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       # taz.de -- Gastbeitrag zu VVN-BdA: Gegen die Auslöschung
       
       > Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes erinnert an die Opfer der
       > Schoah. Das ist heute wichtiger denn je, sie muss gemeinnützig bleiben.
       
   IMG Bild: „Gleis 17“ im Berliner Grunewald: Von hier fuhren ab 1941 Deportationszüge in die Vernichtungslager
       
       Vor dem Besuch der Bundeskanzlerin in Auschwitz-Birkenau protestieren
       Holocaustüberlebende gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA. 
       
       Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, ich wende mich an Sie
       als Überlebender der Schoah betreffend die Unterstützung der Bildungs- und
       Erinnerungsarbeit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der
       Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.).
       
       Im Vernichtungslager Treblinka und im Konzentrations- und Vernichtungslager
       Auschwitz-Birkenau wurde meine vielköpfige Familie durch deutsche
       Faschisten verbrecherisch ermordet.
       
       In ganz Europa, insbesondere in Deutschland und Polen, erleben wir die
       schreckliche [1][Wiedergeburt des Antisemitismus] und neonazistischer
       Gruppen. Die Attentate des NSU oder der jüngste Angriff auf die Synagoge in
       Halle zeigen für mich einen Mangel an ehrlicher Bildung über die
       Vergangenheit. Leider wird [2][das Bild dieser negativen Veränderungen]
       auch durch die Entscheidung ergänzt, der VVN-BdA den Status einer
       gemeinnützigen Körperschaft zu entziehen.
       
       Die Aberkennung ist für mich umso schmerzhafter, als diese Vereinigung seit
       Jahren jüdische Überlebende in Polen bei den Bemühungen um die Auszahlung
       der ihnen zustehenden Getto-Renten, von denen sie ausgeschlossen waren,
       unterstützte. Die VVN-BdA setzt sich dafür ein, dass die Erinnerung an das
       gemeinsame tragische Schicksal der von Nazideutschland verfolgten Juden und
       Roma nicht ausgelöscht wird, und ist für uns, Überlebende der planmäßigen
       Vernichtung der Juden und ihre Nachkommen, ein wichtiger Partner in der
       Zusammenarbeit von Demokraten in Europa.
       
       Ich wende mich mit der eindringlichen Bitte, [3][die Entscheidung] erneut
       zu prüfen und diese Vereinigung in ihrer wichtigen Arbeit zur Bewahrung der
       Erinnerung an die Schoah und den Holocaust an den Sinti und Roma, bei den
       Bemühungen um die Verteidigung demokratischer Werte, der Förderung der
       Völkerverständigung und des Gemeinwohls zu unterstützen.
       
       6 Dec 2019
       
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