf: immerhin [5][die Titelzeile der taz vom
       Freitag] steht schon fest.
       
       18.28 Uhr: Mit Blick auf die jüngsten Auszählungen, schreibt Nate Silver,
       Chefredakteur [6][des Datenanalysten FiveThirtyEight in dessen Wahlblog],
       stehe man seiner Meinung nach kurz davor Bidens Sieg in Nevada verkünden zu
       können.
       
       Das hätte entscheidende Auswirkungen. Einige Beobachter wie die
       Nachrichtenagentur AP und der TV-Sender Fox News, die Biden schon seit
       Stunden auch in Arizona uneinholbar vorne sehen, würden ihn dann als
       Gesamtsieger ausrufen.
       
       Denn mit den Wahlleuten aus Nevada und Arizona käme er exakt auf 270
       UnterstützerInnen im Electoral College und hätte somit die erforderliche
       Mehrheit in dem Gremium, das den Präsidenten wählt.
       
       18.20 Uhr: Weil Donald Trump ein Ende der Auszählung fordert, mehren sich
       weltweit die Stimmen der KritikerInnen. [7][Hier zum Beispiel von der
       Maus].
       
       18.07 Uhr In Nevada kann Biden seinen Vorsprung vor Trump leicht ausbauen.
       Nach langem Stillstand bei der Meldung des Auszählungsstandes kamen am
       Donnerstag mehrere Tausend Stimmen hinzu. Damit liegt der Demokrat nun
       knapp 12.000 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump, das entspricht einem
       Prozentpunkt. Es wurden etwa 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Das
       Ergebnis in Nevada könnte wahlentscheidend für Biden werden.
       
       17.57 Uhr Auch in Pennsylvania rücken Trump und Biden enger zusammen. Nach
       Auszählung von 92 Prozent der Stimmen kommt Trump laut Edison Research auf
       50,3 Prozent und Biden auf 48,4 Prozent.
       
       17.56 Uhr In Georgia holt Biden weiter auf: Nach Auszählung von 98 Prozent
       der Stimmen kommt der Demokrat laut Edison Research jetzt auf 49,2 Prozent.
       Auf Trump entfallen demnach 49,5 Prozent.
       
       17.45 Uhr: Dutzende Anhänger von US-Präsident Donald Trump haben sich am
       Donnerstag vor Stimmauszählungszentren in Michigan und Arizona versammelt.
       In Detroit und Phoenix riefen sie „Stoppt die Auszählung!“ und „Stoppt den
       Diebstahl!“.
       
       In Phoenix besetzten Trump-Anhänger einen großen Teil des Wahlzentrums von
       Maricopa County und riefen zudem „Fox News sucks!“, weil der Fernsehsender
       Arizona – wie auch die Nachrichtenagentur AP – bereits dem demokratischen
       Herausforderer Joe Biden zugeschlagen hat. Der republikanische Abgeordnete
       Paul Gosar schloss sich der Menge an und erklärte: „Wir lassen diese Wahl
       nicht stehlen. Punkt.“
       
       17.18 Uhr: Auch Bidens Wahlkampfmanagerin gibt sich siegessicher: Der
       Wahlsieg stehe unmittelbar bevor, sagt Jen O'Malley Dillon. Biden habe
       bereits 254 Wahlleute gewonnen. Für den Sieg sind 270 erforderlich. Sie
       erwarte, dass Biden in Nevada gewinne. Und auch in Pennsylvania sehe es gut
       aus.
       
       16.39 Uhr: Trumps Wahlkampfberater Jason Miller gibt sich siegessicher.
       Spätestens am Freitagabend werde klar sein, dass Trump weitere vier Jahre
       im Amt bleiben werde, sagt Miller. Er gehe davon aus, dass es weitere
       juristische Schritte Trumps in Pennsylvania und auch in Nevada geben werde.
       
       15.56 Uhr: Kamala Harris, die demokratische Vizepräsidentschaftkandidatin,
       ist auch wach und [8][twittert: „Jede einzelne Stimme muss gezählt
       werden“]. Twitter ist, das wird im Tweetabtausch zwischen Trump und Harris
       mal wieder sichtbar, tatsächlich ein Kurznachrichtendienst.
       
       Wahlen – auch auf Bundesebene wie die am Dienstag abgehaltenen Präsidenten-
       und Kongresswahlen – werden in den USA von den Einzelstaaten und
       Kommunalverwaltungen reguliert und durchgeführt. Trumps öffentliche
       Äußerungen haben daher keine Auswirkungen auf den Fortgang der
       Stimmenauszählung. Weder er als Präsident noch andere Bundesorgane können
       die Auszählung stoppen.
       
