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       # taz.de -- Ein veganer Neujahrsvorsatz: Mach dich locker, Schweinehund
       
       > Auf einmal vegan leben, auf einmal vieles weglassen, das erscheint vielen
       > als zu große Hürde. Aber einen Monat lang? Das schaffen Sie auch.
       
   IMG Bild: Für jede Woche vegan leben gibt es eine Flasche Champagner als Belohnung. Deal?
       
       Neues Jahr, neues Ich, nehmen viele sich zu Silvester vor. Ach, wenn es
       doch so einfach wäre. [1][Neujahrsvorsätzen] bleiben die meisten ungefähr
       so lange treu wie Leonardo DiCaprio seinen Modelfreundinnen.
       
       Dabei erhöht sich die Erfolgsquote gleich mal ein wenig, wenn man mit der
       Unterstützung des eigenen Umfelds rechnen kann – oder der einer Gruppe
       Gleichgesinnter. In diesem Sinne kann ich [2][die Veganuary-Initiative]
       empfehlen. 2020 kommt sie zum ersten Mal nach Deutschland, und ich freue
       mich sehr, dass ich als Botschafterin dabei sein darf.
       
       Der Veganuary-Ansatz ist klug: Versuch’s doch einfach mal einen Monat lang
       vegan – den Januar. Das erscheint vielen leichter greifbar, als von
       vornherein eine Komplettumstellung für immer und ewig zu planen. Genau auf
       diesem „Lass locker angehen“ basiert auch meine [3][in einer früheren
       Kolumne ausführlicher dargelegte] AVAP-Philosophie. Das steht für [4][as
       vegan as possible].
       
       Das heißt jetzt nicht, dass man sich ein bisschen Petersilie aufs Steak
       knallt und sagt: Voilà, so vegan wie möglich. Aber es bedeutet, dass man
       sich nicht gleich als Verlierer fühlen muss, wenn man nach ein paar Wochen
       vegan bei Tante Ursulas 70. Geburtstag ein Stück ihres selbst gebackenen
       Käsekuchens isst. Oder wenn man im Urlaub am Meer mal Paella nascht. Denn
       wem würde es helfen, wenn man wegen einer gelegentlichen Ausnahme gleich
       die gesamte Vision und Mission über Bord wirft? Eben!
       
       Inspiration für AVAP war auch ein langes Gespräch mit meinem Freund Evian
       Gordon, einem der Mitbegründer der Integrativen Neurowissenschaften. Gordon
       erforscht seit mehr als 30 Jahren das menschliche Gehirn, hat über 300
       begutachtete wissenschaftliche Arbeiten dazu veröffentlicht und ist Hüter
       der weltgrößten – es klingt ein wenig gruselig, ist aber total seriös –
       Gehirndatenbank.
       
       Seine Expertise lautet kurz gefasst: Für unser Gehirn ist Misserfolg
       ungefähr so angenehm wie Greta Thunberg auf dem Cover des Time Magazine für
       Donald Trump. Und wenn wir meinen versagt zu haben, geben wir meist lieber
       komplett auf, als weiterzumachen (und möglicherweise noch mehr Misserfolg
       zu erfahren).
       
       Nicht unser innerer Schweinehund ist in puncto Neujahrsvorsätze unser
       stärkster Gegner, sondern unser Gehirn. Und so sehr es Misserfolge hasst,
       so sehr liebt es Belohnungen, die erhöhen die nachhaltigen Erfolgschancen
       von Neujahrsvorsätzen ungemein! Ich empfehle deshalb eine regelmäßige Dosis
       von veganer Schokolade und Schaumwein. Prosit 2020!
       
       1 Jan 2020
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Debatte-Neujahrsvorsaetze/!5472133
   DIR [2] https://de.veganuary.com/about
   DIR [3] /Kolumne-Pflanzen-essen/!5366026
   DIR [4] http://www.avap.life
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Ariane Sommer
       
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