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       # taz.de -- Irisch-polnische Städtepartnerschaft: Homofreundliche Katholiken
       
       > Das irische Fermoy hat die Partnerschaft mit Nowa Dęba aufgekündigt, weil
       > diese sich zur LGBT-freien Zone erklärte. Progressiver als deutsche
       > Städte.
       
   IMG Bild: Kein Städtepartnerschaft mit Nowa Dęba im Polen: Das irischen Fermoy am Fluss Blackwater
       
       Nach 14 Jahren ist Schluss: Die irische Kleinstadt Fermoy hat der
       polnischen Kleinstadt Nowa Dęba die Städtepartnerschaft aufgekündigt. Der
       Grund: Nowa Dęba hat sich zur [1][„LGBT-freien Zonen“ erklärt.]
       
       Diese homo- und transfeindliche Hetzkampagne wurde vor anderthalb Jahren
       von der rechtskonservativen Wochenzeitung Gazeta Polska gestartet. Świdnik
       in Südostpolen war die erste Stadt, die erklärte, Kinder und Familien vor
       „homosexueller Propaganda“ und moralischem Verfall schützen zu wollen.
       Seitdem haben sich rund hundert Ortschaften, [2][fast ein Drittel Polens],
       der Kampagne angeschlossen. Polen ist eins von sechs europäischen Ländern,
       in denen die gleichgeschlechtliche Ehe illegal ist.
       
       In Irland war Homosexualität bis 1993 ein Straftatbestand. Seitdem hat sich
       viel getan. 2015 wurden gleichgeschlechtliche Ehen per Referendum
       legalisiert. Zwei Jahre später wurde Leo Varadkar irischer Premierminister,
       er war erst der vierte offen homosexuelle Regierungschef der Welt.
       
       Im Ausland hält sich jedoch hartnäckig der Eindruck einer „erzkatholischen
       Insel“. Sicher, 78 Prozent der Einwohner sind katholisch, aber es ist
       inzwischen ein „kultureller Katholizismus“. Man tauft die Kinder aus
       Tradition, Kirchenaustritte sind nicht vorgesehen. In Fermoy bezeichnen
       sich sogar 83 Prozent als katholisch. Der Stadtrat wird von den beiden
       konservativen Parteien Fianna Fáil und Fine Gael, die gemeinsam mit den
       Grünen das Land regieren, dominiert.
       
       Aber in sozialen Fragen hat die katholische Kirche schon lange nichts mehr
       zu melden. Noel McCarthy, der dem Ausschuss für Städtepartnerschaften
       angehört, sagte zur Aufkündigung: „Wir müssen uns gegen solche Leute
       wehren. Das kann man doch im Jahr 2020 nicht machen und auch noch damit
       durchkommen.“
       
       In Deutschland ist man weniger zimperlich. [3][300 deutsche Städte haben
       Partnerschaften mit polnischen „LGBT-freien“ Ortschaften] und wollen daran
       festhalten. Zwar distanziert man sich von der Entscheidung der
       Partnerstadt, aber eine Kündigung der Freundschaft sei ein einmaliger
       symbolischer Akt ohne nachhaltige Wirkung, meint zum Beispiel Michael
       Karnetzki, stellvertretender SPD-Bürgermeister von Steglitz-Zehlendorf in
       Berlin.
       
       17 Oct 2020
       
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