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       # taz.de -- Kommentar Verfolgte Christin in Pakistan: Markus Söder, übernehmen Sie!
       
       > Im Fall der in Pakistan verfolgten Christin Asia Bibi könnte Bayerns
       > Ministerpräsident zeigen, dass er mehr kann als Kruzifixe aufhängen. Asyl
       > sofort!
       
   IMG Bild: Trotz Freispruch keine Freiheit: Islamisten bedrohen die pakistanische Christin Asia Bibi
       
       Aus dem fernen Morgenland, genauer gesagt aus dem mehrheitlich muslimischen
       Pakistan, bietet sich für Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder eine
       große Chance, die ihm zu wahrer Größe verhelfen könnte. Denn nun endlich
       kann der fränkische Protestant zeigen, dass er es nicht nur versteht,
       öffentlichkeitswirksam [1][christliche Kreuze in Bayerns Amtsstuben]
       aufzuhängen. Sondern dass er das Christentum samt dazugehöriger
       Nächstenliebe wie selbstverständlich pflegt und lebt. Und dafür eignet sich
       nichts so gut wie der Fall der verfolgten pakistanischen Christin Asia
       Bibi.
       
       Sie war in ihrer Heimat in einem fragwürdigen Verfahren 2010 wegen
       angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden. Pakistans Oberster
       Gerichtshof hob das Urteil vergangene Woche auf und sprach die 51-jährige
       Mutter von fünf Kindern trotz der zu erwartenden Todesdrohungen von
       Islamisten frei.
       
       Den Mut der Richter teilte leider nicht die neue Regierung des früheren
       Cricketstars [2][Imran Khan]. Die knickte schon nach drei Tagen
       islamistischer Proteste ein und erklärte plötzlich eine Revision für
       zulässig und sprach ein Ausreiseverbot für Asia Bibi aus. Jetzt könnte
       Söders Stunde schlagen. Er könnte Asia Bibi, ihrer Familie und ihrem
       ebenfalls bedrohten Anwalt Asyl in Bayern anbieten.
       
       Söder würde damit auch demonstrieren, dass er im Unterschied zur
       pakistanischen Regierung dem Recht wirksam Geltung verschafft. Denn während
       dort die Regierung von einem islamistischen Mob das Recht beugen lässt,
       könnte Söder zeigen, dass er – wie es sich für den Rechtsstaat in Bayern
       gehört – dem Asylrecht volle Geltung verschafft und sich auch von
       potentiellen hiesigen braunen Mobs nicht einschüchtern lässt. Das wäre
       sogar recht ungefährlich, denn eigentlich dürfte auch die AfD am Asyl für
       eine Christin nichts auszusetzen haben.
       
       Zugleich könnte Söder auch zeigen, wie gut in Bayern die Verwaltung samt
       der lokalen Dependencen des BAMF funktionieren. Während in anderen Fällen
       oft monate-, nicht selten sogar jahrelang auf einen Asylentscheid gewartet
       werden muss, bietet sich jetzt die Chance mit einem schnellen positiven
       Bescheid für Asia Bibi zu zeigen, wie toll Bayern funktioniert. Söder muss
       sich nur trauen!
       
       6 Nov 2018
       
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