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       # taz.de -- US-Proteste gegen Rassismus: Wrestler greifen Trump an
       
       > Die alten WWE-Kämpfer sind nationalistisch und rechts. Die jungen Stars
       > dagegen äußern sich anders – gerade jetzt.
       
   IMG Bild: Der junge Trump (M.), neben Hulk Hogan (l.) und Andre the Giant (r.), 1987
       
       „Viele Leute entlarven sich gerade selbst.“ Der Tweet, den
       Wrestling-Legende CM Punk vor wenigen Tagen in die Welt hinausgeschickt
       hat, er scheint sich immer weiter zu bewahrheiten.
       
       Beim 42-Jährigen, aktuell als Experte in Sendungen von World Wrestling
       Entertainment (WWE) tätig, verschwammen schon immer die Grenzen zwischen
       Rolle im Ring und Persönlichkeit im realen Leben, in beiden Bereichen ist
       er bekannt für seine Wortgewalt und seinen kritischen, politisch eher
       linken Geist. Und eben damit brachte er nun zum Ausdruck, was sich in den
       Tagen seit dem Mord an George Floyd und den daraus entstandenen
       Massenprotesten in den USA abzeichnet: Wie andere Sportarten auch hat sich
       die Wrestling-Welt zu überwältigenden Teilen mit der
       Black-Lives-Matter-Bewegung solidarisiert, doch das Schweigen einiger
       namhafter Persönlichkeiten scheint mindestens genauso laut – und kann für
       Kollegen und Fans schmerzhaft sein.
       
       Während gerade die jungen Stars sich aktuell deutlich pro Demonstrationen
       positionieren, tut sich die alte Garde damit teilweise schwer. Die
       Superstars des Geschäfts waren und sind in überwältigender Zahl weiß, erst
       seit wenigen Jahren wird zunehmend auch bei den großen Stars auf Diversität
       geachtet. Insider berichten, dass Unterstützer von US-Präsident Donald
       Trump in den Umkleidekabinen der WWE nicht besonders gut gelitten sind.
       
       Dabei war die Kombination [1][Wrestling/Trump] bisher eher eine
       Win-win-Situation. 1988 und 1989 fand die „Wrestlemania“ im Trump Plaza in
       New Jersey statt, WWE-Gründer Vince McMahon gilt als enger Freund. Mit
       Ehefrau Linda unterstützte McMahon Trump mit Millionen im Wahlkampf 2016.
       Aktuell arbeitet die 71-Jährige für die Kampagne zur Wiederwahl im
       November.
       
       ## Fire, Fury und viel Erbärmliches
       
       Die erst 2019 gegründete Konkurrenzliga „All Elite Wrestling“ (AEW)
       präsentiert sich als frische, freche, progressive Alternative zur WWE. Dass
       später herauskam, dass die Besitzerfamilie um den Milliardär Shahid Khan in
       der Vergangenheit ebenfalls Trump unterstützte, passte da nicht so recht
       ins Bild.
       
       Der legendäre und sowohl bei Kollegen und Fans hoch geschätzte „Undertaker“
       alias Mark Calaway musste sich erst vor Kurzem in den sozialen Medien
       rechtfertigen. In seinen Instagram-Posts trägt der Texaner mit Vorliebe
       T-Shirts mit militaristischen bis nationalistischen Motiven, die so auch in
       einer großen Doku über den mittlerweile 55-Jährigen zu sehen waren. Fast
       unfreiwillig komisch fiel dabei ein T-Shirt mit der Silhouette von Trump
       und der Aufschrift „Fire and Fury“ auf. „Fire and Fury“ hatte Trump einst
       Nordkorea angedroht. „Jeder weiß, dass die WWE unpolitisch ist“, schrieb
       Calaway auf Instagram, „es geht nur um die Flagge“. 2018 posierte er in
       einem Kapuzenpullover mit der Aufschrift „Ich stehe auf für unsere
       Nationalhymne“ – als Reaktion auf das von Footballer Colin Kaepernick
       eingeführte und heute weltweit populäre Knien als Protest gegen Rassismus.
       Auch Calaway blieb in den letzten Tagen stumm.
       
       Das hätte auch Jaxson Ryker bleiben sollen. Der WWE-Wrestler
       [2][twitterte]: „Ich bin dankbar für den POTUS, den wir haben! Gott schütze
       Amerika. Auf Freiheit gebaut.“ Sein Tweet endete mit dem Spruch „Forgotten
       No More“, den das aus ihm und den Wrestlern Steve Cutler und Wesley Blake
       bestehende Team „Forgotten Sons“ in den WWE-Shows nutzt. Cutler und Blake
       distanzierten sich sofort von ihrem Showpartner, in überwältigender Zahl
       prasselten Reaktionen anderer Wrestler auf Ryker ein. „Dass du versuchst,
       deinen Wrestling-Slogan zu pushen, während all das gerade passiert, ist
       einfach nur verdammt erbärmlich“, schrieb sein WWE-Kollege Kevin Owens.
       
       Oder, um es mit den Worten von CM Punk zu sagen: Jaxson Ryker hat sich
       selbst entlarvt.
       
       10 Jun 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://www.zeit.de/sport/2016-12/donald-trump-wrestling-linda-mc-mahon
   DIR [2] https://www.sport1.de/kampfsport/wrestling/2020/06/wwe-jaxson-ryker-erzuernt-kollegen-mit-pro-trump-tweet
       
       ## AUTOREN
       
   DIR David Digili
       
       ## TAGS
       
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