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       # taz.de -- +++ Corona News am 8. Juni+++: Hamburgs Kitas öffnen für alle
       
       > Männer machen in der Krise mehr Haushaltsarbeit, aber Frauen noch mehr.
       > Italien legt Corona-Anleihe auf. Die Nachrichten zum Coronavirus im
       > Live-Ticker.
       
   IMG Bild: Vor dem Essen, nach dem Essen und nach jeglicher Berührung: Händewaschen nicht vergessen
       
       Den Live-Ticker bearbeitet [1][Anselm Denfeld].
       
       Landesbibliothek Oldenburg meldet Ausleihrekord 
       
       15.52 Uhr: Die Landesbibliothek Oldenburg hat im Mai 2020 einen neuen
       Ausleihrekord erzielt. Trotz coronabedingter Einschränkungen habe die
       Landesbibliothek in diesem Mai 4,6 Prozent mehr gedruckte Bücher
       ausgeliehen als im Vergleichsmonat 2019 und sogar 13,9 Prozent mehr als im
       Mai 2018, teilte die Bibliothek am Montag mit. Bei der Nutzung von E-Books
       gab es im März und April, als die Bibliothek wegen des Covid-19-Virus
       einige Wochen geschlossen war, sogar einen Zuwachs von mehr als 160 Prozent
       gegenüber dem Vorjahr.
       
       „Dieser Ausleihrekord zeigt, wie groß der Bedarf an Sach- und Fachliteratur
       und an fundierten Informationen in der Bevölkerung gerade in diesen
       schwierigen Zeiten ist“, sagte Bibliotheksleiterin Corinna Roeder. Aufgrund
       der hohen Nachfrage werde die Bibliothek künftig auch am Samstagvormittag
       öffnen. Noch bis zum 30. Juni sei die Online-Anmeldung für die Nutzung
       elektronischer Medien kostenlos. (epd)
       
       Männer machen mehr, Frauen noch mehr 
       
       15.17 Uhr: Eine Auswertung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
       ergibt, dass zwar auch Männer mehr Zeit mit Haushalt und Erziehung
       verbringen, ein Großteil der Arbeit aber noch immer von Frauen erledigt
       wird.
       
       Frauen verbrachten demnach im April an Werktagen durchschnittlich 7,6
       Stunden mit der Kinderbetreuung, bei den Männern waren es 4,2 Stunden. 2019
       verbrachten die Frauen an Werktagen durchschnittlich 5,3 Stunden mit
       Kinderbetreuungsarbeit, während das bei Männern ungefähr zwei Stunden lang
       der Fall war, wie Autorin Sabine Zinn berichtet. Mit Hausarbeit verbrachten
       die Frauen im Vergleichszeitraum 2019 im Schnitt täglich 2,1 Stunden, die
       Männer knapp eine Stunde. Bei beiden Elternteilen erhöhte sich der Aufwand
       in der Krise um je eine halbe Stunde pro Tag.
       
       Für die Studie wurden Daten des Sozioökonomischen Panels ausgewertet. Für
       2019 wurden die Angaben von rund 7.700 Personen genutzt und Geschlecht als
       binär angenommen. Für die Corona-Zeit im April 2020 wurden Angaben von rund
       1.543 Personen ausgewertet. (dpa)
       
       BP streicht 10.000 Stellen in der ganzen Welt 
       
       15.10 Uhr: Der Ölkonzern BP hat angesichts der anhaltenden Auswirkungen der
       Corona-Pandemie einen Abbau von weltweit 10.000 Stellen angekündigt. Es
       handele sich um Büroarbeitsplätze, sagte Vorstandschef Bernard Looney am
       Montag. Der Abbau werde größtenteils im laufenden Jahr erfolgen. Der
       Konzern beschäftigt bislang weltweit 70.000 Mitarbeiter. Es wird erwartet,
       dass besonders die höheren Ränge betroffen sein werden. Das Unternehmen
       kündigte an, seine Führungsstruktur flacher zu machen.
       
