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       # taz.de -- Neuer Atlas der Globalisierung: Die Welt in ihrer ganzen Komplexität erfassen
       
       Er ist da. In Dunkelblau, matt. Gut sieht er aus, edel. Fast 780 Gramm
       bringt er auf die Waage, ein Schwergewicht. Er liegt gut in der Hand.
       Anderthalb Jahre hat es gebraucht, um ihn zur Welt zu bringen. Jetzt ist
       der neue Atlas der Globalisierung da.
       
       Wenn es draußen oder zu Hause grad zu heiß ist, lohnt gleich der Blick auf
       Seite 36. Dort findet sich „Kalte Luft“ – ein Aufsatz von Benoît Bréville
       über die Geschichte der Klimaanlage. Die beginnt Anfang des 20.
       Jahrhunderts in einer Druckerei in Brooklyn. Heute verbrauchen die USA
       allein für Gebäudekühlung so viel Strom wie ganz Afrika. Eine der Grafiken
       zu diesem Text zeigt 24 Städte der Welt und ihren Stromverbrauch, von
       Abidjan bis Tokio, von Singapur bis Mbabane.
       
       Unser Artdirector Adolf Buitenhuis hat noch viele andere schöne Grafiken
       gebaut. Zum Beispiel die vom Plateau von Tibet, wo nicht nur die sechs
       wichtigsten Flüsse Asiens entspringen, sondern rund 40.000 Gletscher die
       Region für Klimaforscherinnen zum „dritten Pol der Erde“ machen. Die Karte
       wirkt so plastisch, dass man unwillkürlich über die Seite streicht in der
       Erwartung, den Himalaja fühlen zu können.
       
       Neben Karten von schlichter Eleganz (die wichtigsten Häfen und
       Schifffahrtsrouten auf Seite 110) gibt es auch Rätselgrafiken, die ihre
       Bedeutung erst auf den zweiten oder dritten Blick zu erkennen geben, wie
       etwa die zur Entwicklung der Einkommensgruppen weltweit (Seite 155).
       
       Wichtig war uns auch die Vielfalt der Texte. Da kann man Joe Grim Feinberg
       beim Nachdenken über die neuen rechten Bewegungen zuschauen oder Charlotte
       Wiedemanns leichtfüßigen Bericht zur Lage der Frau in der muslimischen Welt
       bewundern. Man kann staunen, wie anschaulich Ulrike Herrmann über Derivate,
       Optionen und Futures schreibt oder wie genau Dominic Johnson die Konflikte
       in der Sahelzone analysiert.
       
       Lauter gute Gründe, den Atlas nun selbst in die Hand zu nehmen, um sich ein
       Bild über die Lage der Welt zu machen. Stefan Mahlke
       
       Alles Infos zum Atlas der Globalisierung: [1][atlas-der-globalisierung.de]
       
       29 Jun 2019
       
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