       15.12 Uhr: Donald Trump ist wach und [9][twittert wieder in Großbuchstaben:
       „STOP THE COUNT!“] Also: Stoppt die Auszählung. Der Amtsinhaber fürchtet
       nichts mehr als das Wahlergebnis. Muss man mehr wissen?
       
       15.00 Uhr: Trumps Wahlkampfteam kündigt für 17.30 Uhr MEZ eine Erklärung in
       Las Vegas an. Nach Informationen des Senders Fox News wird das Trump-Team
       dort eine Klage wegen Wahlbetrugs in Nevada ankündigen. Nevada ist einer
       der Staaten, in dem noch ausgezählt wird. Biden liegt derzeit knapp vorn.
       Der Staat hat sechs Wahlleute zu vergeben.
       
       14.45 Uhr: Dan Hopkins, ein Analytiker von FiveThirtyEight, widmet sich
       [10][im Liveblog der Analyseplattform] der Lage in Pennsylvania. Dort hat
       Trump derzeit 164.000 Stimmen Vorsprung. Und die Stimmen von nur noch
       460.000 Briefwahlzettel fehlen. Weil die aber hauptsächlich aus der sehr
       demokratisch geprägten Stadt Philadelphia kommen, wo Biden bisher rund 90
       Prozent aller Briefwahlstimmen bekommen habe, hält Hopkins es dennoch für
       möglich, dass der Demokrat auch diesen Bundesstaat noch gewinnen kann. Das
       wäre ein dickes Pfund, weil Pennsylvania allein 20 Wahlleute an den Sieger
       vergibt. Für Biden würde dies den Gesamtsieg bedeuten, unabhängig vom
       Ausgang in den anderen Staaten. Aber, schreibt Hopkins weiter, es gebe da
       „noch einige Unsicherheiten“. Denn je nach Quelle gibt es schon
       unterschiedliche Zahlen über die noch nicht gewerteten Stimmen. Also heißt
       es auch hier: abwarten.
       
       14.40 Uhr: Okay, wenden wir uns wieder aktuelleren Analytikern zu.
       [11][Nate Silver, Chefredakteur der Wahlanalyseplattform FiveThirtyEight,
       hält es für „sehr machbar“], dass Joe Biden auf den letzten Metern doch
       noch den Wahlausgang in Georgia drehen kann. Er begründet das damit, dass
       die wenigen noch nicht ausgezählten Stimmen aus Gegenden mit hoher
       Bevölkerungsdichte kommen, wo eher demokratisch gewählt wird.
       
       14.09 Uhr: Große Erwartungen – im Original: Great Expectations – gibt es
       nicht nur mit Blick auf den Wahlausgang. So hieß bekanntlich auch [12][ein
       Roman von Charles Dicken]s, der 1860/61 zunächst als Fortsetzungsroman in
       einer Wochenzeitung erschien. Das war damals also eine Art zeitgemäßer
       Liveticker. Wenn Dickens jetzt nicht Engländer, sondern US-Amerikaner
       gewesen wäre, würde das hier super passen. So aber schweifen wir ein wenig
       vom Thema ab. Aber vielleicht könnte man den Roman mal (wieder) zur Hand
       nehmen. Er hat gut 800 Seiten. Und bis zum Wahlergebnis könnt es ja noch
       etwas dauern.
       
       13.50 Uhr: Der US-Fernsehsender CNN gibt einen Hinweis, wann es wieder
       handfeste News zu den Wahlergebnissen geben könnte. Für 16.30 Uhr (MEZ) hat
       Georgias Staatsekretär eine Pressekonferenz angekündigt. In Georgia hat
       Trump aktuell einen Vorsprung von rund 33.000 Stimmen, rund 90.000 Stimmen
       sind noch nicht ausgezählt. Für 18 Uhr will das Clark County, in dem die
       Stadt Las Vegas liegt, neue Ergebnisse liefern. Sie könnten entscheidenden
       Einfluss auf den Ausgang in Nevada haben, wo Biden derzeit hauchdünn vorn
       liegt. Aus Maricopa County in Arizona soll es weitere Ergebnisse erst weit
       nach Mitternacht deutscher Zeit geben.
       