       BP hat mitgeteilt, bis 2050 alle Kohlendioxidemissionen des eigenen
       Betriebs und des an die Kunden verkauften Öls und Erdgases zu eliminieren
       oder auszugleichen. Dieses ambitionierte Ziel resultiert aus dem Druck, zur
       Bekämpfung des Klimawandels beizutragen und gleichzeitig weiterhin Geld zu
       verdienen. Die Pandemie lastet schwer auf der Branche, [2][da die Krise die
       Nachfrage nach Öl, Gas und anderen Energieträgern gebremst hat]. (dpa)
       
       „Aktion Künstlerbrot“ soll Kulturschaffende unterstützen 
       
       14.31 Uhr: Mit einer Postkartenaktion wollen Künstler:innen die
       Kulturminister:innen aller Bundesländer auf die mangelhaften Corona-Hilfen
       für Kunstschaffende und Kreative hinweisen. Unter dem Motto „Aktion
       Künstlerbrot“ sollen eigens gestaltete Postkarten an die jeweiligen
       Minister gesendet werde, teilten die Initiatoren Jürgen Strasser und Björn
       Herrmann am Montag in Worpswede mit.
       
       Auf den Postkarten befinde sich die Aufforderung an die zuständigen
       Minister:innen mit der Aufforderung, die Corona-Hilfen für Künstler und
       Kreative nachzubessern. Die „Aktion Künstlerbrot“ setzt den Angaben zufolge
       auf eine massenhafte Verteilung von Postkarten, die von Unterstützern an
       die Ministerien geschickt werden und such noch Verteiler:innen und
       Multiplikator:innen. (epd)
       
       Insider: Hilfen für kleinere Startups in Deutschland bereit 
       
       13.50 Uhr: Auch kleinere durch die Pandemie in Not geratene Startups können
       nun auf Hilfsgelder des Bundes zurückgreifen. Die KfW stelle den
       zuständigen Landesförderinstituten ab sofort Mittel für Finanzierungshilfen
       zur Verfügung, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der
       Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Diese könnten von Firmen beantragt
       werden, die weniger als 75 Millionen Euro im Jahr umsetzten. Unter
       Einhaltung der Kleinbeihilferegelung könnten Unterstützungen bis zu 800.000
       Euro pro Unternehmen genehmigt werden.
       
       Damit steht nun auch die zweite Säule des Hilfspakets für Startups. Die
       erste besteht aus einer sogenannten Corona Matching Fazilität, ist seit
       Mitte Mai abgerufen werden kann. Dabei werden privaten Wagniskapitalgebern
       öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt, die diese in einem bestimmten
       Verhältnis aufstocken und damit dann Startups in
       Finanzierungsschwierigkeiten helfen. Wegen der Pandemie und der erwarteten
       Rezession [3][fürchtet eine Mehrzahl der Startups um ihre Existenz]. Die
       lange Anlaufzeit der Programme hat in der Branche für Kritik gesorgt.
       
       ## Moskau will im Juni weitestgehend lockern
       
       13.39 Uhr: In Moskau sollen noch im Laufe des Juni alle größeren
       Einschränkungen wegfallen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen
       wurden. Ab Dienstag dürften zunächst Schönheitssalons und Tierarztkliniken
       wieder öffnen, Museen und die Außenbereiche von Cafes dürfen ab dem 16.
       Juni folgen, wiederum eine Woche darauf sollen Sporthallen und Restaurants
       wieder zugänglich sein, teilt Bürgermeister Sergej Sobjanin auf seiner
       persönlichen Internetseite mit. (rtr)
       
