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       # taz.de -- Pariser Abkommen ohne die USA: Klimapolitik ist kein Tralala
       
       > Die Europäische Union muss gegenüber den USA jetzt härtere Töne
       > anschlagen – und Klimaverbrechen wie Menschenrechtsverletzungen
       > behandeln.
       
   IMG Bild: Der überflutete North Roosevelt Küstenboulevard in Key West, Florida, nach dem Sturm
       
       Man könnte jetzt diesen Brexit-Impuls haben: Dann haut doch ab! All die
       Lügen und Verdrehungen, die Beleidigungen und Dummheiten, die wir uns seit
       drei Jahren von der US-Regierung zum Klima anhören müssen, sie könnten
       vorbei sein, wenn die USA nun endlich aus dem Pariser Abkommen
       verschwinden.
       
       [1][Wäre es nicht einfacher], ohne ein Land Klimaschutz zu machen, dessen
       regierende Elite die Fakten ignoriert und die Welt verpestet? Wäre es nicht
       einfacher, sich mit Erwachsenen abzugeben statt mit der US-Regierung?
       
       Die bittere Antwort lautet: Nein. Denn anders als beim Brexit kann man den
       Weg ins Desaster nicht mal eben so ausprobieren und im Zweifel einfach
       umdrehen. Die nächsten zehn Jahre, so zeigen es alle wissenschaftlichen
       Berechnungen, werden entscheiden, ob der Klimawandel noch halbwegs
       beherrschbar bleibt oder völlig aus dem Ruder läuft.
       
       Die USA sind beim Klima too big to fail. Wir können es uns schlicht nicht
       leisten, vier wertvolle Jahre an eine Neuauflage der Trump-Seifenoper zu
       verschwenden.
       
       ## Wieso reden wir nicht über Handelssanktionen?
       
       Den Menschen in den USA drohen vier weitere Jahre voller Hurrikanes,
       Überschwemmungen, Dürren und Waldbränden. Sie haben unsere Solidarität
       verdient – gegen ihre eigene Regierung. Städte. Staaten, Universitäten und
       Unternehmen wehren sich mit effektivem Klimaschutz an der Basis.
       
       Wir sollten sie im kommenden Wahljahr so unterstützen, wie wir auch
       anderswo der bedrängten Zivilgesellschaft helfen: durch Kontakte,
       Einladungen, Gehör, Kooperation.
       
       Gleichzeitig muss der Ton gegenüber der US-Regierung härter werden. Wir
       müssen klarmachen: Klimapolitik ist kein Tralala, sondern ernster als jeder
       Handelsstreit. Klimaverbrechen müssen als Menschenrechtsverletzungen
       angesprochen und zum Nervensägen-Thema mit US-Diplomaten werden – so wie
       die Menschenrechte bei Gesprächen mit China. Die EU-Staaten könnten mal
       ihre Botschafter aus Washington zu Konsultationen abziehen.
       
       Und wieso reden wir eigentlich nicht über Handelssanktionen, wenn die USA
       gegen ihre Schutzpflichten verstoßen? Wenn es gegen die Erderwärmung hilft,
       können [2][die zwischenstaatlichen Beziehungen] ruhig ein paar Grad
       frostiger werden.
       
       5 Nov 2019
       
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