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       # taz.de -- Protestformen für den Dannenröder Wald: Autobahnen sind tabu
       
       > Abseilen von Autobahnbrücken ist gefährlich und trifft die Falschen. Ganz
       > anders ist das bei der Besetzung eines Grünen-Büros.
       
   IMG Bild: Protest vorm besetzten Grünen-Büro: Demonstrant*innen diskutieren mit Robert Habeck
       
       Gezielte Regelverletzungen können die Welt voranbringen, das ist eine der
       wichtigsten Gewissheiten des zivilen Ungehorsams. Dass der Staat vor allem
       bei Protesten von links gewaltig überreagiert, ändert daran nichts. Das war
       einst bei den Blockaden von Mutlangen gegen Atomraketen genauso wie jetzt
       bei den Verhaftungen der Leute aus dem [1][Dannenröder Wald], die sich von
       Autobahnbrücken abgeseilt haben, um gegen den [2][Bau der A49] zu
       demonstrieren.
       
       Allerdings: Die Aktion der AktivistInnen aus dem Dannenröder Wald war
       falsch. [3][Autobahnen] sind Hochrisikogebiete. Sie sind gefährlich und im
       wahrsten Sinne des Wortes No-go-Area für die meisten
       VerkehrsteilnehmerInnen. Alles, was über das Anbringen eines Transparents
       an das Geländer einer Autobahnbrücke hinausgeht, muss ein Tabu für
       menschenfreundliche Proteste sein. Denn das ist keine sinnstiftende
       Regelverletzung, sondern einfach nur die Gefährdung anderer. Die
       AdressatInnen sind die falschen: FahrerInnen benutzen Autobahnen, aber sie
       entscheiden nicht, ob sie gebaut werden.
       
       Dass die AktivistInnen mit anderen Protestformen richtig liegen, zeigt die
       Besetzung der Bundesgeschäftsstelle der Grünen am Mittwoch. Hier stimmt
       auch die Adresse. Die Grünen machen es sich in der Diskussion um den
       Dannenröder Wald zu einfach. Auf Bundesebene ein Moratorium für den Bau
       von Autobahnen fordern, aber auf Landesebene in Hessen einfach alles
       mitmachen – das ist eine fragwürdige Arbeitsteilung. Natürlich ist es für
       den kleinen Koalitionspartner einer Landesregierung schwer, ein
       beschlossenes Infrastrukturprojekt zu verhindern, erst recht, wenn der Bund
       dafür zuständig ist. Aber das ist keine Frage von formellen Zuständigkeiten
       und Verwaltungsparagrafen, sondern eine politische. Die Grünen in Hessen
       sind nicht einmal dazu bereit, die Verhinderung des Autobahnausbaus
       ernsthaft zu versuchen, und die ParteifreundInnen im Bund machen ihnen
       keinen Druck. Dass die AktivistInnen etwa von Fridays for Future den Grünen
       das nicht durchgehen lassen, spricht für sie.
       
       28 Oct 2020
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Anja Krüger
       
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