# taz.de -- Wegen Doppelrolle im Amri-Ausschuss: Innenministerium räumt Fehler ein
> Eine Beamtin, die früher mit Islamismus befasst war, in den
> Amri-Ausschuss zu schicken, war falsch, räumt das Ministerium ein. Was
> daraus folgt, bleibt offen.
IMG Bild: Der Amri-Untersuchungsausschuss
Berlin dpa | Im Umgang mit [1][dem Amri-Untersuchungsausschuss des
Bundestags] räumt das Bundesinnenministerium Fehler ein. Ihr Ressort habe
„schon die Kritik verstanden“, sagte eine Sprecherin am Montag in Berlin.
„Das bedeutet auch, es nimmt sie an.“
Der Tunesier Anis Amri hatte als abgelehnter Asylbewerber in Deutschland
gelebt. Am 19. Dezember 2016 tötete er in Berlin zwölf Menschen, indem er
einen Fernfahrer erschoss und mit dessen Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt
an der Gedächtniskirche raste.
Im Ausschuss hatte die Entsendung einer Beamtin des Bundesinnenministeriums
für Ärger gesorgt. Die ehemalige Verfassungsschützerin verfolgte für das
Ministerium die Arbeit des Ausschusses und wachte darüber, dass keine
geheimen Informationen an die Öffentlichkeit drangen.
Erst vor kurzem [2][erfuhren die Abgeordneten], dass die Beamtin früher
selbst in der Islamismus-Abteilung des Verfassungsschutzes gearbeitet hatte
und damit möglicherweise auch als Zeugin in Betracht käme. Das Ministerium
hat die Frau inzwischen aus dem Ausschuss abgezogen.
## Entscheidung fiel noch unter Thomas de Maizière
Die Entscheidung, die Beamtin in den Ausschuss zu schicken, fiel noch unter
dem Vorgänger des aktuellen Innenministers Horst Seehofer (CSU). Der
damalige Minister Thomas de Maizière (CDU) habe einen entsprechenden
Vorschlag der Fachleute seines Ministeriums genehmigt, sagte die
Sprecherin. „Das heißt also nicht, der Minister hat explizit eine bestimmte
Person vorgeschlagen für den Untersuchungsausschuss, sondern es wurde von
der Fachabteilung eine bestimmte Person benannt, und dem hat der Minister
zugestimmt.“
16 Oct 2018
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