       13.01 Uhr: Donald Trump hat schon seit 12 Stunden nichts mehr getwittert.
       [13][WHAT IS THIS ALL ABOUT]?
       
       12.48 Uhr: Die Nachrichtenagentur AP hat erklärt, warum sie anders als
       viele andere Medien, den Wahlausgang in Arizona bereits für entschieden
       hält. Sie hat den demokratischen Herausforderer Joe Biden bereits vor
       Stunden zum Sieger der Wahl in Arizona erklärt und ihm die 11
       Wahlleutestimmen dieses US-Staats zugeschlagen, obwohl aktuell erst 86
       Prozent der Stimmen ausgezählt sind und Biden nur 2,4 Prozentpunkte vor
       Trump liegt.
       
       Laut Berechnungen von AP soll das dennoch ausreichen, dass Trump Biden
       nicht mehr überholen kann. Denn die noch zu zählenden Stimmen kämen unter
       anderem aus Maricopa County, wo Biden gut abgeschnitten hat. Außerdem
       fehlten noch Briefwahlstimmen, bei denen der Demokrat mit Rückenwind
       rechnen konnte.
       
       Auch der konservative TV-Sender Fox News hält das Rennen in Arizona schon
       für entschieden. CNN, die New York Times und andere Medien sind da
       vorsichtiger. Bei der Wahl 2016 hatte Trump Arizona noch mit vier
       Prozentpunkten Vorsprung gewonnen.
       
       12.13 Uhr Die Auszählung in Georgia nähert sich mit leichtem Vorsprung für
       Trump ihrem Ende. Laut Edison Research kommt der Präsident nach Auszählung
       von 96 Prozent der Stimmen weiterhin auf 49,6 Prozent. Biden legt demnach
       marginal zu und kommt auf 49,2 Prozent nach zuvor 49,1 Prozent.
       
       11.50 Uhr: In den USA sind erstmals zwei schwarze und offen homosexuell
       lebende Männer in den Kongress gewählt worden. Sie werden von Januar an New
       York im Repräsentantenhaus vertreten, wie die Nachrichtenagentur AP
       meldete. Beide gehören den Demokraten an: der 33-jährige Harvard-Absolvent
       und Anwalt Mondaire Jones und das 32 Jahre alte New Yorker
       Stadtratsmitglied Ritchie Torres.
       
       Jones und Torres seien in armen Verhältnissen aufgewachsen, [14][schrieb
       die New York Times]. Die Wahlbezirke, in denen sie nun gewannen, seien
       abgesehen von ihrer geografischen Nähe und ihrer Verbundenheit zur
       demokratischen Partei sehr unterschiedlich.
       
       So habe Jones einen Bezirk mit überwiegend wohlhabenden New Yorker Vororten
       und einem hohen weißen Bevölkerungsanteil für sich entschieden. [15][Auf
       Twitter bedankte er sich], dass dieser einen „offen schwulen, schwarzen
       Kerl“, der mit Lebensmittelmarken aufgewachsen sei, gewählt habe.
       
       Torres gewann einen als einkommensschwach geltenden Bezirk, zu dem Teile
       der Bronx gehören. Die Bevölkerung dort sei weitgehend hispanisch oder
       schwarz. Torres beschreibt sich als schwarz und als Latino und wird auch
       der erste offen schwule Latino im Kongress sein, schrieb die New York Times
       weiter. „Es ist die Ehre meines Lebens, einen Stadtteil zu repräsentieren,
       der mit systemrelevanten Arbeitern gefüllt ist, die ihr Leben riskiert
       haben, damit New York City leben kann“, [16][twitterte Torres] mit Blick
       auf die im Sommer schwer von der Coronapandemie getroffene Stadt.
       
       11.15 Uhr: Die Wahlbeobachter der OSZE haben bei der Präsidentenwahl laut
       ihrem Leiter keine Unregelmäßigkeiten registriert. „Wir haben das
       untersucht. Wir haben keinerlei Regelverstöße feststellen können“, sagt der
       FDP-Politiker [17][Michael Georg Link im rbb-Inforadio]. Dies gelte sowohl
       für den Wahltag selbst als auch zuvor bei der Briefwahl. „Es gab keine
       systemische Beeinträchtigung oder gar Manipulation.“ Es werde allerdings
       noch dauern, bis das endgültige Ergebnis feststehe. „Deshalb bleiben unsere
       Experten noch im Lande und werden das noch weiter unter die Lupe nehmen.“
       Den Versuch Trumps, den Auszählungsprozess wegen angeblicher
       Unregelmäßigkeite stoppen zu lassen, kritisierte Link deutlich: „Das ist
       etwas, dass man schon als Tabubruch bezeichnen muss.“
       
       10.20 Uhr: Aus den USA ist gerade wenig Neues zu hören. Dort ist Nacht,
       offenbar wird geschlafen. Derweil melden sich Stimmen aus anderen Ländern.
       Russland äußert sich besorgt über die andauernde Hängepartie in den USA.
       Der Mangel an Klarheit nach der Präsidentenwahl könnte negative
       Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die globale Entwicklung insgesamt
       haben, erklärt das Präsidialamt in Moskau. Weiter äußern will es sich
       nicht.
       
       Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat sich
       spöttisch über die US-Präsidentschaftswahl geäußert. „Was für ein
       Spektakel!“, schrieb Chamenei in der Nacht zum Donnerstag im Onlinedienst
       Twitter. Der amtierende Präsident Donald Trump spreche von der
       „betrügerischsten Wahl in der Geschichte der USA“, und sein Herausforderer
       Joe Biden erkläre, Trump wolle die Wahl manipulieren. „So sehen Wahlen und
       die Demokratie in den USA aus“, spottete Chamenei.
       
       Im Februar hatten die USA den Ablauf der Parlamentswahl im Iran kritisiert.
       
       09.10 Uhr: [18][Wie der taz-Karrikaturist die Lage sieht].
       
       08.52 Uhr In Arizona wird das Rennen wieder enger. Laut Edison Research
       kommt Trump nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen jetzt auf 48,1
       Prozent und Biden auf 50,5 Prozent. Zuvor waren es noch 47,9 zu 50,7
       Prozent.
       
       8.50 Uhr: Einen Tag nach der Präsidentenwahl haben die USA erstmals seit
       Beginn der Pandemie mehr als 100.000 neue Coronafälle binnen 24 Stunden
       verzeichnet. Am Mittwoch gab es 102.831 bekannte Neuinfektionen, wie aus
       Daten der Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen
       MEZ hervorging. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden,
       als mehr als 99.000 Ansteckungen gemeldet wurden. Die Zahl der Toten binnen
       24 Stunden blieb relativ stabil bei 1.097.
       
       Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern
       mehr als 9,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Rund 233.000
       Menschen starben bislang – mehr als in jedem anderen Land der Welt.
       
       Vor der Wahl war erwartet worden, dass das schlechte Pandemie-Management
       unter Präsident Trump zu Stimmverlusten für den Amtsinhaber führen könnte.
       [19][Das hatte sich so klar aber nicht bewahrheitet.]
       
       8.10 Uhr: [20][Auf Twitter wird ein Video vielfach geteilt], das Paula
       White, spirituelle Beraterin von Donald Trump, bei einem leidenschaftlichen
       Gebet für den Präsidenten zeigt. Minutenlang wiederholt sie fast im Stil
       einer Rapperin Zeilen wie „I hear a sound of victory“.
       
       8.00 Uhr: Vielerorts kam es in der Nacht zu Protesten. In New York City
       nahm die Polizei eigenen Angaben zufolge 50 Personen fest. In Portland im
       Bundesstaat Oregon waren es nach Angaben der Polizei zehn Personen. Dort
       wurde auch waffentaugliches Material sichergestellt. Gouverneurin Kate
       Brown rief die Nationalgarde, um die „weitverbeitete Gewalt“ in den Griff
       zu bekommen. Auch in Atlanta, Detroit und Oakland wurde demonstriert.
       Größtenteils forderten die Menschen, dass die Stimmauszählung in den noch
       offenen Bundesstaaten fortgesetzt wird.
       
       7.50 Uhr: Vor einem Behördengebäude in Arizona, in dem Stimmen der
       US-Präsidentenwahl ausgezählt werden, hat sich in der Nacht zum Donnerstag
       eine große Gruppe von Anhängern des Präsidenten Donald Trump versammelt.
       Mehrere unter ihnen hätten automatische Waffen wie Sturmgewehre gehabt,
       [21][berichtete eine Korrespondentin des Nachrichtensenders CNN] in einer
       Liveschaltung. Auf Fernsehbildern waren mehrere Dutzend Personen auf dem
       Parkplatz vor dem Gebäude im Bezirk Maricopa County zu sehen, zu dem unter
       anderem die Stadt Phoenix gehört.
       
