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       # taz.de -- Aktivistin über Indigene in Brasilien: „Mercosur-Abkommen stoppen“
       
       > Brasiliens Präsident Bolsonaro schade Indigenen durch Umweltzerstörung,
       > so Juliana Miyazaki. Sie ist Referentin der Gesellschaft für bedrohte
       > Völker.
       
       taz: Frau Miyazaki, Sonntag ist der Internationale Tag der indigenen
       Völker. Wie ist die Situation der Indigenen in [1][Brasilien]?
       
       Juliana Miyazaki: Präsident Jair Bolsonaro und seine Minister haben sich
       [2][stets gegen die Interessen der Indigenen] gestellt. Umweltschutzregeln
       werden aufgeweicht, [3][der Raubbau im Amazonas-Regenwald] wird ermutigt
       und unterstützt. Das führt zum Verlust der Lebensgrundlage der Indigenen.
       
       Warum haben Sie am Freitag vor dem Bundeskanzleramt in Berlin protestiert? 
       
       Wir waren vor dem Kanzleramt, um an die deutsche Regierung zu appellieren,
       das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen in der jetzigen Fassung nicht zu
       ratifizieren. Durch das Abkommen wird das Agrobusiness gefördert. Das führt
       zu mehr Entwaldung und Zerstörung der Lebensgrundlage der Indigenen.
       Landraub, Invasionen, Gewalt und Verschmutzung von Boden und Wasser sind
       somit direkte Folgen des Abkommens. Erst wenn Umweltstandards wirksam
       garantiert werden, indigene Rechte durchgesetzt und Verstöße dagegen
       effektiv verfolgt werden, wäre so ein Abkommen vertretbar.
       
       Wie kann man in Deutschland den Widerstand der Indigenen unterstützen? 
       
       Man kann als Zivilgesellschaft Druck auf die deutsche Regierung ausüben,
       das Abkommen in der jetzigen Form zu stoppen. Durch das Abkommen würden
       mehr Primärprodukte wie Fleisch, Soja und Ethanol nach Europa exportiert
       werden. Deshalb hat auch das individuelle Konsumverhalten eine Bedeutung.
       Eine wichtige Rolle spielen deutsche Unternehmen, die in Brasilien
       Geschäfte machen. Wir glauben daher, dass ein Lieferkettengesetz sinnvoll
       wäre. Damit könnte garantiert werden, dass Lieferketten sauber bleiben und
       indigene Rechte nicht verletzt werden.
       
       Neben der Umweltzerstörung und Gewalt macht sich auch das Corona-Virus in
       indigenen Gebieten breit. Fürchten Sie eine Zerstörung des indigenen Lebens
       in Brasilien? 
       
       [4][Durch Corona drohen, ganze Völker ausgelöscht zu werden]. Über 23.000
       Indigene sind bereits mit dem Virus infiziert, 645 sind verstorben. 148
       Völker sind schon von Covid-19 betroffen – das ist fast die Hälfe aller
       Völker. Die Bolsonaro-Regierung heizt die Situation an, indem sie
       Eindringlinge dazu ermutigt, immer weiter in indigene Territorien
       vorzudringen, um Gold zu suchen und Holz zu fällen. So wird das Virus auch
       in abgelegene Regionen eingeschleppt.
       
       9 Aug 2020
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Niklas Franzen
       
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