       ## Hamburgs Kitas ab 18. Juni in eingeschränktem Regelbetrieb
       
       13.32 Uhr: Nach monatelangen Corona-Einschränkungen dürfen in Hamburg vom
       18. Juni an wieder alle Kinder die Kindertagesstättenbesuchen. In Absprache
       mit den Trägern solle in einem eingeschränkten Regelbetrieb zunächst eine
       Betreuung von 20 Stunden pro Woche möglichst an drei Wochentagen
       gewährleistet werden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard, SPD, am
       Montag. (dpa)
       
       Italien legt Corona-Anleihe für Kleinanleger auf 
       
       13.11 Uhr: Die italienische Regierung will ihre Maßnahmen gegen die
       wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie mit einer neuen Anleihe
       speziell für Kleinanleger finanzieren. Das Papier mit dem Namen „BTP
       Futura“ soll vom 6. bis 10. Juli erstmals zum Kauf angeboten werden, wie
       das Finanzministerium am Montag in Rom mitteilte. Die Laufzeit soll
       zwischen acht und zehn Jahren betragen. Wer das neue Papier bis zum Ende
       der vorgesehenen Laufzeit hält, soll mit einer Treueprämie belohnt werden,
       die wiederum an die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes gekoppelt wird.
       
       Italien gehört zu den am schwersten von der Epidemie getroffenen Ländern.
       Das Bruttoinlandsprodukt fiel von Januar bis März um 5,3 Prozent zum
       Vorquartal und damit so stark wie noch nie seit dem Beginn dieser
       Datenreihe 1995. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im
       ersten Quartal lediglich um 2,2 Prozent. (rtr)
       
       Studien: Corona-Maßnahmen verhinderten viele Tote 
       
       12.46 Uhr: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben
       Analysen zufolge allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai etwa 3,1
       Millionen [4][Todesfälle verhindert]. Der großangelegte Lockdown samt
       Grenzschließungen, Kontaktsperren und Schulschließungen habe eine Kontrolle
       des Pandemie-Verlaufs ermöglicht, berichtet ein britisches Forscherteam um
       Seth Flaxman vom Imperial College London (Großbritannien) nach der Analyse
       der Todesfallzahlen im Fachmagazin Nature. Wenn der gegenwärtige Trend
       anhalte, bestehe Anlass zu Hoffnung.
       
       Bis zum 6. April hätten die Maßnahmen rund 530 Millionen Infektionen allein
       in sechs Ländern verhindert, berichtet ein zweites Forscherteam ebenfalls
       in Nature. Sie hatten den Infektionsverlauf bis zu diesem Stichtag in
       China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert. „Ich
       denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit
       so viele Leben gerettet“, sagte Studienleiter Solomon Hsiang von der UC
       Berkeley (USA). (dpa)
       
       Bund Deutscher Karneval will im November wieder feiern 
       
       12.23 Uhr: Der Bund Deutscher [5][Karneval (BDK) will trotz Corona auch im
       kommenden Winter feiern]. Die sogenannte närrische Session 2020/21, die am
       11. November beginnt, werde nicht abgesagt.
       
       Die Entwicklung der Pandemie sei regional so unterschiedlich, dass jeder
       Karnevalsverein selbst entscheiden müsse, wie er auf die Lage reagiere,
       sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess am Montag im saarländischen Bexbach..
       Es gebe bereits einige Vereine, die ihre Veranstaltungen abgesagt hätten –
       wie beispielsweise in Ludwigshafen oder in Euskirchen. Das sei zu
       akzeptieren. Man könne aber statt einer Komplett-Absage auch nach neuen
       Modellen und alternativen Formen suchen, sagte Fess. (dpa)
       
       Pakistanische Krankenhäuser schlagen Alarm 
       
       12.20 Uhr: Krankenhäuser in Pakistan haben vor einem akuten Bettenmangel in
       der Coronakrise gewarnt. Ärzte in Kliniken der Millionenstadt Lahore in der
       Provinz Punjab sagten der Nachrichtenagentur AFP, ihnen gingen die Betten,
       Beatmungsgeräte und andere wichtige Geräte aus. Khizer Hayat, Vorsitzender
       einer Ärztevereinigung in Punjab, berichtete von ähnlichen Problemen auch
       in anderen Städten. In der südlichen Hafenstadt Karachi wurden
       Covid-19-Kranke sogar wegen Überfüllung von Kliniken abgewiesen.
       
