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       # taz.de -- Gedenkstätte von Kunst-Aktivisten: Topografie des Schreckens
       
       > Asche von Holocaust-Opfern vor dem Bundestag: Das Zentrum für politische
       > Schönheit will mit seiner neuen Aktion die CDU vor der AfD warnen.
       
   IMG Bild: Eine Säule, in die die Asche von Auschwitzopfern eingegossen worden sein soll
       
       Berlin taz | Skelettreste ragen aus der Erde, die das „Zentrum für
       Politische Schönheit“ (ZPS) hierhergebracht hat. Mal klein und unauffällig,
       mal groß genug, um die Konturen eines Knochens erkennen zu lassen. Es sind
       sterbliche Überreste von Holocaust-Opfern. Sie befinden sich in der
       zweieinhalb Meter hohen „Widerstandssäule“, die von den Aktivisten am
       Montagmorgen in Berlin zwischen Bundestag und Kanzlerinnenamt aufgestellt
       wurde. Es drohe ein [1][„erneuter Verrat der Konservativen an der
       Demokratie“], sagt Stefan Pelzer, Eskalationsbeauftragter des ZPS. Er meint
       die Landtagswahlen im Osten und eine [2][mögliche Kooperation von CDU und
       AfD], vor der das Denkmal warnen will.
       
       Nach eigenen Angaben hat das Kollektiv in den letzten zwei Jahren an 23
       Orten im Umkreis ehemaliger Vernichtungslager und Erschießungsplätze
       Bodenproben entnommen. Ergebnis: In 175 der 248 Proben aus Deutschland,
       Polen und der Ukraine fanden sie „Hinweise auf menschliche Überreste“.
       
       Der Bohrkern von einem dieser „Schreckensorte“ befindet sich nun auf dem
       Gelände der ehemaligen Krolloper. Die Topografie ist kein Zufall: Am 23.
       März 1933 stimmten hier die bürgerlichen Parteien zusammen mit der NSDAP
       für Hitlers „Ermächtigungsgesetz“.
       
       Laut ZPS ist das Denkmal nur bis kommenden Samstag genehmigt. Für diesen
       Tag planen die Aktivisten einen „zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich
       gegen die AfD“, an dessen Ende ein Betonfundament um die Säule gegossen
       werden soll, um sie zu verewigen. Vom ZPS heißt es, die Frage der Legalität
       „müssten die Behörden klären.“ Voraussetzung für die Finanzierung des
       Betongusses ist, dass [3][das Spendenziel von 50.000 Euro erreicht wird.]
       
       2 Dec 2019
       
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