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       # taz.de -- Kommentar Kieler Luftverbesserungs-Ideen: Dicke Luft ohne Ende
       
       > Das Kieler Konzept ist lachhaft. Die Hilflosigkeit an der Förde zeigt,
       > dass die Städte das Problem der Luftverschmutzung nicht alleine lösen
       > können.
       
   IMG Bild: Ständig über den Grenzwerten: Luftmessstation am Kieler Theoder-Heuss-Ring
       
       Bisweilen ist es schon erstaunlich, was vor allem Männer sich [1][alles
       einfallen lassen], um weiterhin möglichst ungehemmt ihrer Bleifüßigkeit
       frönen zu können. Dabei hat klar zu sein: Das Recht auf Gesundheit ist
       ethisch und juristisch höher zu bewerten als das auf Automobilität. Es gibt
       das Grundrecht auf Freizügigkeit – und mehr als eine Art, es zu nutzen.
       
       Das Konzept, das die Stadt Kiel jetzt vorgelegt hat, ist lachhaft.
       Spurzwang für Dieselautos? Wer überprüft das wie in der Praxis?
       Lkw-Umleitung aus einem eher unwirtlichen Bahnhofs- und Gewerbegelände in
       ein Wohngebiet? Alles andere als überzeugend. Tempo 50 statt 70? Den
       Durchbruch wird das nicht bringen. Immer noch kein Landstrom oder
       Flüssiggas für die großen Fähren und Kreuzfahrer? Wäre in Kiel
       unerlässlich. Intelligente Buskonzepte, mehr E-Autos und geförderter
       Radverkehr? Weiterhin Fehlanzeige.
       
       So kann das nicht klappen – ohne Verkehrswende, ohne Energiewende bleibt es
       bei dicker Luft ohne Ende – und das in einer Stadt am Meer, die eigentlich
       eine der am besten durchlüfteten Deutschlands sein müsste.
       
       Zugleich aber zeigt die Hilflosigkeit an der Förde, dass Städte das Problem
       der Luftverschmutzung durch das Verbrennen fossiler Stoffe allein nicht
       lösen können. Es verweist auf das jahrelange Versagen von EU-Instanzen,
       Bundesregierungen, Autokonzernen und Energiemultis, die sämtlich vom
       Verursacherprinzip befreit worden sind.
       
       Wenn es ums Erdulden und Bezahlen geht, wird in diesem Land ungebrochen
       nach unten umverteilt. Profite bleiben privat, Risiken und Nebenwirkungen
       werden schamlos sozialisiert, Autoindustrie, Energiekonzerne und
       Wohnungswirtschaft kommen ungeschoren davon. So wird das nichts.
       
       Mit Linksfahren schon gar nicht.
       
       19 Dec 2018
       
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