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       # taz.de -- Cem Özdemir als grüner Fraktionschef: Der Herausforderer
       
       > Ob Cem Özdemir den Grünen als Fraktionschef guttun würde, ist fraglich.
       > Sein raumgreifendes Auftreten hat ihm in der Vergangenheit Kritik
       > eingebracht.
       
   IMG Bild: Cem Özdemir will es wissen
       
       Beschweren können sich Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter nicht,
       falls sie am Ende des Monats ihre Jobs an der [1][Grünen-Fraktionsspitze]
       los sind. Irgendwie läuft es zwar schon mit den beiden: Anders als bei der
       Linkspartei provoziert das Führungsduo keine Konflikte innerhalb der
       eigenen Fraktion, anders als die SPD haben die Grünen keine Probleme mit
       schlechten Umfragewerten.
       
       Mit der Performance der Fraktionsspitze hat das Hoch der Partei aber wenig
       zu tun. Auf mitreißende Auftritte des Duos warten die Grünen seit dessen
       Amtsantritt im Herbst 2013 schließlich vergeblich. Unterm Strich kann es
       zwar für eine vierte Amtszeit reichen, einen Anspruch darauf können
       Göring-Eckardt und Hofreiter aus ihrer bisherigen Leistung aber nicht
       ableiten.
       
       Ob es den Grünen aber guttun würde, stattdessen Cem Özdemir wieder in die
       erste Reihe vorzulassen? Dass es der [2][Baerbock-Habeck-Aufbruchstimmung]
       schaden könnte, einen Ex-Parteichef und Ex-Spitzenkandidaten in die
       Fraktionsführung zu wählen – geschenkt. Diesen Makel könnte Özdemir durch
       seine Popularität ausgleichen. Schwerer wiegt, wie schlecht er in seiner
       Zeit als Parteichef mit seiner Ko-Vorsitzenden Simone Peter harmonierte.
       
       Neben einem Cem Özdemir ist in einer Doppelspitze wenig Raum. Was an der
       Parteispitze galt, könnte sich an der Fraktionsspitze wiederholen – zumal
       Özdemirs Wunschpartnerin Kirsten Kappert-Gonther aus der dritten Reihe der
       Fraktion antritt und sich erst einmal Gewicht aufbauen müsste. Das
       Machtgefüge innerhalb der Fraktion würde der Realo Özdemir damit
       zuungunsten des linken Parteiflügels verschieben.
       
       Was dennoch für die beiden spricht? Dass sie es offenbar als Einzige wagen,
       Göring-Eckardt und Hofreiter herauszufordern. Die latente Unzufriedenheit
       der Fraktion mit den AmtsinhaberInnen ist zwar kein Geheimnis. Es gibt bei
       den Grünen auch einige Abgeordnete, die das Format zur Nachfolge hätten.
       Den Mut, das Risiko und den Konflikt einzugehen, beweist außer Özdemir und
       Kappert-Gonther aber niemand.
       
       9 Sep 2019
       
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