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       # taz.de -- Max Zirngast freigesprochen: Ende der „juristischen Farce“
       
       > Ein türkisches Gericht hat den Journalisten und Aktivisten Max Zirngast
       > überraschend freigesprochen. Zirngast darf damit zurück nach Österreich.
       
   IMG Bild: Zirngast bei seiner Freilassung im Dezember. Seitdem durfte er die Türkei nicht verlassen.
       
       „Freispruch für alle!!!!!!!“, twitterte die Solidaritätskampagne für
       [1][Max Zirngast] Mittwochvormittag. Ein Jahr nach seiner Festnahme ist der
       österreichische Journalist und Aktivist in Ankara nebst seinen drei
       Mitangeklagten überraschend freigesprochen worden. Die Anklage hatte auf
       Terrorismusunterstützung gelautet.
       
       In linken Medien hatte der heute 30-Jährige die Regierung Erdogan und im
       Speziellen deren Kurdenpolitik kritisiert. Anwälte hatten den Prozess von
       Anbeginn als „juristische Farce“ bezeichnet, da die Existenz der
       terroristischen Gruppe, der Zirngast angehören soll, bis heute nicht
       nachgewiesen werden konnte. Letztlich musste der Staatsanwalt selbst in
       seinem Schlussplädoyer den Freispruch fordern.
       
       Der als Prozessbeobachter anwesende Wiener Rechtsanwalt Clemens Lahner wies
       auf die Schikane hin, dass der Prozess im April um sechs Monate vertagt
       worden sei: „Jetzt, bei identischem Informationsstand, gibt es einen
       Freispruch. Es ist ein Witz“.
       
       Zirngast, der vergangenen Herbst mehr als drei Monate in Erdogans Kerkern
       saß und nach seiner vorläufigen Freilassung zu Weihnachten das Land nicht
       verlassen durfte, zeigte sich in einer ersten Reaktion überrascht und
       erleichtert, sieht aber keine Rückkehr der Türkei zur Rechtsstaatlichkeit.
       
       ## Zirngast will weiter schreiben
       
       Zirngast will eine Entschädigungsklage gegen den türkischen Staat
       einbringen und das Land verlassen, sobald die schriftliche Ausfertigung des
       Urteils da ist und der Spruch mit Verstreichen der einwöchigen
       Berufungsfrist rechtskräftig wird. Er will sich in jedem Fall auch in der
       Türkei weiter politisch-publizistisch betätigen.
       
       Inwieweit hinter den Kulissen diplomatische Bemühungen die
       Gerichtsentscheidung beschleunigt haben, ist nicht bekannt. Außenminister
       Alexander Schallenberg freut sich jedenfalls „über die richtige
       Entscheidung der türkischen Justiz im Fall Zirngast“. Auch Österreichs
       Bundespräsident Alexander van der Bellen gratulierte via Twitter: „Das ist
       jedenfalls eine gute Entscheidung. – Aber wir sollten nicht vergessen: Es
       sind immer noch viele Journalisten in der Türkei in Haft“.
       
       11 Sep 2019
       
       ## LINKS
       
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   DIR Ralf Leonhard
       
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