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       # taz.de -- Studieren in Niedersachsen: Studiengebühr durch die Hintertür
       
       > In Hannover steigt der Semesterbeitrag auf 429 Euro. Asta und
       > Studentenwerk verlangen mehr Unterstützung vom Land.
       
   IMG Bild: Volles Audimax: Die Zahl der Studierenden steigt seit Jahren
       
       Hannover taz | Auf 429 Euro steigt der Semesterbeitrag ab dem kommenden
       Wintersemester in Hannover. Und der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta)
       findet dafür dramatische Worte: „Willkommen am teuersten Studienort
       Deutschlands.“ Das gilt allerdings nur für die Gebühren – die
       Lebenshaltungskosten dürften anderswo höher sein.
       
       Die Ursache ist der Anteil, der für das [1][Studentenwerk anfällt. Der] ist
       zwar deutlich kleiner als der Anteil, der allein für das Semesterticket
       fällig wird (221 Euro), aber er hat jetzt erstmals die psychologisch
       bittere 100 Euro Grenze übersprungen. Selbst im teuren München ist der
       niedriger.
       
       Das Studentenwerk finanziert damit die Infrastruktur, vor allem Wohnheime
       und Mensen sowie Beratungs- und Betreuungseinrichtungen. Jetzt musste er in
       Hannover erneut um 20 Euro erhöht werden, auf 115 Euro.
       
       Der im aktuellen Wirtschaftsplan beschlossenen Erhöhung waren längere
       Diskussionen voraus gegangen. Noch im Dezember hatten die studentischen
       Vertreter im Verwaltungsrat ihre Zustimmung verweigert, jetzt lenkten sie
       zähneknirschend ein – um das Studentenwerk überhaupt handlungsfähig zu
       halten, hieß es.
       
       Dessen Geschäftsführer Eberhard Hoffmann bedankte sich ausdrücklich für die
       „konstruktive Zusammenarbeit“ und nannte die studentische Kritik „absolut
       berechtigt“.
       
       Wie die Studenten fordern auch die Studentenwerke in Niedersachsen eine
       stärkere Beteiligung des Landes eine stärkere Beteiligung des Landes, vor
       allem an den Sanierungskosten für die in die Jahre gekommenen Wohnheime.
       Vor allem in Hannover, Göttingen und Braunschweig stünden besonders viele
       alte Wohnheime, argumentieren sie. Diese allein an die neuesten
       Brandschutzbestimmungen anzupassen, sei eine gewaltige Aufgabe.
       
       Da sieht sich das Land allerdings nicht in der Pflicht. Die Erhaltung und
       Sanierung der Wohnheime müsste mit Rücklagen aus den Mieteinnahmen
       finanziert werden, sagt das Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Und
       verweist im Übrigen auf die Sondermittel, die in den vergangenen Jahren –
       vor allem 2017 und 2018 – für die Schaffung neuer Wohnheimplätze geflossen
       sind. Damals seien 11,5 Millionen Euro in Form von Zuschüssen zur Verfügung
       gestellt worden. Und auch mit dem gesetzlich vorgeschriebenen
       Landeszuschuss für den regulären Etat der Studentenwerke läge man bereits
       über dem Bundesdurchschnitt.
       
       Genau dieser Landeszuschuss sei allerdings seit Jahren nicht an die
       steigenden Kosten für Personal und Energie angepasst worden, argumentiert
       hingegen das Studentenwerk. Von den deutlich gestiegenen Studierendenzahlen
       ganz abgesehen. Auch aus einem Sonderprogramm für die Sanierung
       studentischen Wohnraumes, das Minister Björn Thümler (CDU) Ende 2017
       versprochen hatte, wurde nichts.
       
       Der Asta weist darauf hin, dass dass es in ganz Deutschland nur vier
       Studentenwerke gäbe, die Beiträge von mehr als 100 Euro erhöben. Und es sei
       doch wohl kein Zufall, dass drei davon in Niedersachsen lägen: nämlich das
       Studentenwerk Ost-Niedersachsen mit Hauptsitz in Braunschweig und die
       Studentenwerke in Göttingen und Hannover.
       
       Die Grüne Jugend, die sich an dem Protest beteiligt, befürchtet, dass die
       Erhöhung in Hannover nicht die letzte gewesen sein wird – und das andere
       niedersächsische Studentenwerke folgen werden.
       
       7 Feb 2020
       
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