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       # taz.de -- Migration aus Mittelamerika in USA: Danke, aber nein
       
       > Tausende Mittelamerikaner sind weiter auf dem Weg in die USA. Ein
       > Angebot, in Mexiko zu bleiben, lehnten die Migranten dankend ab.
       
   IMG Bild: Sie fliehen vor schlechter wirtschaftlicher Lage und Gewalt in Heimatländern
       
       Arriaga ap |/dpa | Mehrere tausend Migranten aus Mittelamerika haben am
       Samstag ihren Marsch von Südmexiko Richtung USA fortgesetzt. Sie lehnten
       ein Angebot des mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto ab, der ihnen
       Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeit versprach, wenn sie in
       den Staaten Chiapas oder Oaxaca blieben.
       
       Schließlich gab auch die Polizei eine Brücke frei, die sie blockiert hatte,
       um die Karawane am Weitergehen zu hindern. Die Migranten stammen aus den
       Staaten Honduras, Guatemala und El Salvador und haben das Ziel, in die USA
       zu gelangen. US-Präsident Donald Trump hat allerdings [1][deutlich
       gemacht], dass er sie nicht ins Land lassen wolle.
       
       Trumps mexikanischer Kollege Peña Nieto lancierte hingegen eine Initiative
       unter dem Motto „Du bist zu Hause“, unter der die Migranten bereits in
       Südmexiko Asyl beantragen könnten. Diese sei „nur für jene gedacht, die
       sich an mexikanische Gesetze halten“, sagte er.
       
       „Danke! Nein, wir gehen nach Norden“, skandierten allerdings [2][etliche
       Menschen in der Migrantenkarawane]. Der mitreisende Aktivist Irineo Mujica
       von der Hilfsorganisation Pueblo sin Fronteras sagte, 80 Prozent der Leute,
       die Schutz beantragten, würden abgewiesen und abgeschoben.
       
       ## Trump stellt sich immer wieder gegen Migration
       
       Das fürchteten auch viele, würden sie das Angebot der Regierung annehmen.
       Die Nationale Menschenrechtskommission Mexikos schaltete sich schließlich
       ein, damit der Menge von der Polizei auch der Weitermarsch erlaubt wurde.
       
       Die Organisation argumentierte, dass die Migranten ohne Schatten, Wasser
       und Toiletten ausharren müssten und in einer solchen Situation gar nicht
       über das Angebot der Regierung nachdenken könnten.
       
       Trump hat die [3][Migranten immer wieder zum Thema] im Wahlkampf vor den
       Kongresswahlen gemacht und die Lage stark überzeichnet. Er sprach von einem
       „Angriff auf unser Land“. Zuletzt behauptete er außerdem, unter den
       Migranten seien auch Menschen aus dem Nahen Osten und insinuierte damit
       unlautere Motive für deren Marsch in Richtung USA. Belege dafür lieferte er
       nicht.
       
       Berichten zufolge erwägt der US-Präsident, wegen der Gruppe von Migranten
       einen „nationalen Notstand“ zu erklären und ihnen Asyl zu verweigern. Es
       ist nicht klar, ob das mit amerikanischem oder internationalem Recht
       vereinbar wäre.
       
       Die New York Times berichtete, Trump wolle seine Pläne am kommenden
       Dienstag in einer Rede darlegen. Das wäre genau eine Woche vor den
       wichtigen Kongresswahlen.
       
       28 Oct 2018
       
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