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       # taz.de -- Illegale Monarchie-Kritik in Thailand: Facebookgruppe gesperrt
       
       > In Thailand setzt Facebook die vom Regime geforderte Zensur einer
       > monarchiekritischen Gruppe durch, will das aber juristisch bekämpfen.
       
   IMG Bild: ArbeiterInnen zeigen auf einer Demo den Dreifinger-Gruß der Demokratiebewegung in Thailand
       
       Berlin taz | Im südostasiatischen Königreich Thailand ist der Zugang zur
       monarchiekritischen Facebookgruppe „Royalist Marketplace“ seit Montagabend
       gesperrt. Die erst Mitte April eingerichtete virtuelle Gruppe soll mehr als
       eine Million Mitglieder haben.
       
       Mit der Sperrung kam Facebook kur vor Ablauf einer von der autoritären
       Regierung gesetzten Aufforderung nach. Die hatte von Facebook am 10. August
       unter Strafandrohung gefordert, die vom in Japan lebenden thailändischen
       [1][Dissidenten Pavin Chachavalpongpun] gegründete Gruppe innerhalb von 15
       Tagen zu sperren.
       
       Facebooks Zensur löste in Oppositionskreisen und unter Menschenrechtlern
       Entrüstung aus. „Unsere Gruppe ist Teil des Demokratisierungsprozesses, sie
       ist ein Raum für Meinungsfreiheit, sagte Pavin gegenüber Reuters. Facebook
       würde jetzt mit dem autoritären Regime kooperieren, die Demokratie
       behindern und die autoritäre Herrschaft in Thailand festigen. Pavin wurde
       bereits mehrfach von juntanahen Kräften im Ausland, darunter auch in
       Deutschland, [2][drangsaliert].
       
       Doch kündigte der Facebook-Konzern erstaunlicherweise jetzt auch an, gegen
       die Anweisungen, die ihn jetzt zur Zensur gezwungen hätten, vorgehen zu
       wollen. Denn sie „widersprechen dem internationalen Menschenrecht und haben
       einen einschüchternden Effekt auf Menschen, ihre Meinung zu sagen“,
       kritisierte Facebook in einer Erklärung.
       
       ## Regierung gefährdet laut Facebook Investitionen
       
       „Wir arbeiten daran, die Rechte aller Internetnutzer zu schützen und zu
       verteidigen, und bereiten uns darauf vor, die Anordnung juristisch
       anzufechten.“ Facebook nannte aber keine Details, wie es gegen die
       Zensuranordnung der Regierung vorgehen will.
       
       Da Thailand kein Rechtsstaat ist, dürften Facebooks Chancen vor Gericht
       gering sein. Der Konzern verwies zugleich darauf, dass die Regierung mit
       ihrer Anordnung Investitionen im Lande gefährde.
       
       In Thailand ist Kritik an der Monarchie verboten. Ein Gesetz gegen
       Majestätsbeleidigung sieht 15 Jahre Haft vor und wird vom Regime öfter
       genutzt, um Kritiker einzuschüchtern.
       
       Zwar hat der seit 2016 amtierende [3][König Maha Vajiralongkorn]
       signalisiert, dass er weniger Verfahren wegen Majestätsbeleidigung wünscht.
       Doch ist der meist in Bayern lebende Playboy anders als sein verstorbener
       Vater Bhumibol Adulyadej in der Bevölkerung unbeliebt.
       
       ## Wachsende Kritik an der Regierung
       
       Und unter die [4][seit Juli] von Schülern und [5][Studierenden] inzwischen
       in fast täglichen Protesten ausgedrückte Unzufriedenheit mit der
       Putschregierung mischt sich jetzt auch ungewohnte Kritik am Königshaus. Die
       Forderungen reichen dabei von einer Reform bis hin zur Abschaffung der
       Monarchie. Dem Königshaus wird auch vorgeworfen, die Putsche des Militärs
       stets gutgeheißen zu haben.
       
       Der seit dem letzten Putsch 2014 in Kioto lebende und lehrende Dissident
       Pavin gründete noch Montagabend eine neue Facebookgruppe mit ähnlichem
       Namen. Sie soll bereits 450.000 Mitglieder haben.
       
       Während des Lockdowns in der Coronakrise tauschten sich viele
       regierungskritische Thais verstärkt über Pavins damals neue Facebookgruppe
       und andere soziale Medien aus. Das dürfte die regimekritischen Proteste
       nach den Lockerungen mit angeheizt haben, weshalb die Regierung jetzt gegen
       Pavins Gruppe vorgeht. Zugleich mobilisiert die Regierung Anhänger des
       Königshauses.
       
       25 Aug 2020
       
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   DIR Sven Hansen
       
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