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       # taz.de -- Atombrennstofffabrik in NRW: Demonstranten fordern Stilllegung
       
       > Unter dem Motto „Atom und Kohle die Rote Karte zeigen“ haben forderten
       > rund 350 Aktivist*innen am Samstag in Lingen die sofortige Stilllegung
       > des dortigen AKW.
       
   IMG Bild: In der Brennelementefabrik in Lingen gab es seit Betriebsbeginn vor 40 Jahren mehr als 150 Störfälle
       
       Lingen epd/taz | Unter dem Motto [1][„Atom und Kohle die Rote Karte
       zeigen“] haben nach Veranstalterangaben rund 350 Aktivist*innen am Samstag
       in Lingen die sofortige Stilllegung der dortigen Atombrennstofffabrik
       gefordert. Zur Mittagszeit starteten die Demonstrant*innen mit einer
       Kundgebung am Bahnhof. Redebeiträge gab es unter anderen von Aktivist*innen
       aus Belgien, Aachen und von verschiedenen Gruppen aus Lingen, wie Sprecher
       Matthias Eickhoff dem Evangelischen Pressedienst sagte.
       
       Auch Vertreter*innen der AG Schacht Konrad sprachen zu den
       Demonstrant*innen, die im Anschluss zu einem Zug durch die Innenstadt
       aufbrachen. Die Proteste der rund 40 beteiligten Initiativen und Verbände
       richteten sich auch gegen die [2][Urananreicherungsanlage im benachbarten
       Gronau in Westfalen]. Zugleich forderten die Initiativen eine konsequente
       Energiewende ohne weiteren Braunkohleabbau.
       
       Im Sommer seien während Revisionsarbeiten im Atomkraftwerk Lingen
       gefährliche Risse im Verdampfersystem entdeckt worden, hieß es im
       [3][Demonstrationsaufruf]. Die Rohre seien zwar verschlossen, es seien aber
       nicht alle untersucht worden. In der Brennelementefabrik habe es seit
       Betriebsbeginn vor 40 Jahren mehr als 150 Störfälle gegeben. Bei einer
       Explosion am 6. Dezember 2018 war [4][das Labor der Fabrik zerstört
       worden].
       
       Die Anlage beliefert Atomkraftwerke in mehreren Ländern mit Brennstäben,
       darunter sind auch die [5][als störanfällig geltenden Reaktoren Doel in
       Belgien] sowie Tihange und Fessenheim in Frankreich. Anti-Atom-Initiativen
       dringen schon länger auf eine Schließung der vom Atomausstieg ausgenommenen
       Fabrik.
       
       26 Oct 2019
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Uranabfall-aus-Nordrhein-Westfalen/!5635970
   DIR [2] /Urananreicherung-in-Gronau/!5579430
   DIR [3] https://www.bbu-online.de/presseerklaerungen/prmitteilungen/PR%202019/23.10.19.pdf
   DIR [4] /Brennelementefabrik-Lingen/!5556867
   DIR [5] /Belgiens-AKW-Laufzeitverlaengerung/!5613763
       
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