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       # taz.de -- Neues Polizeigesetz in Bremen: Rotsehen hilft
       
       > In Bremen regiert eine rot-rot-grüne Koalition. Das merkt man am Entwurf
       > für das neue Polizeigesetz. Er beinhaltet Maßnahmen gegen Racial
       > Profiling.
       
   IMG Bild: Wen treffen anlasslose Kontrollen wohl am häufigsten?
       
       Oh ja, es macht einen Unterschied, ob die Linke mit in einer Regierung
       sitzt – in jedem Fall, wenn es um die Polizei geht. In letzter Zeit gab es
       einige Differenzen darüber, was die Polizei ist und wo sie hingehört.
       Unbestritten ist, dass es unter Polizist*innen solche gibt, die
       Rassist*innen sind oder sich zumindest rassistisch verhalten.
       
       Racial Profiling etwa ist für schwarze Menschen ein reales Problem in ihrem
       Alltag. Sie werden häufiger von der Polizei kontrolliert und verdächtigt.
       Das Land Bremen will nun – und eben da zeigt sich der Einfluss der Linken –
       etwas gegen dieses Fehlverhalten unternehmen.
       
       Zwar untersagt das Grundgesetz ohnehin, Menschen aufgrund ihrer
       tatsächlichen oder zugeschriebenen Herkunft zu benachteiligen, aber
       beispielsweise in ausgewiesenen Gefahrengebieten kontrolliert die Polizei
       verdachtsunabhängig. Und wen treffen diese Kontrollen da wohl am meisten?
       Wenn Bremen nun vorschreibt, dass Polizist*innen einen Anlass für
       Kontrollen haben müssen und der nicht die Hautfarbe sein darf, kann das
       eine Verbesserung für die Betroffenen bewirken.
       
       Wie alle Menschen haben auch Polizist*innen „implicit bias“, also tief
       verankerte Vorurteile. Der Kopf stellt eine Verbindung her, etwa zwischen
       Schwarzen und Kriminalität. Dagegen hilft, sich diese Vorurteile bewusst zu
       machen. Dass eine Landesregierung das Thema auf die Agenda setzt, anstatt
       zu jammern, dass die Polizei einem Generalverdacht ausgesetzt sei, ist
       dabei hilfreich.
       
       ## Bremen macht es besser als Hamburg
       
       Das gleiche gilt für die unabhängige Polizeibeauftragte, die die
       rot-rot-grüne Koalition einsetzen möchte. Für Betroffene von
       (rassistischer) Polizeigewalt ist es kein einfacher Schritt, sich Hilfe bei
       den Kolleg*innen der Täter*innen zu holen. Damit ist nicht gesagt, dass
       alle Polizist*innen gewalttätig oder rassistisch sind – sondern dass es
       richtig ist, es den Opfern einfacher zu machen.
       
       In Hamburg, wo schwarze Altenpfleger vom Fahrrad gerissen werden, weil die
       Polizei sie für Dealer hält, wäre das ebenso richtig. Der rot-grüne Senat
       kann sich trotzdem nicht dazu durchringen und hält am Ausbau einer
       Beschwerdestelle innerhalb der Polizeistrukturen fest. Vielleicht sieht die
       Koalition bei diesem Thema einfach ein bisschen zu wenig rot.
       
       27 Jun 2020
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andrea Maestro
       
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   DIR Schwerpunkt Polizeigewalt und Rassismus
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