# taz.de -- Trump entsendet Bundespolizei: Kriegserklärung an die Städte
> Trump hat politisch auf der ganzen Linie versagt, seine Popularität
> befindet sich im freien Fall. Jetzt wütet er mit den Methoden einer
> Diktatur.
IMG Bild: Instrument der Wut: Bundespolizisten im Dienste Trumps in Portland
Der Montag war ein historischer Aktionstag in den USA. Die Gewerkschaften
organisierten einen politischen Streik, trotz Pandemie verlangten die
Menschen quer durchs Land auf den Straßen die Fortsetzung der finanziellen
Unterstützung für die zig Millionen von Corona-Arbeitslosen, staatliche
Krankenversicherungen für alle und ein Ende der vielen Formen von
Rassismus.
Doch am Dienstag ist wieder nur Trump in allen Schlagzeilen. Und er ist es
nicht etwa mit Reaktionen auf die täglich wachsende Kritik an seiner
Politik. Sondern mit einem neuen Ablenkungsmanöver: Dieses Mal versucht
Trump es mit einer offenen Kriegserklärung an die Städte. Er droht ihnen,
seine Bundespolizei zu schicken. Die Generalprobe hat er [1][bereits in
Portland, Oregon], vorexerziert. Dort sind Bundespolizisten seit Tagen
gegen den erklärten Willen der gewählten örtlichen PolitikerInnen im
Einsatz. In einem Vorgehen, das an Diktaturen erinnert, kommen sie in nicht
gekennzeichneten Fahrzeugen, [2][tragen keine Identifizierungen, setzen
Gewalt ein und nehmen DemonstrantInnen ohne Angabe von Gründen mit].
Wie an anderen Orten, wo autoritäre Regime ihre GegnerInnen loswerden
wollen, [3][behauptet auch Trump], er wolle Gefahren für die öffentliche
Sicherheit abwenden. Zugleich macht er nicht einmal selbst einen Hehl
daraus, dass er die Eskalation dorthin tragen will, wo er nichts zu
verlieren hat: in den demokratisch regierten großen Städten des Landes.
Dort gewinnen RepublikanerInnen schon lange keine Wahlen mehr. Aber dort
glaubt er das erreichen zu können, was ihm für seine Wiederwahl nötig
erscheint: seiner Basis zeigen, dass er ein starker Mann ist.
Trump hat politisch auf der ganzen Linie versagt: in der Pandemie, auf dem
Arbeitsmarkt sowie auf internationalem Parkett. Jetzt befindet sich seine
Popularität – endlich! – im freien Fall. Und jetzt rührt sich – endlich! –
Widerstand im Innern der Republikanischen Partei. Das kündigt seine
Wahlniederlage im November an. Aber es macht ihn zugleich so gefährlich und
unberechenbar wie ein verwundetes Raubtier. Er wütet.
22 Jul 2020
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## AUTOREN
DIR Dorothea Hahn
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