# taz.de -- Parkplätze für E-Scooter: Kein Parken auf Gehwegen
> E-Scooter sollen in Berlin auf extra Parkflächen abgestellt werden. Auch
> andere Städte wollen die Roller stärker regulieren.
IMG Bild: Wenn die Roller vorm Brandenburger Tor verschwinden, haben auch die Taschendiebe wieder mehr Platz
Berlin taz | Zwei Monate nach der [1][Einführung der E-Tretroller in
Deutschland] regulieren die Städte nach. Die bisher schärfste Einschränkung
hat die Stadt Berlin am Mittwoch bekannt gegeben. Neben dem Fahrverbot für
E-Scooter [2][auf Gehwegen sollen sie in Zukunft dort auch nicht mehr
abgestellt werden].
Stattdessen sollen die Roller am Straßenrand geparkt werden, auf eigens
ausgewiesenen Abstellflächen. Dazu sollen unter anderem Autoparkflächen
umgewandelt werden. Das hat die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther
(Grüne) bei einem Treffen mit den Vertretern der Sharing-Firmen vereinbart.
„Gehwege sollen besonders geschützte Räume für Fußgängerinnen und Fußgänger
bleiben“, sagt Günther. Damit folgt Berlin dem Beispiel Paris, das vor
einer Woche ein Parkverbot auf Gehwegen beschlossen hat.
Annika Meenken vom Mobilitätsverband Verkehrsclub Deutschland (VCD) sieht
ein solches generelles Parkverbot kritisch. Auf breiten Gehwegen sei es
schließlich unproblematisch, E-Scooter abzustellen; auf schmalen Gehwegen
sei die Einschränkung jedoch sinnvoll.
Meenken begrüßt aber die Entscheidung, eigene Parkflächen für E-Scooter
einzurichten. Es brauche solche Abstellflächen für E-Tretroller wie auch
für andere Sharingdienste – also für Fahrräder oder E-Vespas. Diese Flächen
müssten vom Autoverkehr kommen. „Wir dürfen [3][den knappen Raum für
Radfahrende] und zu Fuß Gehende nicht mit noch mehr Mobilitätsangeboten
einschränken“, sagt Meenken vom VCD.
## Wer soll's kontrollieren?
Wie die Abstellflächen in Berlin genau gestaltet werden, ist noch offen.
Ungeklärt ist ebenfalls, wie das Abstellen von E-Tretrollern auf Gehwegen
verhindert werden soll. Eine Idee sei, dass die Roller morgens, nachdem sie
nachts aufgeladen wurden, von den Mitarbeitenden der Unternehmen auf den
Parkflächen abgestellt werden.
Damit ist aber nicht klar, wie mit den Rollern verfahren wird, die von den
Nutzern auf Gehwegen abgestellt werden. Annika Meenken vom VCD sagt, das
neue Konzept Berlins funktioniere nur, wenn falsch abgestellte E-Tretroller
gemeldet werden können – und wenn dies jemand kontrolliert.
Bei dem Treffen der Berliner Verkehrssenatorin mit den
E-Scooter-Unternehmen wurden außerdem zwei neue Parkverbotszonen
ausgewiesen. Rund um das Brandenburger Tor und dem Denkmal für die
ermordeten Juden Europas sollen keine E-Scooter mehr abgestellt werden
können.
Umgesetzt werden diese Parkverbote mit der Geofancing-Technologie. So
können die Nutzenden ihre E-Scooter-Buchung nicht beenden, während sie in
den definierten Bereichen stehen.
In dieser Hinsicht sind andere deutsche Städte Berlin voraus. Mehrere
Städte in Nordrhein-Westfalen wie Düsseldorf, Köln oder Münster haben
bereits No-Park-Zones ausgewiesen. So darf in Köln unter anderem nicht auf
der Domplatte geparkt werden. In München sind unter anderem alle
städtischen Grünanlagen, wie der Englische Garten oder der Olympiapark, als
Abstellflächen für Roller tabu.
In Hamburg haben die vom Senat ausgewiesenen No-Park-Zones eine Diskussion
um das Ausmaß dieser Zonen ausgelöst. Die Opposition hat kritisiert, dass
es davon zu viele gebe. Dadurch sei der Zweck der E-Tretroller, eine
Alternative zum Auto darzustellen, infrage gestellt.
8 Aug 2019
## LINKS
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## AUTOREN
DIR Niklas Münch
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