URI:
       # taz.de -- FFF-AktivistInnen auf Parlamentskurs: Fridays for Future sucht Strategie
       
       > Einige der KlimaaktivistInnen wollen für den Bundestag kandidieren. Das
       > sorgt für Streit bei FFF – und offenbart, dass ein politisches Konzept
       > fehlt.
       
   IMG Bild: Viele wollen mehr als die Parteien in ihren Wahlprogrammen. FFF-Demo im Juni 2020 in Berlin
       
       Bei [1][Fridays for Future gibt es wieder Streit]. Da hatte sich ein Teil
       der Bewegung gerade erst vergangene Woche darüber geärgert, dass sich Greta
       Thunberg, Luisa Neubauer und zwei belgische Mistreiterinnen [2][mit Angela
       Merkel getroffen] haben – schon geben einige führende FFF-Gesichter ihre
       Bundestagskandidatur bekannt. Geht das, wenn die Parteien ihre
       Parteiprogramme (noch) nicht am Paris-Abkommen ausgerichtet haben?
       
       Die Schulstreikbewegung steht vor einem Strategieloch. In den vergangenen
       zwei Jahren hat die Bewegung eigentlich Unvorstellbares auf die Beine
       gestellt. Was als Schulstreik begann, hat zwischenzeitlich Millionen von
       Menschen auf die Straßen getrieben. Über mangelnde Beliebtheit kann sich
       Fridays for Future kaum beklagen.
       
       Jetzt aber sind solche Großdemonstrationen durch die Coronapandemie seit
       Monaten unmöglich, auch wenn die Bewegung Ende September unter
       Hygieneauflagen einen neuen Versuch starten will. Und außerdem: Fridays for
       Future reißt zwar viele Menschen mit, die Klimapolitik bislang aber nicht
       herum. Das sorgt für Frustration in den eigenen Reihen. Dass nun einige
       Aktivist:innen von der Straße in den Bundestag wechseln wollen, ist eine
       Antwort auf dieses Strategieloch. Andere fordern, dass sich Fridays for
       Future auch über das Schulstreiken hinaus in zivilem Ungehorsam üben
       sollte.
       
       Diese Debatte ist überfällig. Bisher hat sich Fridays for Future vor allem
       darauf konzentriert, die eigene Basis auszubauen. Dazu passt das
       Demonstrieren als unkomplizierte Protestform. Dazu passt aber auch der
       Leitsatz: Hört auf die Wissenschaft. Das ist der kleinste gemeinsame Nenner
       im demokratischen Spektrum, lenkt aber von den [3][politischen Kernfragen
       hinter Klimaschutz und Klimakrise] ab. Dass es dazu bei den aktiven
       Fridays-for-Future-Aktivist:innen – und erst recht bei den vielen
       Unterstützer:innen – unterschiedliche Meinungen gibt, ist klar. Dass es bei
       der Aushandlung einer neuen Strategie auch mal kracht, ebenso.
       
       25 Aug 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Klima-Aktivistinnen-treffen-Merkel/!5708797
   DIR [2] /Greta-Thunberg-bei-der-Kanzlerin/!5702964
   DIR [3] /Thunberg-und-Neubauer-im-Kanzleramt/!5708566
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Susanne Schwarz
       
       ## TAGS
       
   DIR IG
   DIR Greta Thunberg
   DIR Schulstreik
   DIR Schwerpunkt Fridays For Future
   DIR Bundestag
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
   DIR klimataz
   DIR Klimaschutzziele
   DIR Schwerpunkt Fridays For Future
   DIR Hamburg
   DIR Schwerpunkt Angela Merkel
   DIR Schule
   DIR Schwerpunkt Fridays For Future
   DIR Greta Thunberg
   DIR Schwerpunkt Klimawandel
   DIR Schwerpunkt Fridays For Future
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
   DIR AktivistInnen gründen Politplattform: Wie einst die Grünen
       
       Junge Klimapolitiker*innen vernetzen sich, um leichter in die
       Parlamente einziehen zu können. Enttäuscht sind einige von die Grünen.
       
   DIR Neues Hamburger Forschungskolleg: Zwischen Akademie und Aktivismus
       
       In Hamburg entsteht ein neues Wissenschaftskolleg. „The New Institute“ soll
       angesichts der Klimakrise eine Plattform auch für Aktivist*innen werden.
       
   DIR EU kann Klimaschutz: Wird Merkel doch Klimakanzlerin?
       
       Die Europäische Union hat die notwendigen klimapolitischen Instrumente. Sie
       müssen nur verschärft werden.
       
   DIR Umweltschutz an Schulen in Deutschland: Eine Honigsemmel vom Imker
       
       Auch dank Fridays For Future sind Umweltschulen sehr beliebt. Bei den
       Labels für nachhaltige Bildungsstätten gibt es aber große Unterschiede.
       
   DIR Fridays for Future campt in Hamburg: Schlafen erlaubt – aber nur kurz
       
       Beim Camp von Fridays for Future in der Hamburger Innenstadt haben die
       Aktivist*innen Lockerungen der strengen Beschränkungen erwirkt.
       
   DIR Greta Thunberg bei der Kanzlerin: Zwei Frauen, die sich ähneln
       
       Sowohl Kanzlerin Merkel als auch Aktivistin Thunberg wollen den
       Klimakollaps verhindern. Wie das konkret klappen kann, können aber beide
       nicht sagen.
       
   DIR Klima-Aktivistinnen treffen Merkel: Realpolitik trifft Realismus
       
       Vier Klima-Aktivistinnen fordern von Bundeskanzlerin Merkel mehr Handeln in
       Sachen Klimaschutz. Die Kanzlerin will vielleicht mutiger werden.
       
   DIR Thunberg und Neubauer im Kanzleramt: FFF sauer über Frontfrauen
       
       Das Treffen der Klimaaktivistinnen mit der Kanzlerin am Donnerstag sorgt
       für heftige Kritik in der Bewegung. Einige Ortsgruppen distanzieren sich.