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       # taz.de -- Böllerverbot an Silvester: Nur eine Frage der Zeit
       
       > Ein Verbot von Feuerwerkskörpern in der Silvesternacht kommt. 60 Prozent
       > der Bevölkerung sind immerhin dafür – den Rest klärt der Feinstaub.
       
   IMG Bild: Bald schon vorbei? Böller und Raketen steigen an der Oberbaumbrücke in Berlin in die Luft
       
       Peng, bumm, krach, ziiiisch: [1][So euphorisch sich die einen jedes Jahr
       von Neuem aufs Böllern in der Silvesternacht] (und vielleicht auch den paar
       Tagen davor) freuen, so engagiert gehen die GegnerInnen des Spektakels
       immer wieder dagegen vor. [2][Die Debatte mag viele ermüden], aber sie ist
       keineswegs überflüssig, denn sie bewirkt einen leisen, aber dennoch
       unüberhörbaren Wandel in der Bevölkerung.
       
       Die Gruppe derer, die sich gegen individuelles Zünden von Krachern und
       Raketen wenden, wächst stetig. Und sie bildet inzwischen die Mehrheit: Laut
       einer aktuellen Umfrage sind fast 60 Prozent der BundesbürgerInnen für ein
       Verbot. Und so dürfen all jene, die sich am 31. Dezember ab acht mit ihrer
       Katze hinterm Sofa verkriechen, mit jedem Böller ein bisschen freuen: Es
       ist einer der letzten – mittelfristig gesehen.
       
       Lange wurden vor allem die Verletzungsgefahr als Argument gegen Raketen und
       Böller aufgeführt sowie die davon ausgelösten zahlreichen unnötigen
       Wohnungsbrände. Mit der verstärkten Aufmerksamkeit für Schadstoffe vor
       allem in den Städten gewinnt auch die massiv erhöhte Feinstaubbelastung an
       Neujahr an Bedeutung: Wer sich gegen Dieselstinker vor der Haustür wehrt,
       sollte von Kanonenduft nicht schweigen.
       
       Böllern gehört letztlich wie Rauchen und mit Verbrennungsmotor fahren zu
       überkommenen Kulturpraktiken des 20. Jahrhunderts. Wer heute als
       Nichtraucher einen Abend in einer Raucherkneipe verbringt, fragt sich, wie
       mensch diese Unerträglichkeit jahrzehntelang ausgehalten, ja als normal
       betrachtet hat. So wird es mit dem Gestank und dem Dreck der
       Silvesterknallerei auch sein. Der Hebel dazu ist die deutliche
       Einschränkung des Verkaufs der Knallkörper und deren Kosten durch die
       Bundespolitik – so wie auch Kippen heute teurer und restriktiver angeboten
       werden als noch 1980. Jene, die lauthals meinen, mit dem Böllern werde die
       Freiheit des Individuums verteidigt, [3][führen nur noch Rückzugsgefechte].
       
       Das alles mag ein bisschen optimistisch klingen. Aber gerade zu Beginn
       eines neuen Jahrzehnts ist Optimismus nicht nur erlaubt, sondern vonnöten.
       
       30 Dec 2019
       
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