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       # taz.de -- SPD nach ihrer Klausurtagung: Stumme Sozis auf dem Podest
       
       > Die SPD taumelt von einer Krise in die nächste. Nach ihrer Klausurtagung
       > zitieren sie aber nur den Koalitionsvertrag und warten sonst ab.
       
   IMG Bild: Immerhin geschlossen: die SPD
       
       Berlin taz | Die SPD ist nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen
       [1][in keiner guten Situation]. Bei anderen Parteien würde in solch
       dramatischer Lage erbitterter Streit ausbrechen und hektisch nach Auswegen
       gesucht, es würden Intrigen gesponnen und Pläne geschmiedet.
       
       Bei der SPD geht am Montag nach dem Treffen der Parteispitze alles seinen
       Gang. Die Pressekonferenz beginnt, wie fast immer, zu spät. Es ist alles
       ist beim Alten. Anders ist, dass nicht nur SPD-Chefin Andrea Nahles die
       Glastreppen ins Atrium des Willy-Brandt-Hauses herunter kommt. Alle
       MinisterInnen, die Parteispitze und MinisterpräsidentInnen sind dabei und
       stehen als stumme Nachricht auf dem Podest. Knapp 20 Leute, von Malu Dreyer
       bis Heiko Maas. In der Mitte Nahles.
       
       Dieses Bild ist wohl die Botschaft: Niemand will Andrea Nahles stürzen. Die
       SPD-Spitze ist geschlossen.
       
       Es ist aber auch die einzige Botschaft. Denn ansonsten verkündet Nahles mit
       betont fröhlichem, fast aufgeräumtem Tonfall, was die SPD nicht tun wird.
       Sie wird den Parteitag nicht vorziehen und dort nicht beraten, ob sie etwas
       grundsätzlich anders machen muss. Die SPD-Spitze hat, laut Nahles, bei
       ihrer zweitägigen Klausur auch „nicht über einen Austritt aus der Große
       Koalition debattiert.“ [2][Das ist erstaunlich]. Wozu sind solche Treffen
       denn da, wenn die auf der Hand liegenden zentralen politischen Fragen gar
       nicht erörtert werden?
       
       ## Erst mal ne Grundsatzdebatte
       
       Nahles betonte, dass die SPD sich einig sei und lobte das SPD-Debattencamp,
       das am nächsten Wochenende in Berlin stattfinden wird, als „eine sehr
       schöne Veranstaltung“. Konkrete Beschlüsse wurden nicht gefasst. Man habe
       „eine Grundsatzdebatte geführt“.
       
       Die Parteichefin hatte nach dem Hessen-Desaster einen Fahrplan vorgelegt,
       der im Kern nur wieder vorsah, was auf Drängen der SPD im Koalitionsvertrag
       fixiert worden war. Letzten Montag hatte es Kritik an Nahles gegeben. Es
       könne, angesichts des Abstiegs zur vierstärksten Partei nicht reichen,
       einfach den Koalitionsvertrag noch mal abzuschreiben. Nun gibt es
       zahlreiche Änderungswünsche. Nahles soll am 14. Dezember den überarbeiteten
       Fahrplan nochmals vorlegen. Will sagen: Die SPD lässt sich Zeit. Offenbar
       glaubt sie davon genug zu haben.
       
       „Wir werden uns zusammen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen“, sagt ein
       wichtiger SPD-Mann nach der Pressekonferenz. Es klingt nach verzweifelter
       Hoffnung.
       
       5 Nov 2018
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
   DIR Stefan Reinecke
       
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