# taz.de -- Umsetzung der Istanbul-Konvention: Gewalt gegen Frauen bekämpfen
> Frauenrechtsorganisationen haben das Bündnis „Istanbul-Konvention“
> gegründet. Sie fordern, das gleichnamige Menschenrechtsabkommen
> umzusetzen.
IMG Bild: „Jetzt treten wir als Bündnis auf“, sagte bff-Geschäftsführerin Katja Grieger der taz (Archivbild)
Anlässlich der aktuellen Haushaltsverhandlungen im Bundestag fordert ein
neu gegründetes Bündnis von Frauenrechtsorganisationen ein Gesamtkonzept
zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. In dem Bündnis, das sich nach der
europaweiten Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
„Istanbul-Konvention“ nennt, haben sich unter anderem der Deutsche
Frauenrat, der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
(bff), der Deutsche Juristinnenbund und der Dachverband der
Migrantinnenorganisationen zusammengeschlossen.
„Wir arbeiten schon länger zusammen, aber jetzt treten wir als Bündnis
auf“, sagte bff-Geschäftsführerin Katja Grieger der taz. „Wir wollen die
Umsetzung der Konvention als Zivilgesellschaft überwachen und
vorantreiben.“
Die [1][Istanbul-Konvention] ist ein Menschenrechtsabkommen gegen
geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen und gilt in
Deutschland [2][seit Februar 2018]. Die Bundesregierung ist damit
verpflichtet, Gewalt zu bekämpfen und zu bestrafen. „Wir waren deshalb sehr
irritiert, als wir erfahren haben, dass für den Haushalt 2020 keinerlei
Mittel für den Aufbau entsprechender Strukturen eingestellt sind“, sagte
Grieger.
Das Bündnis fordert nun eine staatliche Koordinierungsstelle, die die
Kommunikation zwischen Bund und Ländern zum Thema organisiert. Zudem soll
eine unabhängige, gesetzlich verankerte Monitoringstelle eingerichtet
werden, die beobachtet, wie die Konvention umgesetzt wird, und Hinweise zur
Verbesserung gibt.
9 Sep 2019
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## AUTOREN
DIR Patricia Hecht
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