       In den vergangenen Wochen war die Zahl der Corona-Fälle in dem Land mit
       mehr als 210 Millionen Einwohnern stark angestiegen. Mehr als 2000 Menschen
       starben an den Folgen der Infektion. Am Montag stieg die Zahl der
       Coronavirus-Infektionen nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf mehr als
       100.000. Der Leiter des nationalen Coronavirus-Arbeitsstabs, Asad Umar,
       kündigte am Montag die Einrichtung von 1000 zusätzlichen Krankenhausbetten
       in den größten Städten des Landes an. (afp)
       
       Bundesregierung: Regeln auch bei Demos einhalten 
       
       12.01 Uhr: Die Bundesregierung pocht darauf, dass auch bei Demonstrationen
       wie zuletzt gegen Rassismus die Corona-Regeln eingehalten werden müssen. Es
       müssten Schutzmasken getragen und der Mindestabstand eingehalten werden,
       was vielfach nicht geschehen sei, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert.
       „Natürlich ist es ungewohnt, bei Demonstrationen den Abstand einzuhalten,
       aber es ist möglich.“ [6][Das klare Bekenntnis gegen Rassismus] sei
       richtig, aber dicht gedrängte Menschenmengen seien momentan ein
       gesundheitliches Risiko. (rtr)
       
       ## Heiko Maas macht erste Fernreise seit Pandemie-Beginn
       
       11.50 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas plant diese Woche erstmals seit
       der Coronavirus-Krise eine Dienstreise außerhalb Europas. Er werde Israel
       und Jordanien besuchen, sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Dabei
       werde es um den Nahost-Konflikt gehen. (rtr)
       
       FDP wirft Spahn Planungspannen bei Corona-App vor 
       
       11.27 Uhr: Die FDP hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schwere
       Planungspannen bei der [7][Entwicklung der geplanten Corona-App]
       vorgeworfen. Mit seinem „Zickzack-Kurs“ habe Spahn „digital- und
       gesundheitspolitischen Schaden“ angerichtet, sagte FDP-Fraktionsvize
       Michael Theurer am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Spahn habe „viel Zeit
       verspielt“, weil er bei der App zunächst auf eine zentrale Speicherung
       gesetzt hatte, dieses Vorhaben später aber revidieren musste. (afp)
       
       „Sea-Watch 3“ wieder im Mittelmeer im Einsatz 
       
       11.24 Uhr: Nach mehr als drei Monaten Zwangspause ist die „Sea-Watch 3“
       wieder im Einsatz. Das Seenotrettungsschiff startete am Wochenende vom
       italienischen Messina aus Richtung libyscher Küste und patrouillierte am
       Montag zwischen Libyen und Malta, wie Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer
       dem epd sagte. Nach einem Rettungseinsatz im Februar stand das Schiff
       zunächst zwei Wochen unter Quarantäne. Als die „Sea-Watch 3“ wieder bereit
       zum Auslaufen war, bremste der Corona-Lockdown die Retter aus.
       
       In den vergangenen Monaten habe kein [8][privates Rettungsschiff im
       Mittelmeer] eingesetzt werden können, beklagte Neugebauer. „Auch unsere
       Flugzeuge konnten nicht fliegen“, sagte der Sea-Watch-Sprecher. „Dadurch
       wissen wir auch nicht, was wirklich passiert ist.“ Die Retter gingen
       beispielsweise davon aus, dass sehr viel mehr Flüchtlinge auf dem Meer
       zurückgedrängt wurden als bekanntgeworden sei. (epd)
       
