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       # taz.de -- Forscher*innen beschallen Milchprodukte: Musikalischer Käse
       
       > Mozart und Led Zeppelin bewegen nicht nur Menschen, sondern auch
       > Emmentaler. Das haben Forscher*innen in der Schweiz herausgefunden.
       
   IMG Bild: Musik verändert den Käse: Ob dieses Stück Klassik oder Hiphop ausgesetzt war, lässt sich riechen
       
       Dass Musik Wunder wirken kann, ist hinlänglich bekannt. Und das nicht nur
       beim Menschen, sondern auch in Flora und Fauna: Japanische Wagyu-Rinder
       werden angeblich täglich mit klassischer Musik beschallt, weil das ihr
       Fleisch noch zarter macht. Außerdem liegt mittlerweile eine ganze Reihe von
       Studien vor, die belegen, dass lebende Pflanzen, von der Erbse bis zur
       Weinrebe, aktiv auf akustische Reize reagieren.
       
       Doch Wissenschaftler*innen von der Hochschule der Künste in Bern war das
       nicht genug. Sie beschlossen, zu beweisen, dass auch Käse musikalisch ist.
       Dafür taten sie sich im Rahmen des Projekts „HKB geht an Land“ mit einem
       Käsehaus zusammen und setzten mehrere reifende Käselaibe ein halbes Jahr
       lang unterschiedlicher akustischer Belastung aus. Nun stellten sie [1][ihre
       Ergebnisse vor], und die sind verblüffend: Der Käse hat nicht nur Löcher,
       sondern auch auf die Musik reagiert.
       
       Versuchsobjekt Emmentaler zeigte sich äußerst reaktionsfreudig, teilten die
       Forscher*innen um Projektleiter Christian Pauli und Käsemacher Beat
       Wampfler in einer Pressemeldung mit: „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin
       oder Mozarts „Zauberflöte“ scheinen das Milchprodukt – oder vielleicht eher
       die Bakterienkulturen in selbigem – milde zu stimmen, während der Käse
       durch A Tribe Called Quests Hiphop-Song „Jazz (We've Got)“ nach Überzeugung
       einer Fachjury außergewöhnlich fruchtig wurde. [2][Ihre Befunde sollen]
       sollen als nächstes in einer eingehenden Analyse überprüft werden. Die
       begeisterte Jury empfiehlt nachdrücklich eine breiter angelegte
       Folgestudie.
       
       Es gibt mittlerweile ein ganzes Forschungsfeld, das sich mit den
       Auswirkungen von Schallwellen auf Gegenstände beschäftigt: Die Sonochemie.
       Ursprünglich ging es dabei um die Untersuchung von Ultraschall, doch über
       die Jahre haben Forscher*innen ihr Interesse auf jegliche Klänge
       ausgeweitet.
       
       ## Charles Darwin hätte gestaunt
       
       Dabei sind bereits faszinierende Erkenntnisse herausgekommen:
       Erbsenpflanzen können das Rauschen von Wasser wahrnehmen und Nachtkerzen
       das Brummen von potentiellen Bestäubern. Charles Darwin hätte gestaunt: Er
       kam angeblich einst zu dem Schluss, es habe keine Auswirkungen auf
       Pflanzen, dass er sie mit großer Geduld und viel Atemluft mit seiner
       Trompete malträtierte. Von musikalischem Käse hätte der Naturforscher wohl
       nicht zu träumen gewagt.
       
       Aus Sicht der Schweizer Wissenschaftler*innen, aber auch nach Meinung von
       Starkoch und Jurymitglied Benjamin Luzuy ergeben sich aus den
       Forschungsergebnissen ganz neue Perspektiven für die Gastronomie.
       Schließlich bedeute die musikalische Käsereaktion, dass künftig jeder die
       Chance habe, seinen ganz persönlichen Emmentaler (oder wahlweise eine
       andere Käsesorte) zu kreieren.
       
       Doch zunächst stehen weitere Untersuchungen an: Es würden bereits die
       ersten Musikwünsche eingeschickt, erzählt Wampfler. Als nächstes könnten
       der Blues, Balkanmusik und AC/DC auf den Emmentaler losgelassen werden.
       
       19 Mar 2019
       
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   DIR [1] http://cheeseinsound.ch/wp-content/uploads/2019/03/KaeseBeschallen_MM_deutsch.pdf
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       ## AUTOREN
       
   DIR Tammo Kohlwes
       
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