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       # taz.de -- Kommentar Onlineshopping: Wenn’s nur die Retouren wären
       
       > Selbst zurückgeschickte Internetbestellungen sind nachhaltiger als der
       > Kauf im Laden. Die tatsächlichen Onlineshopping-Probleme liegen woanders.
       
   IMG Bild: Noch läuft alles glatt: Förderband in einem Amazon-Logistikzentrum in Aurora, Colorado
       
       Dass eine Onlinebestellung häufig eine bessere Ökobilanz hat als der
       Einkauf beim stationären Händler, sollte sich langsam herumgesprochen
       haben. Spätestens als das Öko-Institut mal nachgerechnet hat und
       feststellte: Größter Einzelposten beim Beispielkauf eines Schuhs – so
       Kundin oder Kunde nicht per Pkw anreist – sind die Emissionen, die beim
       stationären Händler durch Strom und Wärme verursacht werden. Und die fallen
       eben auch an, wenn der Weg zum Laden per Fahrrad zurückgelegt wird.
       [1][Selbst inklusive Retoure] verursacht demnach der Onlinekauf in einer
       Großstadt weniger Emissionen als der vergleichbare Kauf in einem Laden.
       
       Doch darauf sollte sich der Handel keineswegs ausruhen. Denn beim
       Onlineshopping ist längst nicht alles super. Das beginnt, ganz sichtbar,
       bei den Arbeitsbedingungen der Zuliefer:innen, der Antriebsform der
       Lieferfahrzeuge und den reihenweise zugeparkten Radspuren.
       
       Ein Stück weiter zurück in der Lieferkette gibt es dann das Problem der
       wachsenden Bandbreite und Verfügbarkeit von Produkten. Und schließlich,
       ganz am Anfang, sind da noch die Datensammlungen der Händler und – daran
       geknüpft – die Algorithmen, die Vorlieben und Lebenssituationen auswerten,
       anhand der Daten individuelle Preise bestimmen oder Kund:innen mehr oder
       weniger subtil zum Kauf weiterer Produkte bringen. Und so den Konsum weiter
       steigern, noch mehr Lieferungen, [2][noch mehr Retouren], noch mehr
       Verkehr, noch mehr Daten. Wer profitiert, das sind mit großem Abstand
       Händler und Hersteller.
       
       Daher werden die Unternehmen von sich aus auch nichts daransetzen, ihre
       Lieferungen nachhaltiger, ihre Prozesse privatsphärefreundlicher und die
       Arbeitsbedingungen der Zulieferer:innen fairer zu gestalten. Basis für
       Verbesserungen muss vermutlich eine Verpflichtung sein, mindestens aber
       eine gehörige Portion Druck. Zeit also, dass der endlich kommt. Aus der
       Politik, aber genauso von denen, die sich so gerne beliefern lassen. Nicht
       nur rund um Weihnachten.
       
       28 Dec 2018
       
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