       Insolvenzen sinken trotz Krise – Antragspflicht ausgesetzt 
       
       10.51 Uhr: Trotz der Rezession wegen der Pandemie ist die Zahl der
       Firmenpleiten in Deutschland zuletzt gesunken. Grund sei, dass die
       Insolvenzantragspflicht für Unternehmen in der Coronakrise seit dem 1. März
       bis Ende September ausgesetzt sei, teilte das Statistische Bundesamt am
       Montag mit. Vorläufige Zahlen zu den eröffneten Regelinsolvenzen zeigten,
       dass es im Mai binnen Jahresfrist einen Rückgang um fast 15 Prozent gab.
       „Die durch die Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung verursachte
       wirtschaftliche Krise spiegelt sich somit auch im Mai nicht“ in den Daten
       wider. Im gesamten ersten Quartal sank die Zahl der Firmenpleiten demnach
       um 3,7 Prozent auf 4.683. Die Verbraucherinsolvenzen fielen um gut neun
       Prozent auf 15.095.
       
       Vor allem Restaurants und Unternehmen aus Tourismus und Luftfahrt sind in
       ihrer Existenz bedroht. Der Branchenverband Dehoga hat wiederholt gewarnt,
       rund ein Drittel der Firmen im Gastgewerbe stünden vor der Insolvenz. (rtr)
       
       Altmaier bedauert Fehlen einer allgemeinen Autokaufprämie 
       
       10.51 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU, bedauert den
       [9][Verzicht auf eine allgemeine Autokaufprämie im Konjunkturpaket der
       Bundesregierung]. „Für Baden-Württemberg, das Saarland oder Rheinland-Pfalz
       wäre es besonders wichtig gewesen, dass man eine Schlüsselindustrie
       stärkt“, sagte der Minister am Montag im Südwestrundfunk. Stattdessen wird
       die bestehende Prämie des Bundes für Elektro- und Hybrid-Autos mit einem
       Nettolistenpreis bis 40.000 Euro von 3.000 auf 6.000 Euro erhöht.
       
       Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken verteidigte die Entscheidung gegen eine
       Kaufprämie für Neuwagen mit Verbrennungsmotor. Es stehe außer Zweifel, dass
       die Automobilindustrie und ihre Zulieferer als Schlüsselindustrie
       unterstützt werden müssten, sagte sie im Bayerischen Rundfunk. (dpa)
       
       Ryanair schert sich nicht um britische Quarantäne 
       
       10.10 Uhr: Angesichts der steigenden Buchungszahlen will der irische
       Billigflieger Ryanair keine Flüge wegen der ab sofort geltenden britischen
       Corona-Quarantäneregeln streichen. [10][Die ab 1. Juli geplanten Abflüge
       aus dem Vereinigten Königreich] seien voll ausgelastet, sagte Ryanair-Chef
       Michael O'Leary am Montag. „Die Briten ignorieren diese Quarantäne, denn
       sie wissen, die ist Quatsch.“ Um eine zweite Krankheitswelle zu verhindern,
       gilt ab Montag für alle nach Großbritannien Einreisenden eine zweiwöchige
       Quarantänepflicht.
       
       Die Billigflieger Ryanair und Easyjet sowie der britisch-spanische
       Luftfahrtkonzern IAG haben gegen die Quarantäneregel protestiert. In einem
       Brief an die Regierung, der Reuters vorlag, drohen sie mit rechtlichen
       Schritten dagegen. Seit März steht der weltweite Flugverkehr wegen der
       Coronavirus-Pandemie weitgehend still. Viele Airlines hoffen auf eine
       Erholung ab Juli. Doch die Regeln auf der Insel könnten dies erschweren.
       Die Briten buchten wieder fleißig, doch der Tourismus im eigenen Land werde
       durch die Bestimmung erschlagen, warnte der Ryanair-Chef. (rtr)
       
       Indien lockert trotz Tausender Neuinfektionen 
       
       9.33 Uhr: Indien hat seine [11][Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen trotz
       stark steigender Infektionen weiter gelockert]. Die Grenzen zwischen den
       Unionsstaaten wurden am Montag wieder geöffnet. Zuvor durften bereits
       Geschäfte und Fabriken wieder öffnen. Auch der Zug- und Linienflugverkehr
       sind teilweise schon wieder aufgenommen worden. Die Schulen waren noch
       geschlossen.
       
