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       # taz.de -- Ende-Gelände-Protest in der Lausitz: Die Ungehorsamsprofis
       
       > 2019 ist das Jahr der Klima-Aktivist*innen. Die Aktionen von Ende Gelände
       > zeigen, wie professionell und effizient ziviler Ungehorsam sein kann.
       
   IMG Bild: Klima-Aktivist*innen verlassen nach getanem Protest einen Tagebau südlich von Leipzig
       
       Einige Aktivist*innen von Ende Gelände dürften neben der Vorfreude auf die
       [1][Aktion in der Lausitz] auch weiche Knie gehabt haben. Die Drohungen von
       Rechtsextremen gegenüber den Umweltschützer*innen waren massiv gewesen.
       Trotzdem standen 4.000 Entschlossene im Morgengrauen auf, um kilometerweit
       zu laufen und dann stundenlang in der Kälte zu sitzen. Das ist ein
       beachtlicher Mobilisierungserfolg.
       
       2019 stand aus aktivistischer Sicht im Zeichen der Klimabewegung.
       [2][Fridays for Future] hat so viele Menschen auf die Straße gebracht, wie
       es noch nie eine Jugendbewegung in Deutschland geschafft hat. Im Spätsommer
       jagte eine Aktion zivilen Ungehorsams die nächste – im Juni fuhren 6.000
       Menschen zu Ende Gelände ins Rheinland, im September blockierten tausend
       Aktivist*innen die internationale Autoausstellung in Frankfurt, im
       September nahmen Umweltschützer*innen zum ersten Mal die industrielle
       Landwirt-schaft in den Fokus und blockierten eine Düngemittelfabrik bei
       Brunsbüttel. Im Oktober blockierte [3][Extinction Rebellion] eine Woche
       lang Verkehrspunkte in Berlin.
       
       Die Aktionen sind auch als Angebote an jene zu verstehen, die sich gerade
       erst politisieren. Es sind professionell organisierte Events, deren
       Planer*innen an alles denken: Packlisten, Aufklärung über die Rechtslage
       als Hörbuch, politische Hintergründe, einfach erklärt. Für den Fall von
       Festnahmen gibt es ein Nummernsystem, das einen anonymisierten Überblick
       darüber ermöglicht, wer in welcher Gefangenensammelstelle ist. Der Umgang
       der Aktivist*innen untereinander ist rücksichtsvoll. Dazu produzieren sie
       hochqualitative Bilder und Drohnenvideos von ihren Aktionen.
       
       Noch gibt es bei Fridays for Future viele, die den Schritt zum massenhaften
       zivilen Ungehorsam nicht selbst gehen wollen. Doch je schwächer die
       Antworten sind, mit denen die Bundesregierung sie abzupeisen versucht,
       desto größter wird ihr Frust werden. Und desto bereitwilliger und
       entschlossener werden sie sich den Profi-Aktivist*innen anschließen.
       
       1 Dec 2019
       
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   DIR Katharina Schipkowski
       
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