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       # taz.de -- CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln: Müsli mit Klimakrise
       
       > Der Petitionsausschuss des Bundestags berät am Montag über eine
       > CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln. Einfache Lösungen gibt es nicht.
       
   IMG Bild: Ein gutes Frühstück: köstlich und gesund – aber auch klimaneutral?
       
       Berlin taz | Wie viel Klimakrise kippe ich mir morgens ins Müsli? Ist mein
       schlechtes Gewissen beim Grillabend wirklich nötig? Auf solche quälenden
       Fragen soll es bald eine Antwort geben, hoffen zumindest die InitiatorInnen
       einer [1][Petition, die am Montag] im zuständigen Ausschuss des Bundestags
       diskutiert wird: eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln.
       
       Das klingt nicht schlecht: Wenn die KundInnen am Kühlregal sehen, wie viel
       CO2 in einem Becher Quark steckt (wegen der Milch und der damit verbundenen
       Methan- und Lachgasemissionen der Rinder), bleibt selbst der VegetarierIn
       das Quarkbällchen in der Kehle stecken. Von Fleisch oder Käse ganz zu
       schweigen.
       
       Schnell greift die klimabewusste KäuferIn da zum Soja- oder Haferdrink. Das
       hofft zumindest die [2][Firma Oatly], die solche Drinks herstellt – und im
       letzten Jahr mit einer großen Werbekampagne diese Petition losgetreten hat.
       „Hey, Bundestag!“, hieß es dann in ganzseitigen Anzeigen, darüber müsse man
       doch mal reden – weil 57.067 Menschen unterschrieben hatten.
       
       Und so soll es am Montag nun kommen. Der Ausschuss wird die Petition hören
       und die Begründung, immerhin mache die [3][Lebensmittelindustrie etwa 25
       Prozent aller Treibhausgase] aus. Und dass man als mündige VerbraucherIn
       doch selbst wählen können solle, was man seinem Mund und der Atmosphäre
       zumutet.
       
       ## CO2-Fußabdruck hängt von vielen Faktoren ab
       
       Zuspruch ist der Idee von vielen Seiten sicher. Viele KlimaschützerInnen
       achten auf weniger Fleisch und tierische Produkte, viele
       WissenschaftlerInnen, die jeden Tag am Klima forschen, essen inzwischen
       vegetarisch. Allerdings weisen ExpertInnen auch darauf hin, dass es so
       einfach dann doch wieder nicht ist mit einer Kennzeichnung. Denn wie groß
       der CO2-Fußabdruck ist, hängt ja auch etwa mit dem Transport zusammen: Ein
       Liter Milch aus Bayern kann da zunächst gute Werte haben – wird er nach
       Hamburg gekarrt, sieht es schon ganz anders aus. Wie soll das ein
       einfaches, leicht zu lesendes Siegel abbilden? Und was ist mit regionalen,
       ökologischen und sozialen Aspekten?
       
       Alles nicht so einfach. Vielleicht haben ja die ExpertInnen bei der
       Anhörung dazu Ideen. Oder es setzen sich nach dem Auftritt im
       Petitionsausschuss mal ein paar schlaue Leute zusammen und machen einen
       Vorschlag. Und sei es nur, um die Stimmung beim Müsli zu retten.
       
       14 Sep 2020
       
       ## LINKS
       
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