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       # taz.de -- Elektro-Offensive der Autowirtschaft: Noch lange nicht zu spät
       
       > Die deutschen Autobauer haben bei der Verkehrswende bislang geschlafen.
       > Aber ihre Vorteile können sie immer noch nutzen – und sogar ausbauen.
       
   IMG Bild: Mit dem ID.3 hat VW erstmals ein Gefährt geschaffen, das es ernst meint mit der E-Mobilität
       
       Keine Frage: Die deutschen Autobauer haben gepennt. Jahrelang haben sie
       sich der Transformation zur [1][Elektromobilität] verweigert. Gerne wird
       die Konkurrenz in China und den USA angeführt, die den neuen Antriebsformen
       tatsächlich sehr viel offener gegenübersteht.
       
       Erst jetzt scheint VW aufgewacht zu sein. Mit dem ID.3 hat der Konzern
       erstmals ein Gefährt geschaffen, das es ernst meint mit der E-Mobilität.
       Die Elektrooffensive komme viel zu spät, monieren Experten. Einige
       beschwören gar den Niedergang der deutschen Autoindustrie herauf, an dem
       hierzulande jeder siebte Arbeitsplatz hängt. Tatsächlich aber ist noch
       lange nicht ausgemacht, wer das Rennen machen wird.
       
       Was stimmt: [2][China] ist ganz vorne dabei. In keinem anderen Land hat
       sich das Elektroauto innerhalb kurzer Zeit so verbreiten können wie dort,
       und es sind einheimische Autobauer wie BYD, die Marktführer sind. Wahr ist
       aber auch: Die Wahl der Chinesen für E-Autos erfolgte keineswegs
       freiwillig. Sie kauften sie, weil sie für Autos mit Verbrennungsmotoren gar
       keine Fahrerlaubnis mehr erhielten. China wird es aber kaum gelingen,
       solche erzwungenen Kaufentscheidungen auch auf andere Länder zu übertragen.
       
       Erfolgversprechender wirken Google, Tesla & Co. Richtig ist: Die großen
       US-amerikanischen Tech-Unternehmen haben viel Geld in die Hand genommen, um
       an neuen Mobilitätsformen wie autonomem Fahren zu forschen.
       
       ## Zu viele Fragen bleiben ungeklärt
       
       Doch das meiste davon ist Zukunftsmusik. Keiner weiß, wie und ob überhaupt
       autonomes Fahren wirklich kommen wird – zu viele Fragen wie Netzstabilität,
       Datenschutz und Sicherheit bleiben ungeklärt. Und was an teilautonomer
       Technik bereits auf dem Markt ist, ist so kompliziert, dass nur Tech-Nerds
       damit klarkommen. VW und Daimler bieten schon jetzt benutzerfreundlichere
       Pendants.
       
       Solange es den individualisierten Individualverkehr gibt, haben die
       deutschen Autobauer gute Chancen, konkurrenzfähig zu bleiben. Technische
       Perfektion wird ihnen auch in der E-Mobilität gelingen.
       
       5 Nov 2019
       
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