       7.00 Uhr: Guten Morgen, auch am Donnerstag ist weiter offen, wer die
       Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen hat. Allerdings verstärken sich
       die Anzeichen, dass der Herausforderer Joe Biden doch noch Amtsinhaber
       Donald Trump schlagen kann.
       
       Nach dem Gewinn wichtiger Bundesstaaten scheint Biden nur noch wenige
       Schritte vom Weißen Haus entfernt. Amtsinhaber Donald Trump reklamierte
       allerdings den Sieg für sich und [22][schickte in mehreren Bundesstaaten
       seine Anwälte mit Klagen los].
       
       Als offen gilt das Rennen noch unter anderem in Pennsylvania, North
       Carolina, Georgia und Nevada. In Pennsylvania, North Carolina und Georgia
       führte zunächst Trump, Biden holte aber auf, je mehr Briefwahlstimmen
       ausgezählt wurden. In Georgia hat Trump mittlerweile weniger als einen
       Prozentpunkt Vorsprung.
       
       In Nevada, das sechs Stimmen von Wahlleuten bringt, hielt Biden in der
       Nacht zum Donnerstag eine sehr knappe Führung. Er liegt dort nach
       Auszählung von 86 Prozent aller Stimmen einen halben Prozentpunkt vor
       Trump.
       
       In Arizona mussten noch über 500.000 Stimmen ausgezählt werden. Hier ist
       die Lage eng: AP und Fox News schlugen den Bundesstaat mit elf Wahlleuten
       Biden zu, die anderen Sender noch nicht. Mit den Wahlleuten aus Nevada und
       Arizona käme Biden auf exakt 270 UnterstützerInnen. Das wäre eine
       Punktlandung. Denn es wäre die knappste Mehrheit im Electoral College, das
       den Präsidenten wählt.
       
       Anhänger*innen der Demokraten neigten inmitten der Coronapandemie eher
       dazu, ihre Stimmzettel per Post zu verschicken als die Republikaner. Da es
       bei der US-Post Verzögerungen gab, sollen in Pennsylvania noch
       Briefwahlunterlagen gültig sein, die bis zum Freitagnachmittag ankommen.
       Trump und die Republikaner ziehen erneut dagegen vor Gericht. Vor der Wahl
       hatte das Oberste Gericht der USA die Regelung zwar zugelassen. Drei
       Konservative unter den insgesamt neun Richtern zeigten sich aber offen
       dafür, das Thema nach der Wahl noch einmal aufzugreifen.
       
       Trump klagte auch in anderen Bundesstaaten. In Michigan, wo Biden nach
       Auszählung von 99 Prozent aller Stimmem uneinholbar führt, will er die
       Auszählung aussetzen lassen, bis seine Beobachter näher an die auswertenden
       Mitarbeiter herandürfen. In Wisconsin verlangt Trump eine Neuauszählung
       angesichts eines knappen Rennens.
       
       Joe Biden [23][schrieb auf Twitter]: „Donald Trump entscheidet nicht über
       den Ausgang der Wahl, auch ich nicht. Das amerikansiche Volk entscheidet.“
       
       Absehbar ist, dass es noch etwas dauern könnte, bis es Klarheit gibt. So
       will Nevada frische Informationen zum Stand der Auszählung erst wieder
       gegen 9.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) mitteilen.
       
       2.25 Uhr: Während US-Staaten nach und nach die Ergebnisse der
       Präsidentschaftswahl bekannt geben, behaupten einige Nutzer sozialer
       Medien, in Arizona würden Stimmen für ungültig erklärt. Die angeblichen
       Schuldigen: Filzstifte.
       
       Mit #Sharpiegate („Sharpie“ ist der Name einer Filzstift-Marke) versehene
       Beiträge in sozialen Medien legten nahe, dass Wahlbeamte im Bezirk Maricopa
       insbesondere Wählern von Präsident Donald Trump Filzstifte gegeben hätten,
       die bei der automatischen Auszählung angeblich Probleme bereiteten.
       Wahlbeamte in Arizona teilten jedoch mit, Filzstifte hätten keinen Einfluss
       auf die automatische Auszählung, und falls es Probleme gebe, würden Stimmen
       nicht einfach wegfallen.
       
       Den Liveticker mit allen Nachrichten vom Mittwoch [24][finden Sie hier].
       
       5 Nov 2020
       
       ## LINKS
       
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   DIR [21] https://twitter.com/KyungLahCNN/status/1324210850484289536?s=20
   DIR [22] /Trump-droht-Niederlage-bei-der-US-Wahl/!5726375
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