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       # taz.de -- Berliner CDU und Merkel-Nachfolge: Es wird schwer für Grütters
       
       > Merkel hat angekündigt, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren.
       > Auch der Berliner Landesverband stimmt über die Nachfolge ab. Ein
       > Wochenkommentar.
       
   IMG Bild: Merkel-Nachfolge in Sicht? Monika Grütters (CDU) trägt eine Virtual Reality-Brille des Deutschen Museums, um eine virtuelle Mondlandung nachzuvollziehen
       
       Noch nicht einmal eine Woche ist es her, seit Angela Merkel ihren Rückzug
       vom Parteivorsitz angekündigt hat, und schon herrscht in der CDU heilloses
       Durcheinander. Jens Spahn, Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer
       kandidieren für die Merkel-Nachfolge, und so müssen sich auch die Berliner
       CDU-Delegierten entscheiden, wen sie beim Bundesparteitag im Dezember in
       Hamburg unterstützen.
       
       Wem die Sympathie der Landesvorsitzenden gehört, ist kein Geheimnis. Monika
       Grütters wurde von Angela Merkel zur Staatsministerin für Kultur gemacht
       und zählt zum Merkel-Lager. Damit müsste sie sich eigentlich für Annegret
       Kramp-Karrenbauer einsetzen. Alle drei Politikerinnen stehen für eine
       liberale CDU-Großstadtpolitik.
       
       Doch Grütters ist nicht die Berliner CDU. Mit Burkard Dregger ist vor
       Kurzem ein Konservativer zum Fraktionschef gewählt worden, der liberale
       Mario Czaja ist gar nicht erst angetreten. Grütters, hieß es, wolle damit
       den konservativen Flügel einbinden.
       
       Das war machtpolitisch sicher nicht unklug. Ob es aber auch von Erfolg
       gekrönt sein wird, wird sich nun bei der Merkel-Nachfolge zeigen. Und da
       sind Zweifel ob der Führungsstärke von Monika Grütters angebracht. Eine
       frühe Festlegung des Landesverbands – sie wäre eine Art Empfehlung für die
       Delegierten der Berliner CDU – gab es bislang nicht. Gut möglich, dass die
       Abstimmung am Ende freigegeben wird. Das aber wäre dann das Eingeständnis,
       dass bei der Berliner CDU jeder und jede machen kann, was er oder sie will
       – auch für Friedrich Merz und Jens Spahn stimmen.
       
       Dass es so kommen könnte, bestätigte gegenüber der taz der Berliner
       CDU-Generalsekretär Stefan Evers am Freitag. „Wir wollen zunächst abwarten,
       ob es eine Berliner Regionalkonferenz geben wird“, so Evers. Er selber sei
       aber gegen ein „imperatives Mandat“. Auch in anderen Landesverbänden werde
       die Abstimmung wohl freigegeben.
       
       Zwar wird das Votum der Berliner Delegierten nicht entscheidend sein, sie
       haben nur 30 von 1.001 Delegierten. Es könnte aber etwas aussagen, wohin
       die Richtung der Berliner Christdemokraten für die Abgeordnetenhauswahl
       2021 geht. Noch hat sich Grütters nicht entschieden, ob sie als
       Spitzenkandidatin antritt. Die Diskussionen, die die Berliner CDU in den
       kommenden Wochen führt, werden nicht für die Merkel-Nachfolge, aber für
       Monika Grütters richtungsweisend sein.
       
       3 Nov 2018
       
       ## AUTOREN
       
   DIR Uwe Rada
       
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