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       # taz.de -- Innenstadt-Probleme in Berlin: Hotspots der Verwahrlosung
       
       > Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg beklagt zunehmende
       > Verwahrlosung. Längst wird nicht nur in der Gegend um den Görlitzer Park
       > gedealt.
       
   IMG Bild: Mülleimer, der gerade überläuft
       
       Vor einer Bezirkskarte, die mit bunten Punkten beklebt ist, empfängt die
       grüne Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg zur Pressekonferenz.
       „Verwahrlosung im öffentlichen Raum“ ist das Thema. Rote Punkte stehen für
       Partymachen, gelbe für Drogenkonsum, grüne für allgemeine Verwahrlosung,
       blaue für Homeless People. Und alles, sagt Bezirksbürgermeisterin
       [1][Monika Herrmann] am Montag, habe zugenommen.
       
       Die Punkte auf der Karte sind die Hotspots. Immer mehr Obdachlose seien zu
       zählen, alarmierend sei das zunehmende Aufkommen von Menschen mit
       psychischen Problemen. Es dauere zu lange, bis die von Sozialsenatorin Elke
       Breitenbach (Linke) angekündigten Angebote wirksam würden, klagt Herrmann.
       
       Auch was den Umgang mit Drogenkonsum angeht, spart die
       Bezirksbürgermeisterin nicht mit Kritik am rot-rot-grünen Senat. Keines der
       angekündigten Modellprojekte zur Entkriminalisierung sei auf den Weg
       gebracht. Längst werde auch am Südstern, im Böcklerpark, auf dem Kreuzberg
       und auf Friedhöfen mit Drogen gehandelt. Herrmann fordert eine Erhebung,
       damit man „endlich mal einen Überblick“ habe.
       
       Was den Görlitzer Park betrifft, so sei dieser längst nicht mehr nur ein
       Kiffer-Park. Auch Heroin und andere harte Drogen würden dort vertickt. „Das
       kann man nicht mit Sozialarbeitern lösen“. Die Zahl der Drogenhändler an
       sich habe nicht unbedingt zugenommen, aber die Gewaltbereitschaft sei höher
       geworden.
       
       Herrmann beklagt auch die zunehmende Vermüllung des öffentlichen Raums.
       Rund 900.000 Euro werde die Müllbeseitigung dieses Jahr kosten – das sei
       die Hälfte des bezirklichen Gesamtetats für die Pflege und Sauberkeit aller
       Grünlangen. Eine stadtweite Übernahme aller Parks durch die BSR wäre
       wünschenswert, findet sie. Den Görli macht die BSR bereits sauber.
       
       Der vermehrte Müll sei auch dem zunehmenden Verpackungsmüll im Zeichen von
       Corona geschuldet. Aber das sei keine Entschuldigung, findet Herrmann. „Ich
       erwarte von den Leuten, dass sie ihren Dreck wieder mitnehmen“, sagt sie.
       Bisher habe man gedacht, die Touristen seien für den Müll verantwortlich.
       „Aber das ist innerstädtisch ein selbst verursachtes Problem.“
       
       Ihre Verwaltung sei nun dabei, ein Pfandkonzept für Einwegverpackungen zu
       erarbeiten. Gewerbetreibende wolle man damit anhalten, die Verpackungen
       zurückzunehmen. Dazu bräuchte es aber auch die entsprechende Logistik von
       der BSR. Zwingen könne man die gastronomische Betriebe nicht, aber man
       könne mit dem Entzug der Sondernutzungserlaubnis drohen: Im Zuge der
       Pandemie dürfen Lokale vermehrt auch die Bürgersteige nutzen. „Wir brauchen
       mehr Kontrolle“, fordert Herrmann. Gesetze und Regeln müssten auch
       durchgesetzt werden.
       
       Ein bisschen hört sich die Pressekonferenz auch nach einer
       Kapitulationserklärung an. Denn: Nicht alles, was im Bezirk im Argen ist,
       liegt an anderen Zuständigkeiten. Herrmann verweist auf die knappen Mittel,
       die den Bezirken zur Verfügung stehen. Im Übrigen: Mehr Polizei auf der
       Straße – das habe sie schon immer gefordert.
       
       Sieben Jahre ist die Grüne jetzt Bezirksbürgermeisterin. Nächstes Jahr ist
       Schluss. Herrmann will für das Abgeordnetenhaus kandidieren – und sich wohl
       um Verkehrspolitik kümmern.
       
       1 Sep 2020
       
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