       Zugleich meldete das Gesundheitsministerium am Montag 9.983 Neuerkrankungen
       und 206 Todesfälle mit dem Virus Sars-CoV-2. Die offizielle Gesamtzahl der
       Infektionen stieg damit auf mehr als 256.000, die der Toten auf 7.135. Die
       Zahl der Neuinfektionen nimmt zu, seit die Regierung ihre Restriktionen
       gelockert hat. (dpa)
       
       Spahn will Corona-App kommende Woche vorstellen 
       
       9.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU, will die Corona-App
       kommende Woche der Öffentlichkeit vorstellen. Dass in Deutschland eine
       solche App im Vergleich zu anderen europäischen Ländern später kommt,
       begründete der Minister in einem Interview mit der Düsseldorfer Rheinischen
       Post mit den strengen Anforderungen an die Datensicherheit und den
       Datenschutz. Sie müsse auf allen Endgeräten genutzt werden können und
       energieeffizient arbeiten. „Eine App, die in wenigen Stunden den Akku des
       Handys leerzieht, nutzt keiner.“
       
       Eine gesetzliche Regelung für die Freiwilligkeit der App-Nutzung hält Spahn
       nicht für erforderlich und verwies in der Zeitung auf die
       Datenschutzgrundverordnung als „klare, gesetzliche Grundlage“. Dort sei
       alles Notwendige, etwa zur Freiwilligkeit und zu ausdrücklichen
       Einwilligung für jede Nutzung der Daten, eindeutig geregelt. Mit Blick auf
       die Beteiligungsquote unter Bürgerinnen und Bürgern sagte Spahn, er sei
       zufrieden über einige Millionen Nutzer in den kommenden Wochen. (epd)
       
       Massenproteste in Brasilien gegen Präsident Bolsonaro 
       
       7.59 Uhr: In Brasilien sind [12][Tausende Menschen aus Protest gegen den
       rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen]. In
       mindestens elf Hauptstädten der Bundesstaaten fanden am Sonntag
       Demonstrationen statt, wie die Tageszeitung Estado de São Paulo berichtete.
       Die größten Proteste gab es in der Hauptstadt Brasília sowie in São Paulo
       und Rio de Janeiro. Die Demonstranten hielten Plakate mit der Aufschrift
       „Fora Bolsonaro“ („Weg mit Bolsonaro“) hoch und protestierten gegen
       Polizeigewalt. Bolsonaro hatte die Demonstranten zuvor als „Terroristen“
       beschimpft. Zum Schutz vor Ansteckungen blieben viele Regierungsgegner den
       Demonstrationen fern und veranstalteten sogenannte Panelaços, bei denen am
       offenen Fenster mit Kochlöffeln auf Töpfe geschlagen wird.
       
       Brasilien ist nach den USA das am härtesten von der Pandemie betroffene
       Land. Offiziellen Angaben zufolge sind bereits mehr als 36.000 Menschen an
       den Folgen des Coronavirus gestorben. Mehr als 691.000 Menschen sind mit
       dem neuartigen Virus infiziert. [13][Allerdings liegt die Dunkelziffer
       vermutlich um ein vielfaches höher.] Brasilien ist eines der Länder mit der
       weltweit niedrigsten Rate von Tests bezogen auf die Gesamtbevölkerung.
       (epd)
       
       Umstrittene Quarantäne-Regelung in Großbritannien in Kraft 
       
       7.27 Uhr: In Großbritannien ist eine umstrittene Quarantäne-Regelung für
       Einreisen ins Land in Kraft getreten. Ab diesem Montag müssen sich die
       meisten Einreisenden für zwei Wochen in Isolation geben. Bei der
       Grenzkontrolle müssen sie Details zu ihrer Reise angeben sowie den Ort
       benennen, an dem sie sich in Isolation begeben werden.
       
