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       # taz.de -- Wikileaks und Pressefreiheit: Solidarisch mit Julian Assange
       
       > Was wäre von einem Prozess gegen Assange aufgrund von Whistleblowing zu
       > erwarten? Sicher ist: Er würde eine Gefahr für die Pressefreiheit
       > darstellen.
       
   IMG Bild: Julian Assange am 20.12. auf dem Weg zum Westminster Magistrates Court zu einer Anhörung
       
       Immer wieder werde ich gefragt, warum wir uns für Julian Assange einsetzen
       – oder auch, warum wir uns angeblich nicht genug für ihn einsetzen.
       [1][Julian Assange] hat durch Wikileaks in erheblichem Maße dazu
       beigetragen, dass geheime Papiere von großem allgemeinem Interesse an die
       Öffentlichkeit kamen. Damit hat er es JournalistInnen ermöglicht, große
       Datenmengen auszuwerten.
       
       Auf der Basis des Geleakten haben diese weitergehende Rechercheergebnisse
       veröffentlichen können, etwa die tatsächliche Zahl der Todesopfer im
       Irakkrieg. Aufgrund Julian Assanges journalismusähnlicher Tätigkeit setzen
       wir uns schon seit Langem für ihn ein. Dank Wikileaks wurde zudem deutlich,
       welchen Wert [2][Whistleblower für unabhängigen Journalismus] haben und wie
       wichtig demzufolge ihr Schutz ist.
       
       Dabei spielt es keine Rolle, ob man alles gut oder richtig findet, was
       Assange getan beziehungsweise was Wikileaks veröffentlicht hat. Die
       zentrale Frage lautet: Würde seine Strafverfolgung aufgrund seiner
       journalismusähnlichen Aktivitäten die Ausübung des Journalismus gefährden?
       Die Antwort auf diese Frage lautet klar: Ja! Assange wurde von den USA
       wegen seines Engagements für Wikileaks ins Visier genommen.
       
       Das stellt einen gefährlichen Präzedenzfall für die Pressefreiheit dar.
       Dieser Präzedenzfall könnte künftig herangezogen werden, um JournalistInnen
       und VerlegerInnen strafrechtlich zu verfolgen, weil sie sich an Aktivitäten
       beteiligt haben, die für die im öffentlichen Interesse liegende
       Berichterstattung notwendig sind. Deshalb steht Reporter ohne Grenzen
       [3][solidarisch an der Seite von Julian Assange] und Wikileaks.
       
       Laut einem Bericht des UN-Sonderberichterstatters zu Folter, Nils Melzer,
       ist der Gesundheitszustand von Julian Assange höchst besorgniserregend.
       Auch eine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten warnte, dass er ohne schnelle
       medizinische Hilfe sterben könnte. Aus diesem Grund fordern wir
       Großbritannien dazu auf: Lassen Sie Julian Assange aus humanitären Gründen
       umgehend frei.
       
       2 Jan 2020
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Christian Mihr
       
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