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       # taz.de -- WM-Kolumne Gilet jaune: Wichtig ist aufm Platz der Republik
       
       > 25.000 aufm Platz, 300 in Gelbwesten in der Innenstadt: In Rennes
       > geschehen allerlei Dinge, die sonst nicht unbedingt geschehen.
       
   IMG Bild: Rennes: Die Einsatzkräfte sind bereit. Oder sind das einfach Military-Fans?
       
       taz | Rennes | Eine Hitzewelle in Rennes und ein schwedischer Erfolg gegen
       Deutschland. An diesem Wochenende sind in der Hauptstadt der Bretagne Dinge
       geschehen, die es eigentlich nicht gibt. Leer war die Innenstadt am Tag des
       Spiels. Kaum jemand wollte sich der Hitze aussetzen. Die
       Schlussverkaufsschilder, die in jedem Laden hängen, haben niemanden
       angezogen. Und wer unbedingt am Rathaus vorbei zur Place de la République
       wollte, wo sich alle Buslinien treffen, der wurde von Polizeibeamten
       gebeten, das lieber nicht zu tun. In Rennes herrschte Gelbwestenalarm.
       
       Die Demonstranten haben sich auf einer riesigen Steinfläche versammelt. Die
       Einsatzkräfte der Polizei taten dabei alles, um dem miesen Bild, das sie in
       den vergangenen Monaten abgegeben haben, gerecht zu werden. Als vier
       Demonstranten mit einem Transparent auf den Rathausplatz ziehen wollten,
       wurden sie mit Schlagstöcken vermöbelt. Die historische Innenstadt ist tabu
       für Demonstranten. Die Gelbwesten drehten dann auch ab und marschierten auf
       einer genehmigten Route. Ein paar von ihnen zündeten Mülleimer an, und so
       erreichte zumindest der Brandgeruch die verbotene Zone. Ein paar
       WM-Touristen stromern um die brennenden Kübel herum und versuchen, den
       Rauch für ein Reisefoto festzuhalten. Sie scheinen sich über die kleine,
       abenteuerliche Episode ihrer WM-Reise zu freuen.
       
       Ein paar Stunden später kommen die ersten Zuschauer zum Stadion, das am
       westlichen Stadtrand von Rennes liegt. Auch dieses Event wird von
       Polizisten bewacht, von denen nicht wenige stets einen Finger an der
       Maschinenpistole haben. Der WM-Stimmung kann das keinen Abbruch tun.
       Radikale Fangruppen werden eh nicht erwartet. Und wenn ein Polizeibeamter
       den Weg frei macht, weil gerade der Mannschaftsbus der Schwedinnen um die
       Ecke biegt, dann springen alle schnell zur Seite. Mit den Uniformierten
       will niemand aneinandergeraten. Am Ende wird man so rabiat angefasst wie
       der Obdachlose, der sich im Stadionschatten eingerichtet hatte.
       
       Es ist dies einer der wenigen Tage, an denen zu spüren ist, in welch
       zerrissenem Land diese WM stattfindet. Gleich läuft die mexikanische Welle
       durchs Stadion, und alle, die gekommen sind, freuen sich, wenn die
       Zuschauerzahl bekannt gegeben wird. Das Stadion ist fast voll. 25.000 sind
       gekommen. Zur Gelbwestendemo hatten sich 300 Leute eingefunden.
       
       30 Jun 2019
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Andreas Rüttenauer
       
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