       Die Regelung gilt unabhängig vom Aufenthaltsstatus in Großbritannien und
       vom benutzten Verkehrsmittel. Nur wenige Ausnahmen von der Quarantäne sind
       zugelassen, etwa für Lkw-Fahrer oder manche Beschäftigte des
       Gesundheitswesens. Die Behörden haben angekündigt, das Einhalten
       stichprobenweise zu kontrollieren. Bei Verstößen droht eine Strafe von 1000
       Pfund (1125 Euro). Kritiker:innen beanstanden, dass [14][das besonders
       stark von der Pandemie betroffene Großbritannien] die Einreise von Menschen
       aus Staaten erschwert, in denen es deutlich weniger Infektionsfälle gibt.
       (afp)
       
       ## Dänemark erlaubt Versammlungen von bis zu 50 Personen
       
       7.09 Uhr: In Dänemark werden die Corona-Restriktionen weiter gelockert. Wie
       das Gesundheitsministerium mitteilt, sind nun [15][öffentliche
       Versammlungen von bis zu 50 Personen] erlaubt. Bislang lag die Obergrenze
       bei zehn Personen. Die Einschränkungen wurden am 17. März eingeführt. (rtr)
       
       ## Neuseeland erklärt Coronavirus für überwunden
       
       7.02 Uhr: In Neuseeland sollen fast alle Einschränkungen zur Eindämmung des
       Coronavirus aufgehoben werden. Das kündigt Ministerpräsidentin Jacinda
       Ardern auf einer Pressekonferenz an. Demnach dürfen ab Dienstag öffentliche
       und private Veranstaltungen ohne Abstandregelungen stattfinden. Das gilt
       auch für Einzelhandel und Gastgewerbe sowie den öffentlichen
       Personenverkehr. Nach Worten Arderns hat es das Land geschafft, die
       Übertragung des Virus zu stoppen. Es gebe keine aktiven Infektionsfälle
       mehr. Bislang hatten die Behörden 1154 Ansteckungen und 22 Todesfälle
       registriert. (rtr)
       
       ## RKI: Niedrige Neuinfektionszahlen in Deutschland
       
       5.24 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet 214 bestätigte Neuinfektionen für
       Deutschland. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei 184.193. Die Zahl der
       Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöht sich um 6 auf 8674. (rtr)
       
       ## Lehrerverband warnt vor Rückkehr in Schulalltag
       
       5.13 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband warnt vor einer zu schnellen Rückkehr
       zum vollständigen Schulbetrieb. „Die Schulen können schnell zum
       Corona-Superspreader werden“, sagt Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger
       dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für die Beschulung vollständiger
       Klassen und ständigen Präsenzunterricht müsse es ein völlig neues
       Hygienekonzept geben. „Das müssen die Kultusminister zusammen mit den
       Gesundheitsbehörden rasch entwickeln, falls sie nach den Sommerferien mit
       einer vollständigen Öffnung der Schulen Ernst machen wollen.“ (rtr)
       
       Umfrage: Mehr schwere depressive Symptome in Pandemie 
       
       4.20 Uhr: Während der coronabedingten Einschränkungen hat sich die
       [16][Belastung mit schweren depressiven Symptomen] in der Bevölkerung nach
       ersten Ergebnissen einer Online-Befragung wohl merklich verstärkt. Vor
       allem für die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen sei ein Anstieg im Vergleich
       zur Zeit vor der Pandemie zu beobachten, sagte Youssef Shiban, Professor
       für Klinische Psychologie an der Privaten Hochschule Göttingen (PFH). Das
       sei auch deshalb bedenklich, weil die Suche nach einem Psychotherapieplatz
       schon vor der Coronakrise mit deutlichen Wartezeiten verbunden gewesen sei.
       
