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       # taz.de -- Nach Brand im Lager Moria: Aufnahme von 1.500 Geflüchteten
       
       > Angela Merkel und Horst Seehofer wollen nun etwas mehr Menschen aus
       > Griechenland herholen. Nicht alle sollen aus Moria kommen. Unklar ist, ob
       > die SPD dem zustimmt.
       
   IMG Bild: 300 Meter Schlange stehen für Essen, geflüchtete Menschen des abgebrannten Lagers Moria
       
       Berlin dpa/reuters | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister
       Horst Seehofer (CSU) haben sich darauf verständigt, weitere 1.500
       Flüchtlinge von griechischen Inseln nach Deutschland zu holen. Seehofer
       habe der Kanzlerin diesen Vorschlag gemacht, worauf diese zugestimmt habe,
       heißt es aus Regierungs- und Koalitionskreisen. Es gehe um 400 Familien,
       deren Asylersuchen bereits positiv beschieden worden sei. Die Geflüchteten
       kämen nicht nur aus Lesbos und dem dort abgebrannten Lager Moria, wurde
       betont. Dies sei auch der griechischen Regierung wichtig.
       
       Ob die SPD dem zustimmen wird, war zunächst noch offen. Die SPD-Vorsitzende
       Saskia Esken hatte gefordert, Deutschland müsse zusätzlich zu den bereits
       gemachten Hilfsangeboten mehrere Tausend Geflüchtete aus Griechenland
       aufnehmen. Die griechischen Behörden gehen davon aus, dass das seit Jahren
       heillos überfüllte Flüchtlingslager Moria vergangene Woche von
       Bewohner*innen angezündet worden war. Zuvor war die Situation dort
       eskaliert, nachdem mehrere Asylsuchende positiv auf das Coronavirus
       getestet worden waren.
       
       Seehofer hatte am Freitag, 11. September, mitgeteilt, Deutschland werde von
       insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen, die aus Griechenland in andere
       europäische Länder gebracht werden sollen, [1][100 bis 150 Jugendliche
       aufnehmen.] Zudem betonte er, man wolle dann in einem zweiten Schritt mit
       Athen über die Aufnahme von Familien mit Kindern sprechen. Das
       Bundesinnenministerium will eine Delegation nach Lesbos schicken, um zu
       schauen, wer am dringendsten Schutz benötigt. Ziel sei es, bei der Auswahl
       „objektive Kriterien“ anzuwenden, „damit keine unkontrollierbaren
       Folgewirkungen entstehen“, hieß es aus dem Ministerium.
       
       Die griechischen Behörden haben – abgesehen von den 400 unbegleiteten
       Minderjährigen – offiziell bislang nicht um die Aufnahme der nun obdachlos
       gewordenen Menschen in anderen EU-Staaten nachgesucht. Vielmehr begann man
       auf Lesbos mit dem Aufbau eines Zeltlagers, in dem die Migrant*innen erst
       einmal unterkommen sollen. Viele von ihnen zögern jedoch, dort ein Zelt zu
       beziehen. Einige geflüchtete Menschen haben Angst, dort eingesperrt zu
       werden, andere hoffen auf eine Umsiedlung auf das griechische Festland oder
       in ein anderes europäisches Land.
       
       15 Sep 2020
       
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