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       # taz.de -- Integration von Männern: Viele verlieren, was sie stützt
       
       > Eine Tagung in Schwerin nimmt das Weltbild geflüchteter Männer in den
       > Blick. Denn oft stimmen Erwartungen und Realität in Deutschland nicht
       > überein.
       
   IMG Bild: Männliche Geflüchtete gelten nicht als besonders schutzbedürftige Gruppe
       
       Hannover taz | „Meine Frau muss mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen als
       normale europäische Frauen“, sagt Sherif. So stellt sich der 25-jährige
       Syrer das vor. Denn so kennt er es von zu Hause. Aber hier in Deutschland
       ist das Leben anders, vor allem das [1][Geschlechterbild] steht konträr zu
       den Regeln in seinem Heimatland. Er sagt: „Viele Frauen hier wollen nur
       arbeiten und Geld verdienen, damit sie die gleiche Stärke haben wie der
       Mann.“
       
       Die Diskrepanz zwischen Erfahrungen und Erwartungen und der Realität ist
       für Männer wie Sherif ein Problem: Sie sehen ihre männliche Identität in
       Frage gestellt. Vielen Geflüchteten aus Afghanistan, Irak, Eritrea, Gambia,
       Iran, macht das Angst. Und in Deutschland, wo sie ihr Leben verbringen
       möchten, finden sie kaum Hilfe.
       
       Nur eine christliche Beratungsstelle in Kiel und ein auf fünf Monate
       angelegtes Projekt in Schwerin kümmern sich um diese Männer. „Sie gelten
       als nicht besonders schutzbedürftige Gruppe“, sagt Dirk Siebernik vom
       [2][Bundesforum Männer] (BFM), einem vom Familienministerium geförderten
       Interessenverband für Jungen-, Männer- und Väterpolitik.
       
       Das will das BFM ändern und veranstaltet am Dienstag im [3][Schweriner
       Landtag eine Fachtagung], die geflüchtete Männer in den Blick nimmt. Es
       geht um Rollen- und Familienbilder, um Gewalt und Konzepte zur
       Gewaltvermeidung und um die Lebenssituation der Männer.
       
       ## Viele Männer verlieren, was sie stützt
       
       Laut der bundesweit ersten [4][Studie zum Leben männlicher Geflüchteter in
       Deutschland], die das Bundesforum im vergangenen Jahr durchgeführt hat,
       wollen die meisten jungen Männer zur Schule gehen, einen Beruf lernen, eine
       Familie gründen. Sie wollen engen Kontakt zu Deutschen und sich
       integrieren, ohne ihre Kultur aufgeben zu müssen. Aber all das gelingt eher
       selten. Vielmehr verlieren sie das, was sie noch stützt: ihre Familie.
       
       Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden in Schwerin rund 70
       junge Männer von ihren Frauen verlassen. Viele machen die Beratungsstellen
       für migrantische Frauen verantwortlich, wo sich die Frauen Hilfe vor ihren
       in manchen Fällen gewalttätigen Männern holten.
       
       ## Ursache in der patriarchalen Gesellschaft
       
       Die Männer verstünden nicht, dass der Grund in ihrem eigenen Verhalten
       liege, und die Ursache in der patriarchalen Gesellschaft, aus der sie
       selbst kämen, sagt Siebernik. Stichworte hier unter anderem:
       Zwangsverheiratungen, wirtschaftliche Abhängigkeit, dominante
       Familienstrukturen.
       
       14 Sep 2019
       
       ## LINKS
       
   DIR [1] /Frauenfeindlichkeit-unter-Fluechtlingen/!5588479/
   DIR [2] https://bundesforum-maenner.de/
   DIR [3] https://bundesforum-maenner.de/event/fachtagung-gefluechtete-maenner-in-mecklenburg-vorpommern/
   DIR [4] https://bundesforum-maenner.de/2018/10/movemen-studie-gefluechtete-maenner-in-deutschland-bedarfe-herausforderungen-und-ressourcen/
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Simone Schmollack
       
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