       Es gebe Hinweise, dass Auswirkungen von Quarantänemaßnahmen wie
       Depressivität und Stressreaktionen längerfristig bestehen bleiben könnten,
       so Shiban. Bisher nahmen rund 2.000 Menschen online an der Befragung teil.
       Die Forscher verwenden den sogenannten ISR-Fragebogen – ein Instrument, mit
       dem Symptome für psychische Störungen erfasst werden. Gemäß der
       Normstichprobe des ISR wäre ein Anteil von schwerer Depressivität in der
       Allgemeinbevölkerung von einem Prozent zu erwarten, sagte Shiban. „In
       unserer Studie konnten wir hingegen einen Anteil schwerer Depressivität von
       fünf Prozent beobachten.“ (dpa)
       
       ## Deutsche wollen nicht mehr als bisher konsumieren
       
       4.01 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen möchte einer Umfrage zufolge
       [17][trotz des milliardenschweren Konjunkturpakets der Bundesregierung
       nicht mehr konsumieren als bisher]. Zwei von drei Befragten sagten, sie
       planten nicht, durch das Konjunkturpaket in nächster Zeit wieder mehr Geld
       in die Hand zu nehmen, berichtet die „Augsburger Allgemeine“ unter Berufung
       auf eine Umfrage des Instituts Civey. Mehrausgaben habe nicht einmal jeder
       fünfte Deutsche vor. (rtr)
       
       ## Brasilien meldet über 1.000 Tote binnen 24 Stunden
       
       2.37 Uhr: Brasilien verzeichnet binnen 24 Stunden 1.382 weitere Todesfälle
       infolge von Covid-19. Insgesamt sind offiziellen Angaben zufolge 37.312
       Menschen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Die
       Gesamtzahl der Infektionen im Land steigt auf 685.427, wie das
       Gesundheitsministerium mitteilt. Das bedeutet 12.581 Neuinfektionen
       innerhalb eines Tages. (rtr)
       
       ## USA verzeichnet erneut rasanten Anstieg der Neuinfektionen
       
       0.00 Uhr: In den USA steigt die Zahl der Neu-Infizierten auf den höchsten
       Stand seit Mitte Mai. Das Zentrum für die Kontrolle und Prävention von
       Krankheiten (CDC) meldet 29.214 neue Fälle, womit die Zahl nun insgesamt
       bei rund 1,92 Millionen liegt. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen
       29.034 betragen, am Freitag 20.555 und am Donnerstag 14.676. Die Zahl der
       neuen Toten sinkt hingegen nach zwei Tagen mit Zuwächsen wieder. Die CDC
       gibt sie am Sonntag mit 709 an, womit die Gesamtzahl bei 109.192 liegt. Am
       Samstag hatte es 1128 neue Todesfälle gegeben, am Freitag 1035 und am
       Donnerstag 827. (rtr)
       
       ## Weltweit sind über 400.000 Menschen am Virus gestorben
       
       0.00 Uhr: Die Zahl der amtlich an Covid-19 gestorbenen Menschen steigt
       einer Reuters-Zählung zufolge auf über 400.000 weltweit. Infiziert sind
       demnach rund sieben Millionen Personen. Es ist aber davon auszugehen, dass
       die tatsächlichen Zahlen höher sind. So werden in einigen Ländern nicht
       alle Verstorbene auf das Virus getestet oder Todesfälle außerhalb von
       Kliniken nicht mitgerechnet. In manchen Staaten lassen sich amtliche
       Angaben zudem kaum nachprüfen. (rtr)
       
       [18][Hier] finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der
       taz zum Thema finden sich in unserem [19][Schwerpunkt Coronavirus].
       
       8 Jun 2020
       
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