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       # taz.de -- Berliner Bausenatorin tritt zurück: Ein kluger Rückzug
       
       > Die Berliner Bausenatorin Lompscher musste gehen, um den Blick auf ihre
       > Politik nicht zu verstellen. Ihr Nachfolger muss retten, was zu retten
       > ist.
       
   IMG Bild: Hat nicht lange gefackelt: Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher ist zurückgetreten
       
       Worum es geht, kann man an den Reaktionen ablesen. Weil Berlins
       [1][Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher zurückgetreten] ist, lässt
       die Spekulantenlobby von CDU, FDP bis AfD die Korken knallen. Endlich ist
       sie weg, diese Linke mit ihrem Mietendeckel.
       
       Genau deshalb ist es einerseits äußerst schade, dass Berlin eine solche
       [2][Haltung zeigende Politikerin] verliert. Und andererseits ist es ein
       großes Glück für die MieterInnenbewegung – weit über die Hauptstadt hinaus.
       Denn sie ist ein Symbol – für beide Seiten.
       
       Hätte Lompscher ihre zweifelsohne fehlerhafte Verrechnung ihrer Bezüge bei
       landeseigenen Unternehmen nicht umgehend eingestanden und ihren Rücktritt
       eingereicht, hätte [3][dieser vergleichsweise kleine Makel] fortan jede
       ihrer politischen Handlungen überschattet. Sie musste zur Seite treten, um
       den Blick auf ihre Politik nicht zu verstellen. Eine NachfolgerIn kann nun
       versuchen zu retten, was noch zu retten ist.
       
       Lompscher wäre angreifbar geworden. Wer sich wie sie aus dem Fenster lehnt,
       um tatsächlich linke Politik einer Umverteilung von oben nach unten
       durchzusetzen, steht eh schon hart im Gegenwind. Selbst aus dem eigenen
       Umfeld. Vom Koalitionspartner SPD, der sich bis heute schwertut, den Geruch
       eines Baulobbybuddys loszuwerden. Oder von den Grünen, die – abgesehen von
       einzelnen Kreuzberger Kämpfern – im Zweifel doch eher vom ökologisch
       korrekten Eigenheim für die gehobene Mittelschicht träumen.
       
       Das unterscheidet Lompscher auch von Politikerkollegen wie Verkehrsminister
       Andreas Scheuer (CSU) oder CDU-Jungspund Philipp Amthor. Die können alle
       Skandale an sich abperlen lassen, weil sie genau die Politik veranstalten,
       die von ihrem Umfeld gewünscht wird. Ihr gemeinwohlausbeutendes Agieren ist
       Programm. Lompscher hingegen musste abtreten, damit ihr
       gemeinwohlorientertes Programm nicht scheitert.
       
       3 Aug 2020
       
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   DIR Gereon Asmuth
       
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