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       # taz.de -- Rechtsextreme Gewalt: Die Hunde Deutschlands
       
       > Chemnitz, Hanau oder die NSU-Morde. Rechte Gewalt ist in Deutschland
       > allgegenwärtig. Daran sind auch die Kompliz_innen des Faschismus schuld.
       
   IMG Bild: Comic von KC Green: Ist der Hund selbst der Brandstifter? Die Frage bleibt ungeklärt
       
       Mit seinen großen, gutgläubigen Augen, einem kleinen Hut und einem
       zuversichtlichen Lächeln sitzt der braune Hund auf einem Stuhl an einem
       Tisch, vor ihm eine Tasse Kaffee oder Tee. Über ihm ziehen dicke
       Rauchwolken die Zimmerdecke entlang, hohe Flammen lecken über den Boden,
       von dort aus nach oben. Der Hund lässt sich von den Umständen nicht
       beirren. Warum jetzt in Panik ausbrechen?
       
       „This is fine“, sagt er zu Beginn im [1][Comicstrip „On Fire“ des
       US-amerikanischen Zeichners KC Green]. Er trinkt noch einen Schluck und
       sagt: „Ich komme mit den derzeit ausbrechenden Ereignissen zurecht.“ Dann
       fängt sein Arm eine Flamme. Auch sein Hut und sein Bauch beginnen zu
       brennen. „Das ist okay“, sagt er dazu, „alles wird okay.“ Im sechsten und
       letzten Comicpanel schmilzt sein Gesicht, die Augen quillen aus ihren
       Hüllen. Er sieht nicht okay aus.
       
       Der Comic wurde im Netz vielfach geteilt und auf verschiedene Situationen
       angewandt. Für mich ist das Zimmer Deutschland. Die Flammen setzen sich
       zusammen aus: [2][dem terroristischen Anschlag in Hanau], den rechten
       Pogromen von Chemnitz, dem Mord an Walter Lübcke, dem terroristischen
       Anschlag in Halle, aus Solingen, Mölln, Lübeck, Rostock-Lichtenhagen,
       außerdem Nordkreuz, [3][Hannibals Schattenarmee], Teutonico, der Mordserie
       des NSU, rechtsradikale Sprüche über den Polizeifunk und in -gruppenchats,
       da ist noch mehr, ich verliere den Überblick.
       
       Und der Hund? All jene Kompliz_innen des Faschismus, die das Label
       „bürgerliche Mitte“ bevorzugen. Vielleicht hätte der Hund ein Pferd sein
       müssen, wegen Hufeisen und Steigbügelhaltern, doch das könnte zu
       Täuschungen führen: Faschismus ist kein Ponyhof. Hunde hingegen sind oft im
       Spiel. Sie tragen Namen, [4][wie etwa Friedrich Merz], das Comeback der
       2010er Jahre, um das niemand gebeten hat. Seine Strategie gegen
       rassistische Gewalt? Verstaatlichte rassistische Gewalt.
       
       ## Die Hunde Deutschlands
       
       [5][Oder Joachim Gauck,] der bei einer Lesung aus seinem Buch Toleranz für
       die AfD und ihre Anhänger_innen fordert. Die Partei sei ja nicht verboten,
       also müsse man sie in den Dialog einbinden. Außer, die AfD wünsche sich den
       Faschismus, dann müsse man mit „kämpferischer Intoleranz“ reagieren. Ich
       weiß nicht, welche Notiz er verpasst hat, Verbrechen an der Menschheit
       waren selten zu seiner Zeit illegal. In der AfD gibt es Politiker wie
       Faschist Höcke. Ergo: Die Partei und ihre Wähler_innen sind
       profaschistisch. Und du kannst Faschismus nicht einfach ghosten und hoffen,
       dass er von allein dein Signal versteht.
       
       Wir können im Comic nicht erkennen, warum das Feuer überhaupt in dem Zimmer
       ausgebrochen ist. Hat jemand einen Molotowcocktail durch das Fenster
       geschmissen? Oder, was viel plausibler erscheint, hat der Hund
       herumgekokelt, mit Feuer gespielt, Benzin über den Boden gegossen? Ist der
       Hund selbst der Brandstifter?
       
       2 Mar 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] https://gunshowcomic.com/648
   DIR [2] /Nach-dem-Terror-in-Hanau/!5664216
   DIR [3] /Schwerpunkt-Hannibals-Schattennetzwerk/!t5549502
   DIR [4] /Friedrich-Merz-ueber-Berlin-Kreuzberg/!5664214
   DIR [5] /Kolumne-Schlagloch/!5600707
       
       ## AUTOREN
       
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