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       # taz.de -- Geflüchtete in Ungarn: Transit-Lager schließt
       
       > Ein abgeschottetes ungarisches Containerlager an der Grenze zu Serbien
       > macht dicht. Damit folgt Budapest einem Urteil des Europäischen
       > Gerichtshofes.
       
   IMG Bild: Endlich dicht: Die Transitzone in Röszke. Hier waren Asylbewerber interniert
       
       Budapest afp/ap | Ungarn hat die Schließung der umstrittenen Lager für
       Asylbewerber in einer Transitzone zu Serbien angekündigt. Damit folge die
       Regierung einem [1][Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH)], sagte
       Regierungsmitglied Gergely Gulyas am Donnerstag in Budapest.
       
       Der EuGH hatte die Unterbringung von Asylbewerbern in dem abgeschotteten
       [2][Containerlager Röszke] an der ungarisch-serbischen Grenze in der
       vergangenen Woche als „Haft“ kritisiert. Menschen dürften nicht länger als
       vier Wochen in den Lagern in der Transitzone festgehalten werden. Auch
       müsse jeder Fall individuell geprüft werden, hieß es in dem Urteil.
       
       Die Transitzone sei „eine Lösung gewesen, die Ungarns Grenzen geschützt
       hat“, sagte Gulyas. Das Urteil des EuGH sei „bedauerlich“, doch da Ungarn
       es befolgen müsse, sei die Schließung der Transitzone unvermeidlich. 280
       Insassen würden in Asylbewerber-Unterkünfte verlegt.
       
       Zur Dauer ihres voraussichtlichen Aufenthalts dort und zum weiteren Umgang
       mit den Asylsuchenden äußerte sich der Minister nicht. Er betonte jedoch,
       Asylanträge könnten grundsätzlich nur „in Botschaften außerhalb des Landes“
       gestellt werden.
       
       ## Viele Familien mit kleinen Kindern
       
       Die Hilfsorganisation Hungarian Helsinki Committee (HCC) berichtete, in der
       Nacht zum Donnerstag seien etwa 300 Menschen aus den beiden mit
       Stacheldraht umgebenen Camps in der Transitzone in „offene oder halb offene
       Einrichtungen“ gebracht worden, darunter zahlreiche Familien mit kleinen
       Kindern. Das HCC hatte Kläger aus dem Iran und aus Afghanistan, die seit
       mehr als einem Jahr in der Transitzone festsaßen, bei ihrer Klage vor dem
       EuGH vertreten.
       
       Ungarn hatte nach der Flüchtlingskrise 2015 Stacheldrahtzäune und zwei
       Transitzonen an seiner Grenze zu Serbien gebaut. Damals zogen rund 400 000
       Menschen auf dem Weg nach Westeuropa durch Ungarn. Die Maßnahmen gehörten
       zu der strengen Politik von Regierungschef Viktor Orbán gegen Einwanderung.
       Die Transitzonen, die aus Containern bestehen, wurden häufig von Aktivisten
       kritisiert.
       
       Ungarns harte Flüchtlingspolitik ist seit Jahren heftig umstritten und
       beschäftigt auch immer wieder die EU-Behörden. Anfang April entschied der
       Europäische Gerichtshof, dass Ungarn, Polen und Tschechien während der
       Flüchtlingskrise EU-Recht verletzt hätten, weil sie die Übernahme von
       Asylbewerbern aus Italien und Griechenland abgelehnt hatten.
       
       Der Gerichtshof gab einer Vertragsverletzungsklage der EU-Kommission gegen
       die drei osteuropäischen Staaten statt, die einen Beschluss aus dem Jahr
       2015 zur Verteilung von Asylbewerbern innerhalb der EU nicht umgesetzt
       hatten.
       
       21 May 2020
       
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