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       # taz.de -- Wahlen in den USA: Transpolitikerin wird Senatorin
       
       > Mit 86 Prozent der Stimmen zieht Sarah McBride in den Senat von Delaware
       > ein. Die Demokratin ist Sprecherin der größten LGBTQ-Organisation in den
       > USA.
       
   IMG Bild: Als erste Transfrau ist die Demokratin Sarah McBride zur Senatorin von Delaware gewählt worden
       
       Berlin taz | „Zu allen, die ihre Träume für unvereinbar mit der Realität
       halten: Wisst, dass Veränderung möglich ist“, schrieb Sarah McBride auf
       Twitter, als sie ihre Stimme für die Senatswahl im Bundesstaat Delaware
       abgab. Einige Stunden später ist klar: Nicht nur mit der Kandidatur als
       Senatorin ist McBrides Traum in Erfüllung gegangen. Als erste
       Transpolitikerin zieht sie in den Senat eines US-amerikanischen
       Bundesstaats ein.
       
       Mit 86 Prozent der Stimmen triumphierte McBride haushoch über den
       republikanischen Kandidaten Steven Washington. Es ist das höchste gewählte
       öffentliche Amt, das eine Transpolitikerin in den USA jemals bekleidet hat.
       „Wir haben es geschafft. Wir haben die Wahl gewonnen. Danke, danke, danke“,
       freute sie sich auf Twitter, als ihr Sieg bekannt wurde, und: „Ich hoffe,
       der heutige Abend zeigt LGBTQ-Kindern, dass unsere Demokratie auch für sie
       groß genug ist.“
       
       In ihrer Wahlkampagne machte sich McBride für ein bezahlbares
       [1][Gesundheitssystem], eine verbesserte finanzielle Ausstattung von
       Schulen, flächendeckende Betreuung für Kindergartenkinder und eine Erhöhung
       des Mindestlohns stark. Die Coronapandemie habe die Dringlichkeit von
       Veränderungen in diesen Politikbereichen noch erhöht, erklärte McBride.
       
       Seit Jahren setzt sich die in der 70.000 Einwohner*innen zählenden Stadt
       Wilmington aufgewachsene Politikerin für den Ausbau der
       Gesundheitsversorgung in ihrem Bundesstaat ein. Ihre Schwerpunkte liegen
       zudem auf Maßnahmen zum Schutz vor Kindesmissbrauch und der
       [2][Antidiskriminierungspolitik]. Derzeit ist sie Sprecherin der größten
       US-amerikanischen LGBTQ-Organisation.
       
       Twittergemeinde freut sich 
       
       2018 veröffentlichte sie das Buch „Morgen wird anders“, in dem sie über
       ihren Kampf für Gleichberechtigung und die Beziehung zu ihrem verstorbenen
       Ehemann Andrew Cray schrieb. Kurz nach der Hochzeit erlag er seiner
       Krebserkrankung.
       
       In den sozialen Medien regnete es Glückwünsche aus dem ganzen Land. In
       Vermont zog Taylor Small für die Demokrat*innen in das dortige Parlament.
       „Fünfte Transgender-Abgeordnete der Nation!“, schrieb die 26-Jährige auf
       Twitter. 2017 war in den USA zum ersten Mal eine Transpolitikerin in ein
       US-amerikanisches Regionalparlament gewählt worden.
       
       5 Nov 2020
       
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